Fanjingshan, China

Der Berg Fanjingshan erhebt sich majestätisch aus der Bergkette Wuling und wacht über die Provinz Guizhou. Wegen seiner Höhenlage zwischen 500 und 2.570 Metern beherbergt der Berg diverse Tier- und Pflanzenarten, deren Ursprünge teilweise bis in das Zeitalter des Tertiärs zurückreichen. Zudem sorgt die isolierte Lage für das Überleben endemischer Arten wie der Fanjingshan-Tanne (Abies fanjingshanensis) sowie gefährdeter Arten, beispielweise dem Chinesischen Riesensalamander (Andrias davidianus) und dem Königsfasan (Syrmaticus reevesii).

Aasivissuit - Nipisat, Grönland

Die im Westen Grönlands gelegenen Gebiete Aasivissuit und Nipisat beherbergen Relikte aus 4200 Jahren Menschheitsgeschichte. Denn bereits im 3. Jahrtausend vor Christus jagten die Inuit hier nach Meeeres- und Landtieren, wovon heute noch archäologische Stätten zeugen. Insgesamt umfasst die Kulturlandschaft sieben Orte, von Aasivissuit im Osten bis hin zu Nipisat im Westen, und wird von Archäologen erforscht.

Chaine des Puys, Frankreich

Die Vulkankette Chaine des Puys und die zu ihr gehörende geologische Limagne-Verwerfung bilden zusammen eine neue Welterbestätte in Frankreich. Der Teil des westeuropäischen Grabens bildete sich mit der Entstehung der Alpen vor 35 Millionen Jahren. Seine geologischen Merkmale seien ein "außergewöhnliches Beispiel für das Phänomen des kontinentalen Grabenbruchs, welches eine der fünf Hauptstufen der Plattentektonik darstellt", so die UNESCO.

Haithabu und Danewerk, Deutschland

Die Wikinger-Siedlung Haithabu in Schleswig-Holstein umfasst zahlreiche Relikte einer florierenden Handelsstadt aus dem 1. und frühen 2. Jahrtausend. Die Stätte ist wegen ihrer reichen archäologischen Funde sehr bedeutend für die Erforschung der wirtschaftlichen, sozialen und historischen Entwicklungen in Europa zur Wikinger-Zeit. Haithabu und sein Verteidigungswall Danewerk bilden gemeinsam das größte Bodendenkmal Nordeuropas, ein Museumsdorf erweckt dieses für Besucher wieder zum Leben.

Viktorianisch-gotische und Art-Deco-Gebäude in Mumbai, Indien

Die Europäische Architektur unter indischem Einfluss, die sich während der Kolonialzeit entwickelte, ist heute das Markenzeichen des Art Déco Viertels in Mumbai. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die öffentlichen Gebäude im viktorianisch-gotischen Stil errichtet, zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen um den Platz Oval Maidan die Art-Déco-Gebäude hinzu. Dieser einzigartige Indo-Gotik-Déco-Stil verbreitete sich von hier über den indischen Subkontinent und gehört heute zum UNESCO-Welterbe.

Ivrea, Italien

Von führenden italienischen Stadtplanern in den 1930er bis 1960er Jahren entworfen, spiegelt die italienische Industriestadt Ivrea heute die Ideen des Kommunitarismus wider. Das architektonische Ensemble aus Wohnbauten, einer großen Fabrik und Verwaltungsgebäuden verkörpere die einst "moderne Vision der Beziehung zwischen Fertigungsindustrie und Architektur", so die UNESCO.

Christliche Stätten in der Region Nagasaki, Japan

Zehn Dörfer, ein Schloss und eine Kathedrale umfasst die Welterbestätte im Nordwesten der japanischen Insel Kyushu. Die christlichen Stätten um Nagasaki erzählen noch heute von der Geschichte der christlichen Missionare, die zwischen dem 17. bis 19. Jahrhundert in Japan verfolgt wurden. Die Welterbestätte sei ein "einzigartiges Zeugnis für die besondere kulturelle Tradition der im Verborgenen lebenden Christen der Region Nagasaki", so das UNESCO-Komitee.

Pimachiowin Aki, Kanada

Pimachiowin Aki ("das Land, das Leben schenkt") heißt ein fast 30.000 Quadratkilometer umfassendes Schutzgebiet in Kanada, welches seit mehr als 7000 Jahren zum Stammesgebiet des indigenen Volkes der Anishinaabeg gehört. Das Bewahren der Landschaft sowie das Leben im Einklang mit der Natur sind tief in Glauben und Kultur des Volkes verwurzelt. Das Schutzgebiet sei ein "herausragendes Beispiel für die kulturelle Tradition des so genannten Ji-ganawendamang Gidakiiminaan", so die UNESCO.

Archäologische Stätte Thimlich Ohinga, Kenia

Im Nordosten der kenianischen Stadt Migori befindet sich Thimlich Ohinga, ein großer Komplex aus Trockenstein, der schätzungsweise im 15. Jahrhundert erbaut wurde. Nach heutigem Forschungsstand diente der Ohinga zum Schutz der Bevölkerung und war gleichzeitig  ein religiöses Zentrum. Die Unesco würdigte die archäologische Stätte als "ein herausragendes Beispiel der Tradition des großflächigen Trockensteinbaus der ersten pastoralen Gesellschaften am Viktoriasee".

