Le Cimetière du Père-Lachaise, Paris

Er zählt zu den schönsten Friedhöfen der Welt: Jedes Jahr besuchen ihn knapp zwei Millionen Menschen. Trotz der vielen Besucher ist die Parkanlage äußerst sehenswert - und das nicht nur wegen der vielen Prominenten, die hier ihre letzte Ruhe fanden. Noch immer pilgern Fans aus aller Welt zu den Gräbern des Schriftstellers Oscar Wilde, des Sängers Jim Morrison oder des Komponisten Frédéric Chopin. Auch die Gräber weniger bekannter Persönlichkeiten sind opulent geschmückt und faszinieren Besucher ebenso wie die weitläufigen Alleen und prunkvollen Kapellen.

Cimitero delle Fontanelle, Neapel

Dies ist die wohl gruseligste Ruhestätte Neapels: streng genommen kein Friedhof, sondern eine katakombenähnliche Grotte. Hier ruhen die Neapolitaner, die sich im Mittelalter keine Beerdigung leisten konnten. Zu einem Massengrab entwickelte sich die Fontanelle allerdings erst, als die Pest ihr Unwesen trieb und täglich 1500 Menschen das Leben kostete. Wer das verwinkelte Höhlensystem besucht, findet noch immer massenhaft Skelette und Schädelknochen aus schätzungsweise vier Generationen.

Merry Cemetery of Sapanta, Rumänien

Der „fröhliche Friedhof“ macht seinem Namen alle Ehre. Denn wer den kleinen rumänischen Ort Săpânța besucht, wird von rund 600 farbenfrohen Holzgräbern mit humorvollen Gravierungen empfangen. Die skurrilen Grabsteine schuf Ion Stan Pătraș. Der Künstler wuchs in dem kleinen Dorf im Norden Rumäniens auf und schnitzte schon als Teenager die ersten Holzkreuze für die Friedhöfe im Umkreis. Seine Philosophie: Die Verstorbenen nicht mit langweiligen Gedenksprüchen ehren, sondern mit Humor und bunten Farben hochleben lassen. Seine filigranen Reliefs zeigen die Menschen bei ihren Lieblingsbeschäftigungen.

Ohlsdorfer Friedhof, Hamburg

Mit einer Fläche von 391 Hektar führt er die Liste der größten Parkfriedhöfe der Welt an und bietet den Verstorbenen eine wunderschöne Ruhestätte: Der Ohlsdorfer Friedhof wirkt mit seinem verschlungenen Wegenetz, den gestutzten Hecken und romantischen Teichen nicht so sehr wie ein Ort der Trauer - sondern vielmehr wie ein gigantischer Landschaftsgarten. Wer dem Großstadttrubel Hamburgs entkommen will, findet hier zwischen imposanten Mausoleen, Seemannsgräbern und Kapellen Erholung und Ruhe.

Highgate Cemetery, London

Dieser Ort konnte sich seine Schönheit über Jahrhunderte hinweg bewahren. Seinen Ursprung hat der Friedhof in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sich London schnell zur größten Metropole Europas entwickelte und die kleinen Kirchhöfe nicht mehr genug Platz boten. Wer den Parkfriedhof besucht, sieht noch immer die Schere zwischen der wohlhabenden viktorianischen Gesellschaft und dem einfachen Bürgertum. So werden die Areale der vermögenden Engländer von extravaganten Pavillons und aufwändigen Grabskulpturen geschmückt, während der östliche Teil des Friedhofs meist schlichte Grabsteine trägt. Der Friedhof diente übrigens als Filmkulisse des Gruselklassikers „Dracula“ von 1958.

Necropolis, Glasgow

Über den Dächern Glasgows, auf einem Hügel im Osten der Stadt gelegen, thront die schottische Stadt der Toten. Die sogenannte Seufzerbrücke führt Besucher unmittelbar zu den vergoldeten Pforten der frühgeschichtlichen Ruhestätte. Als Vorbild für den Friedhof galt ursprünglich der Père Lachaise in Paris. Nach kurzer Planungszeit konnte sich jedoch der viktorianische Stil der Briten durchsetzen. Noch heute imponiert die Necropolis mit einer Vielzahl von prachtvollen Pavillons, Tempeln, Obelisken und spektakulären Grabfiguren. Das Zentrum des Friedhofs markiert die rund 17 Meter hohe Säule zu Ehren des Reformators John Knox.

Jüdischer Friedhof, Prag

Auf dem Jüdischen Friedhof inmitten der Prager Altstadt liegen auf nur einem Hektar rund 100.000 Menschen begraben, so die Schätzungen. Viele der Grabmale gehen bis auf das 15. Jahrhundert zurück. Da es im jüdischen Ghetto keine Erweiterungsmöglichkeiten für die Ruhestätte gab, wurden die Grabstätten mehrfach genutzt. Und doch sind die Verstorbenen längst nicht vergessen: Kleine Steinchen schmücken die Grabsteine als Geste der Erinnerung. Neben anderen bekannten Personen wurde hier der Rabbi Löw begraben, der als Schöpfer des Golems gilt, eine Figur der jüdischen Mystik.

Mirogoj-Friedhof, Zagreb

Neben den kilometerlangen Arkadengängen, den prachtvollen Kapellen und zahlreichen Denkmälern gibt es noch eine andere Besonderheit, die den Mirogoj-Friedhof zu einem der sehenswertesten Ruhestätte Europas macht: Auf den rund 72 Hektar großen Grab-Arealen werden in der kroatischen Hauptstadt Zagreb alle Religionen gleichgestellt. Juden ruhen hier unmittelbar neben Orthodoxen, Katholiken oder Moslems. Die weitläufigen Alleen laden zum Spazierengehen ein.

Friedhofsinseln San Cristoforo della Pace und San Michele, Venedig

Ein Friedhof in einer auf Pfählen errichteten, von Kanälen durchzogenen Lagunenstadt - wie soll das gehen? Eine Lösung außerhalb musste her: Im 17. Jahrhundert befahl der französische Kaiser Napoleon Bonaparte, alle Verstorbenen auf der Insel San Cristoforo della Pace bestatten zu lassen. Kaum war die Friedhofsinsel mit hohen Mauern befestigt und mit Zypressen bepflanzt, klagten die Venezianer erneut über Platzmangel. Da half es auch nicht lange, die benachbarte Insel San Michele mit dem Eiland zu verbinden. Noch heute werden daher die Verstorbenen einige Jahre nach der regulären Beisetzung exhumiert, um schließlich in gemauerten Columbarien untergebracht zu werden.

Wiener Zentralfriedhof

Es ist ein Ort des Friedens, der Ruhe und der melancholischen Schönheit: Der Wiener Zentralfriedhof zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und ist mit einer Größe von zweieinhalb Quadratkilometer einer der größten Friedhöfe Europas. Zwischen Fliedersträuchen und alten Buchen liegen hier etwa 330.000 Menschen begraben – darunter Weltgrößen der Musikgeschichte. Besucher können in Form von zweistündigen Führungen oder auf eigene Faust die pompösen Grabstätten von Musikern wie Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Udo Jürgens oder Falco besichtigen. Ebenfalls sehenswert sind die im Jugendstil gehaltene Karl-Borromäus-Kirche in der Mitte des Geländes sowie der Park der Ruhe und Kraft, ein Rückzugsort für Trauernde.

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