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Routentipps Fünf lohnenswerte Radurlaube in Österreich

Ewige Wand, Bad Goisern
In (den) Stein gemeißelt: Die "Ewige Wand" bei Bad Goisern zählt zu den Bike-Highlights der Region
© Erwin Haiden
Ob gemütliche Familien­tour auf dem Donau­radweg oder sportliche Rennradrunde in Wels: Hier findet jeder Reifen den passenden Unter­grund. Fünf Destinatio­nen für die nächste Reise auf zwei Rädern

Inhaltsverzeichnis

Mit dem Gravelbike im Salzkammergut

"Mit Gravelbikes ist man hier genau richtig", kommentiert Philipp Doms den Plan, rund um Bad Goisern die Schotterstraßen zu erkunden. Anderswo erntet der Blogger oft fragende Blicke, weil sein Rad aussieht wie ein Rennrad, dank der breiteren Reifen aber über Stock und Stein fahren kann. Im Salzkammergut hingegen gibt es ausgewiesene Strecken für Gravelbikes. Eine von Doms’ Lieblingstouren führt hinauf zu deftigen Kasnocken auf die Blaa-Alm. Oder er fährt zum spektakulären Ausblick der "Ewigen Wand", wo der Weg in den Fels geschlagen wurde. Leichter fährt es sich am Hallstätter See, an dessen Ufer der Radweg auf Brücken direkt über das Wasser führt. Hartgesottene starten zu einer Etappe der "Salzkammergut Trophy", inklusive der Waldbachstrub-Wasserfälle und ordentlich Höhenmetern. "Das ist das Tolle am Salzkammergut", sagt Doms. "Hier findet jeder die passende Schotterstrecke!"

GPX-Tracks und weitere Infos liefert die Webseite des Salzkammerguts.

Wels
Mittendrin: Die historische Altstadt von Wels ist der Ausgangspunkt für zahlreiche Rennradtouren
© Rennradregion Wels

Mit dem Rennrad rund um Wels

"Ich bin schon in Brasilien, Indien und Russland Rad gefahren, insgesamt fast 90 000 Kilometer", erzählt der Profi Wolfgang Fasching. "Aber Wels ist immer noch einer meiner Lieblingsorte fürs Rennrad." Die Region im Alpenvorland hat für schmale Reifen alles zu bieten: von schnellen, flachen Etappen bis hin zu Routen auf 2000 Höhenmetern. Besonders im Frühjahr, wenn die Kirschblüte das Obsthügelland in fluffiges Weiß taucht, lässt sich die Gegend vom Sattel aus bestens erkunden. Und da auf den Nebenstraßen im Welser Umland herrlich wenig Verkehr herrscht, kann man entspannt in die Landschaft schauen.

Auf Wolfgang Faschings Lieblingsrunde um den Attersee muss man für 150 Kilometer und 900 Höhenmeter anständig Kondition mitbringen. Wer es entspannter mag als der dreifache "Race-Across-America"-Sieger, kann aber auch die knapp 43 Kilometer lange Strecke des Kirschblütenrennens nachfahren, das jedes Jahr die österreichische Rennradelite anlockt – und anschließend in einem der Radhotels in Wels die Beine im Spa-Bereich hochlegen.

Tourentipps, radfreundliche Unterkünfte und weitere Infos auf der Webseite der Stadt Wels.

Kirschbäume, Oberösterreich
Wenn Ende April die Kirschbäume blühen, radelt man bei Wels durch duftig-weiße Traumalleen
© OberösterreichTourismus GmbH/Stefan Mayerhofer

Mit dem Mountainbike Höhenmeter sammeln im Granitland

"Im Granitland fährt man nicht ein Mal rauf und dann wieder runter", beschreibt Mountainbikeprofi Steffi Marth die Region nordwestlich von Linz, "sondern es geht immer wieder bergauf und bergab. Das ist total abwechslungsreich!" Und so sportlich, wie es sonst nur in alpinerem Gelände möglich ist. Mit 17 beschilderten Trails und 27.000 Höhenmetern auf 950 Kilometern ist das Mühlviertler Granitland gar das größte zusammenhängende Mountainbikegebiet Europas – und das nur einen Steinwurf von Linz entfernt.

