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Fischerei Norwegen startet Walfangsaison – und Tierschützer protestieren

Ein norwegischer Walfänger zieht ein gefangenes Tier an Bord des Fischerboots
Ein norwegischer Walfänger zieht ein gefangenes Tier an Bord des Fischerboots
© Michael Tenten/Pro Wildlife /dpa
Ab dem 1. April beginnen norwegische Fischer wieder mit dem Fangen von Walen. International hagelt es heftige Kritik - und auch im Land selbst sind die Walprodukte nicht sonderlich beliebt.

Trotz internationaler Kritik starten die norwegischen Walfänger am 1. April die Fangsaison. Wie in den vergangenen beiden Jahren liegt die Fangquote für 2021 bei 1278 Zwergwalen. Die Zahl der tatsächlich getöteten Tiere lag bislang aber immer weit unter der Quote. Im letzten Jahr hatten die norwegischen Walfänger insgesamt 503 Zwergwale getötet, 2019 waren es 429 gewesen. Nach Angaben des Fischereiministeriums gibt es mehr als 100 000 Zwergwale in norwegischen Gewässern.

Die Tier- und Artenschutzorganisation Pro Wildlife forderte am Donnerstag die Europäische Union auf, den norwegischen Walfang nicht länger hinzunehmen. "Durch seine eigenmächtig gesetzten Fangquoten unterminiert Norwegen den Schutz der Wale", kritisierte Sandra Altherr von Pro Wildlife. Auch die regelmäßigen Appelle des Welt-Artenschutzabkommen Cites, keine Exportgenehmigungen für Walprodukte auszustellen, würden von Oslo stur ignoriert. Für den kommerziellen Walfang gilt seit 1986 ein Moratorium, gegen das Norwegen Einspruch erhoben hatte.

Die Jagd auf die Zwergwale, auch Minkwale genannt, ist eine alte Tradition in Norwegen, die aber nur noch von wenigen Fischern ausgeübt wird. 2020 waren 13 Schiffe an der Jagd beteiligt. "Beim norwegischen Walfang geht es um das Recht, unsere natürlichen Ressourcen auszunutzen", sagte Norwegens Fischereiminister Odd Emil Ingebrigtsen. Das Fangen von Zwergwalen sei eine nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen Norwegens.

Weil die Nachfrage nach dem Fleisch und dem Speck der Säugetiere in Norwegen gering ist, wird der größte Teil nach Japan exportiert. Japan hat aber 2019 selbst den Walfang wieder aufgenommen. Die dritte Fangnation ist Island.

dpa

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