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Bienensterben Neue Studie: Ein Viertel aller Bienenarten verschwunden

Biene
Global auf dem Rückzug: Bienen
© Andrii Romanov / shutterstock
Das Bienensterben ist offenbar ein weltweites Phänomen: Seit 1990 wurden 25 Prozent aller Bienenarten nicht mehr gesehen. Das ergab eine aktuelle Überblicksstudie

Vom Bienensterben ist viel die Rede. Doch überwiegend sind es einzelne Arten und lokale Vorkommen, deren Überlebenskampf Forscher beobachten. Einen Überblick über das globale Ausmaß des Problems liefert nun erstmals ein Forscherteam um den Biologen Eduardo Zattara von der Universidad Nacional del Comahue/Argentinien. Demnach sind zwischen 2006 und 2015 rund ein Viertel weniger Arten gesehen worden als in den Jahren vor 1990. Die Bienen, so die Autoren, folgen damit einem besorgniserregenden, rückläufigen Trend bei den Insekten insgesamt – oder sind ihm sogar voraus.

Für ihren Überblick nutzten die Forscher die Global Biodiversity Information Facility, eine Datenbank mit Millionen Einträgen aus Museen, Privatsammlungen und Beobachtungen von Laien.

20.000 Bienenarten auf dem Rückzug

Weltweit sind mehr als 20.000 Wildbienenarten bekannt. Dass Belege aus den vergangenen 30 Jahren fehlen, bedeute allerdings nicht, dass die Arten ausgestorben seien, schränkt Zattara ein. „Was wir sagen können, ist, dass es Bienen nicht gerade gut geht“, sagte der Biologe National Geographic. Die Studie zeigt, dass die Bienenpopulationen überall auf der Welt schwinden. Nur für Australien lagen zu wenig Daten vor. Und in der Antarktis leben seit jeher keine Bienen.

Doch es gibt weitere Einschränkungen, auf die die Autoren hinweisen. So seien die besten Daten für Europa und Nordamerika verfügbar. Genau genommen zeigt die Studie also eine Abnahme der Bienen-Arten in den Gebieten, zu denen gute Daten vorliegen.

Bienen sind wichtig für die Nahrungsmittelproduktion

„Ich finde es wichtig, dass die Menschen ein bisschen mehr über wilde Bienen lernen“, sagte Zattara dem Scientist. „Sie sind wirklich hübsch, sie sind niedlich, sie sind wichtig.“ Zum Beispiel für die Nahrungsmittelproduktion: Etwa 85 Prozent der Welternte hängen von der Bestäubung durch Bienen ab. Und wo Wildbienen fehlten, könnten nicht in jedem Fall Honigbienen ihre Aufgabe übernehmen, ergänzt Zattara.

Als größte Bedrohung für Bienen nennt der Biologe den Klimawandel, invasive Arten und den Verlust von Lebensräumen. Änderungen der Landwirtschaftspolitik seien wichtig. Doch Bienen helfen könne jeder, der einen Garten besitzt – indem man bienenfreundliche Pflanzen kultiviert oder den Rasen nur gelegentlich mäht.


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