Griechenland Peloponnes: Eine Rundreise vorbei an den schönsten Orten

Von Kalamata durch die raue Mani bis ans Kap Tenaro: Wir zeigen die schönsten Orte der griechischen Halbinsel Peloponnes
Kap Tenaro, Peloponnes, Griechenland

Kap Tenaro liegt ganz im Süden der griechischen Halbinsel Peloponnes

In diesem Artikel
Kalamata - Die Hauptstadt Messendes entdecken
Messene - Adelshäuser, Thermen und Tempel
Mani - Verschlafene Fischerdörfer und türkisblaues Meer
Areopoli - Wuchtige Steinhäuser in Mani-Manier
Kap Tenoro - Hadeshöhle und Poseidontempel
Anreise nach Peloponnes

Kalamata - Die Hauptstadt Messendes entdecken

Meine Reise zum Tor der Unterwelt, dem Ort, an dem Orpheus in den Hades stieg, beginnt in Klamata, der Hauptstadt Messeniens am Fuße des gewaltigen Bergs Taygetos. Busuki-Musik klingt aus den Restaurants und Beachbars an der Strandpromenade, im Hafen werden die Früchte des Umlands in die Welt verschifft: Feigen, Rosinen, Honig – und die berühmten Kalamon-Oliven, die wie dunkelrote Edelsteine glänzen und fruchtig-bitter schmecken. All das verkauft auch Giorgos Koutelas in seinem Feinkostladen »Trofopolion 51« im Altstadtviertel, der Palia Poli (Spartis 51). Und natürlich Olivenöl, seine Auswahl ist exquisit. »Ein gutes Öl hat Fruchtaromen, Tomate, Apfel, sogar Banane«, erklärt er bei der Verkostung. Nicht weit von Giorgos’ Geschäft erhebt sich der zentrale Hügel, der die Ruinen des bei Homer erwähnten antiken Pharai birgt. Von der fränkischen Festung aus dem 13. Jahrhundert (Spartis 28) schaue ich zu, wie die sinkende Sonne über dem Meer die roten Ziegeldächer und die pastellgelbe Kathedrale Panagia Ipapanti zum Leuchten bringt. Gleich beginnt rund um den Vassileos-Georgiou-Platz und die Aristomenous-Straße das Nachtleben.

Am Platz des 23. März (Platia 23is Martiou) kreuzen sich etliche Gassen mit Restaurants und Tavernen. Einheimische lassen sich mit einer Flasche Wein auf den niedrigen Mauern um die üppig geschmückte orthodoxe Kirche Agios Apostoli nieder. 1821 verkündeten die Griechen hier die Revolution gegen die osmanischen Besatzer. Als ich mich dazusetze, öffnet ein Priester die Tür des kleinen Gotteshauses, setzt sich davor und beobachtet den weltlichen Trubel. Ich habe die Wahl: Das Oinopantopoleion nahe der Kathedrale, wo es gehobene Speisen im bodenständigen Ambiente einer Taverne gibt, beweist, dass die griechische Küche auch vegetarisch kann: Feta zu Sesambrot mit Thymian und Honig oder geröstete Kürbisbällchen. Im modern eingerichteten Kardamo servieren die Brüder Takis, Spyros und Konstantinos Kompogiannitis neu interpretierte griechische Gerichte, wie Pasta zu gefüllten Weinblättern. Ich übernachte im neuen, maritimen Horizon Blu, das an einem ruhigen Abschnitt der Strandpromenade liegt. In den holzgetäfelten Spa-Suites mit eigenem Pool fühlt sich der Gast wie der Kapitän einer Luxusyacht (DZ/F ab 90 €).

Messene - Adelshäuser, Thermen und Tempel

Am nächsten Tag schaue ich in der 30 Kilometer entfernten Ausgrabungsstätte der antiken Hauptstadt Archäologen bei der Arbeit zu und bestaune die Reste der Metropole aus dem Jahr 369 vor Christus: Ruinen von Adelshäusern, Thermen, Tempel und eine gigantische Rennbahn (Mavrommati, Ithomi). Hinter dem Berg Ithomi in Mavromati versteckt sich das kleine Restaurant Ithomi, von dessen Terrasse aus die Gäste über das Tal und die Ausgrabungsstätte blicken. Auf die Teller kommen Klassiker wie Moussaka, Bifteki und Salat mit geräucherten Auberginen.

