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Russland Blaue Hunde in Dserschinsk entdeckt: Behörden stehen vor Rätsel

Blaue Hunde in Dserschinsk entdeckt
Im russischen Dserschinsk wurden sieben Straßenhunde mit blauem Fell untersucht
© REUTERS/Anastasia Makarycheva
In den Straßen der russischen Stadt Dserschinsk sorgen blaue Straßenhunde für großes Aufsehen. Die auffällig gefärbten Tiere werfen Fragen auf

Ein Chemieunfall? Tierquälerei? Was für die Menschen im russischen Dserschinsk im ersten Moment gewirkt haben muss, als hätten die eigenen Augen ihnen einen Streich gespielt, stellt die Behörden nun vor Rätsel: In der russischen Stadt nahe der Großstadt Nowgorod sorgen seit Tagen mehrere Straßenhunde mit bunt gefärbtem Fell für Aufsehen.

Zunächst tauchten Fotos von leuchtend blauen Hunden in den sozialen Netzwerken auf. Wenig später berichtete außerdem ein lokales Online-Portal am Donnerstag von der Sichtung rosafarbener Hunde und veröffentlichte Fotos von Augenzeugen.

Hunde kamen vermutlich mit Chemieabfällen in Berührung

Insgesamt sieben Tiere ließen sich bislang einfangen. Sie alle wurden für weitere Untersuchungen in örtliche Tierkliniken gebracht. Den Ärzten zufolge gehe es den Hunden, abgesehen von ihrer ungewöhnlichen Fellfärbung, gut. Die Tiere zeigten demnach keine Verhaltensauffälligkeiten und im Fell hätten sich keine lebensgefährlichen Stoffe finden können.

Da verschiedene Augenzeugen die bunten Hunde in der Nähe einer Chemiefabrik gesichtet hatten, liegen Vermutungen nahe, dass die Tiere unabsichtlich mit dort gelagerten Chemieabfällen in Berührung gekommen sein könnten. Wie die Agentur Ria Nowosti unter Berufung auf einen Insolvenzverwalter meldete, könnten die Hunde auf der stillgelegten Plexiglasfabrik in Kupfersulfat gefallen sein. Die Behörden erklärten, das Unternehmen deshalb kontaktiert zu haben.

Sogar ein Abgeordneter der Staatsduma schaltete sich kürzlich in den mysteriösen Fall ein: Es müsse geklärt werden, ob die Substanzen für Menschen gefährlich seien, sagte der Vorsitzende des Umweltausschusses, Wladimir Burmatow, in einem Interview des Radiosenders Goworit Moskwa. Die Staatsanwaltschaft sei bereits einbezogen worden, denn die blauen Streuner könnten ein Hinweis auf ein ernsthaftes Umweltproblem sein, erklärte er. "Wir müssen jetzt sehr genau ermitteln, wo diese armen Kerle herumgeklettert sind."

Ähnliche Fälle 2017 in Indien

Das nun in Russland beobachtete Phänomen blau gefärbter Hunde ist nicht ganz neu. Bereits im Jahr 2017 sorgten im indischen Mumbai bunte Straßenhunde für Aufsehen - auch hier entdeckte man sie in einem Industrieviertel. Indiens große englischsprachige Tageszeitung "Hindustan Times" berichtete damals, die Fellfärbung sei vermutlich durch unbehandelte Industrieabwässer hervorgerufen worden, die in den nahegelegenen Fluss Kasadi geleitet wurden.

mit dpa


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