England Bath: Tipps und Ideen für einen Besuch in der englischen Stadtschönheit

Die englische Stadt ist (der Name lässt es ahnen) mit allen Wassern gewaschen – war sie doch einst Badeanstalt der Römer. Es lohnt sich, in ihre Geschichte einzutauchen und durch die Gassen rund um die bekannten Thermalbäder zu streifen. Tipps und Eindrücke für einen Besuch in Bath
Thermae Bath Spa, Bath

Stets 45 Grad warm sprudelt das bekannte Thermalwasser seit Jahrtausenden in Bath aus dem Boden. Die Römer erbauten dann die pompöse Bäderlandschaft, die die Stadt berühmt machte

In diesem Artikel
Gute und angesagte Restaurants & Bars
Die besten Shopping-Adressen
Hotels und Unterkünfte in Bath
Hin- und Rückreise nach Bath

Eigentlich bin ich noch zu jung, um die Farbe Beige zu mögen. Doch in Bath kann ich nicht anders. Die ganze Kurstadt in Englands Südwesten trägt diesen Ton. Prächtige Häuser aus Kalkstein – von honiggelb bis trench­coat­beige – prägen ihren Look. Der Stein stammt aus den Cotswolds, dem Hügelland, dessen Ausläufer Bath berühren. Die Bauten der Stadt ragen weit in die sattgrüne Landschaft hinein. Um mir einen Überblick zu verschaffen, spaziere ich auf dem Wanderweg Bath Skyline Walk bis auf die Bathwick Fields. Der Pfad führt mich am Kennet-und-Avon-Kanal entlang, mit seinen handbetriebenen Schleusen und Hausbooten, und dann bergauf über Weiden. Während neben mir Kühe grasen, blicke ich auf Bath. Aus dem Stadtbild sticht der Turm der Abbey heraus. Sie ist in der Form eines Kreuzes gebaut und mit pompösen Buntglasfenstern ­gesegnet. In dem Gewirr aus Gassen und Straßen, das sie umgibt, verstecken sich die anderen Sehenswürdigkeiten, etwa die berühmten antiken Bäder, zu denen ich mich schließlich aufmache.

Unter Dampf sprudelt das heiße Wasser aus dem Untergrund empor, und ich halte meine Finger hinein. Vor rund 10000 Jahren verschwand es als Regen in den Tiefen Somersets und kommt nun, mit Mineralien versehen und 45 Grad warm, wieder zum Vorschein. Als die Römer die Thermalquelle im Jahr 43 entdeckten und eine opulente Bäder- und Saunalandschaft erbauten, entstand der Ort Aquae Sulis, das Herzstück des heutigen Bath. In den sehr gut erhaltenen Ruinen der Roman Baths fühle ich mich zurückversetzt in die Zeit, als hier noch die Römer badeten, und vergesse bei­nahe, dass es sich um ein Museum handelt. Ins Wasser steigen darf man nämlich nicht. Das kann man dafür um die Ecke im fabelhaften Rooftop-Pool des Thermae Bath Spa.

Nach den Römern haben vor allem die Architekten des 18. Jahrhunderts Bath geprägt. Ihre Bauten zeigen besonders harmonische Proportionen. Die lassen sich an den Stadtvillen entlang der Great Pulteney Street ­bestaunen, am kreisrunden Ensemble The Circus und an der Häuserzeile Royal Crescent, der nobelsten Adresse der Stadt, unter der auch das beste gleichnamige Hotel zu Hause ist: Die ­sichelförmig angelegten Reihenhäuser entwarf der Architekt John Wood, der das Erscheinungsbild von Bath sehr prägte. Das Museum of Bath Archi­tecture widmet sich dem Aufstieg von der Kleinstadt zur georgianischen Metropole, in der Hoheiten und Künstler ihre Freizeit verbrachten. Was sich hinter den Fassaden abspielte, zeigt das ­Museum No. 1 Royal Crescent. Dort erwecken Ehrenamtliche das Privathaus zwischen historischen Möbeln und Gemälden mit packenden Erzählungen zum Leben. Ich kehre den noblen Adressen den Rücken und laufe über schmale Straßen und steile Treppen dem Fluss Avon ­entgegen. Das Ufer säumen die Parade Gardens mit ihren Statuen. Dort flanierte einst der Adel nach einem heilenden Bad. Ich sehe dem Avon dabei zu, wie er sich durch die drei geschwungenen Bögen der Pulteney Bridge drängt, um dahinter über Kaskaden hinabzugleiten. Selbst der Fluss scheint sich bei seinem Gastspiel in Bath an die Harmonielehre der Architekten zu halten.