Für den kurzen Klassiker "Linzer Runde" startet man zum Beispiel direkt im Stadtzentrum und sammelt auf 30 Kilometern 1100 Höhenmeter ein. Eine längere Tagestour führt auf 70 Kilometern rund ums Granitland-Süd. Man durchquert dichte Wälder, passiert weite Wiesen und genießt Panoramablicke ins Donautal oder bis zu den Alpen – und natürlich auf die oberösterreichische Landeshauptstadt. Danach hat man sich einen Schluck von den Bieren der zahlreichen Brauereien im Umland verdient.

Trail-Beschreibungen, Gastronomietipps oder Infos zum alljährlichen Granit-MTB-Marathon gibt es auf der Webseite des Mühlviertler Granitlands.

Mit dem E-Mountainbike an Bergen und Seen entlang

E-Mountainbike
Elektrisierend: Im Salzkammergut strampeln E-Mountainbiker zum nächsten Höhepunkt
© Salzkammergut Trans E-MTB/K. Kerschbaumer

"Die größte Schwierigkeit für Radfahrer im Salzkammergut ist zu entscheiden, an welchem See sie nicht stehen bleiben", sagt Harald Maier, Initiator des Mountainbike Kongress Österreich, und lacht. Ab Sommer 2020 fällt die Entscheidung nicht leichter: Dann eröffnet mit dem BergeSeen E-Trail eine XXL-Tour durch Oberösterreich, Salzburg und die Steiermark fürs E-Mountainbike: 640 Kilometer mit 15.000 Höhenmetern, meist auf Forstwegen und Asphalt.

Egal ob Mond-, Fuschl- oder Wolfgangsee, die zehn Tagesetappen verbinden die schönsten Gewässer des Salzkammerguts. Mit drei bis fünf Bewegungsstunden pro Tag bleibt genug Zeit für Abkühlung im Wasser oder um auf einer der unzähligen Almen einzukehren. Harald Maier mag besonders die Tour am malerischen Gosausee. Und die Tatsache, dass man auf fünf Etappen den Blick auf das Dachsteinmassiv genießt. Viele Ladestationen und radfreundliche Hotels machen die Tour ideal für E-MTB-Einsteiger und Familien.

Alle Infos zur Runde finden Sie hier auf der Webseite des Salzkammerguts.

Mit dem Tourenrad die Donau entlang

Donauradweg
Ausufernd schön: Unterwegs auf dem Donauradweg an der Schlögener Schlinge
© OberösterreichTourismusGmbH/MoritzAblinger

"Dass man auf einem durchgehenden Radweg von Passau bis Wien fahren kann, ist ja schon unschlagbar", sagt Gerhard Ebner, Betreiber des radfreundlichen Campingplatzes Au an der Donau. "Aber dass die Strecke nicht nur an der Donau entlangführt, sondern dass auch noch jede Menge Kultur am Ufer wartet, ist für mich das Schönste am Donauradweg." Auf der ersten Etappe von Passau nach Schlögen etwa stehen Burgen wie Krämpelstein und Vichtenstein und das einzige Trappistenkloster Österreichs, Stift Engelszell (bekannt für seine Liköre, den Käse und das neue Trappistenbier). Und dann ist da noch die schönste Wendung der Donau, die Schlögener Schlinge, für die die Kamera genug Akku haben sollte. Apropos Akku: Viele Verleiher bieten E-Bikes an. Mit seinem recht flachen Profil ist der Donauradweg aber für jedes Rad und Alter gemacht.

Alle Etappen, Details zum Gepäcktransport und Tipps, wo es sich zwischen Nord- und Südufer zu wechseln lohnt, auf der Webseite der Donauregion.


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