Die Kapelle Agios Nikolaos bei Lagia, in Mani, Griechland

Die Kapelle Agios Nikolaos bei Lagia gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Mani

Mani - Verschlafene Fischerdörfer und türkisblaues Meer

Auf den letzten Kilometern zum Hades wird’s wild: Berge, Buchten, Klippen und eine der dramatischsten Küstenstraßen Europas. Verschlafene Fischerdörfer mit Sandstränden wechseln sich mit archaischen Bergsiedlungen und antiken Ruinen ab. Serpentinen schlängeln sich entlang tiefer Abgründe. Dann wieder: Olivenbaumterrassen, so weit das Auge reicht. Unten tanzen Fischerboote auf dem türkisblauen peloponnesischen Meer. Mitten im Nirgendwo steht eine einsame Kapelle. Den türkischen Eroberern gelang es nicht, die militärisch versierten und durch eine Bergkette abgeschotteten Manioten zu unterwerfen. Der klobige Baustil und die zahlreichen Wachtürme stammen noch aus der an Fehden reichen Zeit. Im Küstendorf Kardamyli ragen befestigte Turmhäuser um die Kirche Agios Spyridon (Dytiki Mani) in den Himmel, an einer Hauswand lehnt ein Fischerboot. Drei Leben brauche man, um die Seele der Mani zu sehen – »eines für das Meer, eines für die Berge und eines für die Menschen«, schrieb der britische Schriftsteller Patrick Leigh Fermor, der bis ins hohe Alter in Kardamyli lebte. Von einem der Türme blicke ich über die hügelige Küste, über Zypressen und Olivenhaine im Hinterland bis hinüber zum Badeort Stoupa mit seinen beiden sichelförmigen Stränden.

Areopoli - Wuchtige Steinhäuser in Mani-Manier

Areopoli, Mani, Griechenland

Die Wehrtürme des Bergdorfs Areopoli

Weiter als Areopoli fahren die wenigsten. Aus der Ferne beobachten mich die alten Wehrtürme des Bergdorfs, das über die Bucht von Itylo wacht und komplett aus wuchtigen Steinhäusern in Mani-Manier besteht. Auf dem Platz der Unsterblichen (Platia Athanaton) steht die Statue von Petros Mavromichalis, einem der wichtigsten Anführer im Kampf gegen die Türken. Ich folge den Gassen über den Kirchplatz mit seinen Lädchen und Tavernen hinauf zu den stolzen Türmen der großen Familienclans. Im Turm der Familie Pikoulakis zeigt ein Museum die Geschichte der byzantinischen Christianisierung in Mani. In der Nähe geben die Höhlen von Diros einen Eindruck, wie es in der Unterwelt aussehen könnte. Mit dem Boot bringt mich ein Fährmann in die Stalaktiten-Gewölbe der längsten Tropfsteinhöhle Griechenlands, zu Fuß geht es zurück ans Tageslicht (Itylo). Das Limeni Village Hostel ist ein Mani-Dorf für sich: Am Hang zwischen Limeni und Areopoli kauern 16 minimalistische Steinhütten, gemütliche Refugien mit Balkonblick über die Bucht (DZ/F ab 80 €).

Kap Tenoro - Hadeshöhle und Poseidontempel

Hinter Areopoli wird es rustikaler. Auf der Straße döst eine Ziegenherde, eine ältere Frau reitet auf einem Esel vorbei und lächelt mir zu. Auf dem Weg zur Südspitze der Mani passiere ich das Fischerdorf Gerolimenas, wo man im Kyrimai zum Klang der Wellen einschläft: Das Hotel ist direkt am Meer in einem restaurierten Gebäudekomplex aus dem 19. Jahrhundert untergebracht (DZ/F ab 95 €). Ein paar Kilometer weiter thronen die Wohntürme des mittelalterlichen Dorfs Vathia auf einer Klippe. Am Ende der Welt steht eine Taverne, das Akron Tenaro (Kokkinogia). Vier alte Fischer sitzen draußen am Tisch, spielen mit ihren Perlenketten, den Komboloi, und schauen auf das Meer. Bei den Resten eines Poseidontempels weisen Schilder den Weg entlang der Bucht zu einem Bodenmosaik zu Ehren des Meeresgottes, zum Leuchtturm – und zum Totenorakel. Dort soll sich die Hadeshöhle befinden, die Orpheus auf der Suche nach seiner Eurydike betrat. Vor dem unscheinbaren Loch erblicke ich bis auf ein Wandererpaar keine umherirrenden Seelen und auch nicht den Höllenhund Zerberus. Die Mittelmeerbrise schubst ruhige Wellen ans felsige Ufer, am Horizont zieht ein Containerschiff vorbei. Das Tor zum Totenreich ist ein idyllischer Ort.

Anreise nach Peloponnes

Nach Kalamata und Mani gelangt man am besten mit dem Mietwagen vom Airport Athen aus, die griechische Fluglinie Aegean Airlines bietet Flüge aus allen größeren deutschen Städten. Weitere Infos und Reiseziele in Griechenland gibt es hier.

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