Gute und angesagte Restaurants & Bars

Die Dichte an ein­ladenden Restaurants und Pubs ist so hoch, dass die Wahl schwerfällt. Zum Tee wähle ich statt Scones das Hefegebäck Bath Bun im gleichnamigen Café (2 Abbey Green). Die besten herzhaften Pies und lokal gebrautes Bier serviert The Raven of Bath in gemütlicher Atmosphäre (7 Queen St). Frisch Gezapftes gibt es in dem urigen Pub Star Inn (23 Vineyards). Die Köche Jamie, Jake und Alfie verantworten im Acorn rein pflanzliche Geschmacks­explosionen (2 North Parade Passage). Und talentierte Barkeeper mixen Drinks mit den besten Gins der Welt in The Canary Gin Bar, die auch eine Destilliere unterhält (3 Queen St). Mit gleicher Hingabe hantiert das Personal des The Hideout, nur geht es dort um Whiskey (1 Lilliput Court). Die Cocktailbar Dark Horse zählt zu den besten im ­Vereinigten Königreich (7a Kingsmead Square).

Die besten Shopping-Adressen

Entlang der Einkaufsstraßen, die verkehrsberuhigt zwischen New Bond Street, Broad Street und George Street liegen, finden sich hinter bunten Schaufensterrahmen unabhängige Labels und Läden. Die prall gefüllten Regale von Topping & Company Booksellers beglücken Fans der britischen Literatur (The Paragon). Mächtig Appetit macht die Auslage der Traditions-Käsehandlung Paxton and Whitfield. Innen werden Kostproben gereicht (1 John St). Köstlichkeiten und Krimskrams vereint der Guildhall Market unter seiner Kuppel (33 High St). Die Walcot Street wird immer bunter, je weiter sie sich den grünen Hügeln am Horizont entgegenschlängelt. The Yellow Shop verkauft Vintage-Mode (72 Walcot St) und im Bath Aqua Glass blowing Studio können sich Besucher selbst am Glasblasen versuchen, schließlich ist die Stadt für ihre himmelblauen Gläser bekannt (105–107 Walcot St). Freitags und samstags kann man nahe des »Hilton Hotel« auf einem kleinen Antik-Flohmarkt stöbern. Sonntags gibt es im stillgelegten Bahnhof Green Park Station einen weiteren.

 

Bath

Wer dem Bath Skyline Walk folgt, entdeckt unterwegs nicht nur die bunten Hausboote auf dem Kennet-und-Avon-Kanal, sondern kann aus der Ferne auch die prägende Architektur von John Wood bewundern

Hotels und Unterkünfte in Bath

Mitten in den engen Altstadtgassen steht das Guesthouse des Wild Cafés mit zwei bequemen und geräumigen Apartments. Beim Brunch im Café freuen sich nicht nur Übernachtungsgäste über selbst Zubereitetes – von Pancakes bis Eggs Benedict (10a Queen St, DZ/F ab 68 €). The Abbey Hotel be­findet sich nur wenige Gehminuten vom Namen gebenden Gotteshaus und den Roman Baths entfernt. Die Zimmer sind sympathisch plüschig (DZ ab 111 €). Auf der anderen Flussseite steht ruhig, aber zentral das Boutiquehotel Bed & Breakfast Brindleys mit sechs individuell ge­stalteten Zimmern (DZ/F ab 130 €). Das luxuriöse The Gainsborough Bath Spa ist das einzige Hotel der Stadt, das für ­seinen Spa die Thermalquelle anzapfen darf (DZ ab 265 €).

Hin- und Rückreise nach Bath

Von den Flughäfen in London und Bristol verkehren die Busse des National Express. Da Bath auf kleinem Raum viel Geschichte vereint, lohnt sich eine geführte Tour etwa von Sulis Guides oder Bizarre Bath, die eine Stadtführung zur Abendunterhaltung machen. Mit Jane Austen beschäftigt sich die kostenlose Audio-Tour der Tourist-Info. Die Schriftstellerin vertrieb sich als junge Frau die Wochenenden in den Sydney Gardens.

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