Nationalpark Chiribiquete, Kolumbien

Mehr als 75.000 Felsmalereien, entstanden zwischen 20.000 v. Chr. bis heute, und riesige Sandsteinplateaus mit Steilwänden ("Tepuys") prägen den Nationalpark Chiribiquete im Nordwesten des kolumbianischen Amazonasgebietes. Wegen dieser einzigartigen Natur- und Kulturerbestätten wurde das größte Naturschutzgebiet Kolumbiens zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Tehuacán-Cuicatlán-Tal, Mexiko

Auch das mexikanische Tehuacán-Cuicatlán-Tal darf sich ab sofort mit dem UNESCO-Welterbe-Titel schmücken. Die überwiegend trockene Zone besitzt die größte Biodiversität Nordamerikas und ist auch kulturhistorisch bedeutsam. Archäologische Überreste von Kanälen, Aquädukten und Staudämmen zeugen von technologischen Entwicklung und der frühen Nutzbarmachung von Kulturpflanzen im Tehuacán-Cuicatlán-Tal.

Göbekli Tepe, Türkei

Die im Südosten Anatoliens gelegene Stätte "Göbekli Tepe", die in der Bergkette von Germus rechteckige und kreisförmige Megalithstrukturen aufweist, wurde vor 12.000 Jahren errichtet. Damit ist das Heiligtum der Steinzeitmenschen in der Türkei doppelt so alt wie Stonehenge. Heute noch geben die Spuren Hinweise auf Rituale dieser frühen Menschen und machten Göbekli Tepe zu einem "Meisterstück menschlichen kreativen Genies".

Naumburger Dom, Deutschland

Während sich die Region Naumburg in der Vergangenheit bereits zwei Mal erfolglos um einen UNESCO-Titel beworben hat, konnte sie nun mit ihrer Kathedrale das UNESCO-Komittee überzeugen. Der zwischen 1213 und 1250 errichtete Naumburger Dom zählt heute zu den bedeutendsten Kathedralbauten des europäischen Hochmittelalters. Herausragend sind die zwölf überlebensgroßen Stifterfiguren in der Kathedrale, die zu den wichtigsten Kunstwerken der deutschen Gotik zählen.

Antike Stadt Qalhat, Oman

Das vom 11. bis zum 15. Jahrhundert bedeutende Handelszentrum Qalhat liegt an der Ostküste des Omans. Heute umfasst die UNESCO-Welterbestätte die von Mauern umgebene antike Ruinen-Stadt sowie Begräbnisstätten, die außerhalb der Mauern liegen. Das antike Qalhat biete "einzigartige archäologische Zeugnisse des Handels zwischen der Ostküste von Arabien, Ostafrika und Indien bis hin zu China und Südostasien", so die UNESCO.

Bikin-Flusstal, Russland

Das russische Bikin-Flusstal ist eine Erweiterung der 2001 ernannten Welterbestätte Zentral-Sichote-Alin, die sich etwa hundert Kilometer weiter südlich befindet. Im Tal des Bikin-Flusses wachsen typische Nadel- und Laubwälder der Region. Zur Fauna zählen bemerkenswerte Säugetierarten wie der Sibirische Tiger, Moschustiere, der Vielfraß oder der Zobel.

Oase Al-Ahsa, Saudi-Arabien

Die größte Oase der Welt mit ihren über 2,5 Millionen Palmen, einem komplexen Bewässerungssystem sowie historischen Bauwerken und archäologischen Stätten befindet sich im Osten der arabischen Halbinsel. Al-Ahsa sei ein "Ausdruck der Entwicklung einer jahrhundertealten Tradition und zeugt von der Besiedlung in der Golfregion seit der Jungsteinzeit", so die UNESCO.

Kalifatsstadt Madīnat az-Zahrā, Spanien

Nahe der andalusischen Stadt Córdoba ließ der Kalif im Jahr 936 den Bau der prächtigen Königsstadt Medina Azahara in Auftrag geben, die nach einigen Jahren des Wohlstandes jedoch auch schon wieder verlassen wurde. Denn nach dem Ende der Maurenherrschaft in Andalusien versank die einstige Kalifenstadt in einen fast tausend Jahre anhaltenden Dornröschenschlaf. Heute eröffnet die archäologische Stätte Einblicke in die Maurenzeit, deren komplett erhaltenes städtisches Ensemble Infrastruktureinrichtungen wie Brücken oder Hydrauliksysteme, Gebäude und Alltagsgegenstände umfasst.

Barberton Makhonjwa-Berge, Südafrika

Die im Nordosten Südafrikas gelegenen Barberton Makhonjwa-Berge stellen die am besten erhaltene Abfolge vulkanischen und sedimentären Gesteins dar, die entstand, als sich vor 3,6 bis 3,25 Milliarden Jahren die ersten Kontinente herausbildeten. In den Bergen finden sich besonders gut erhaltene Spuren von Meteoriteneinschlägen, die kurz nach dem Ende des so genannten Großen Bombardements vor 4,6 bis 3,8 Milliarden Jahren entstanden sind.

Buddhistische Bergklöster in Sansa, Südkorea

Über die südlichen Provinzen der koreanischen Halbinsel verstreut, liegen die sieben abgeschiedenen, buddhistischen Bergklöster aus dem 7. und 9. Jahrhundert, die nun zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden. Die Tempel enthalten eine Vielzahl herausragender Bauten, Objekte, Dokumente und Schreine und sind bis heute als religiöse Zentren erhalten geblieben.

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