Walstrandungen So viele wie noch nie: 450 Grindwale stranden an Tasmaniens Küste

Im Westen Tasmaniens starben im flachen Wasser und an den Stränden bislang Hunderte Grindwale. Retter kämpfen nun um das Leben von einigen Dutzenden noch lebenden Tieren
Gestrandete Wahle, Tasmanien

Grindwale liegen am Strand von Macqarie Harbour, Tasmanien

Immer wieder stranden an den Küsten Australiens Wale – und verenden, weil sie aus eigener Kraft nicht das tiefere Wasser erreichen können. Doch was sich in den vergangenen Tagen an der Küste Tasmaniens abspielte, stellt für Downunder einen traurigen Rekord dar. Nach neuesten Zählungen sind auf Sandbänken im Westen der Insel mehr als 450 Grindwale gestrandet. Etwa 380 von ihnen sind schon gestorben. 50 der etwa sechs bis acht Meter langen und bis zu drei Tonnen schweren Tiere konnten bislang gerettet werden.

Anfang der Woche waren die Retter in der unzugänglichen Küstenregion im Westen der Insel noch von 270 Tieren ausgegangen. Vom Helikopter entdeckten Helfer dann am Mittwoch im Bereich der Meerenge zwischen dem offenen Ozean und der Meeresbucht Macquarie Harbour eine weitere Gruppe von 200 festsitzenden Tieren. Die Massenstrandung ist Experten zufolge die größte in der Geschichte Australiens – und eine der größten dokumentierten überhaupt.

Nic Deka vom Tasmania Parks and Wildlife Service sagte dem britischen Guardian zufolge, man  versuche zwar noch, die 30 noch lebenden Tiere zu retten. Doch der Fokus liege nun darauf, die Kadaver zu bergen. Rund 60 Menschen, darunter Freiwillige und Mitarbeiter von örtlichen Fischfarmen, beteiligen sich an der Rettungsaktion unter der Leitung des Meeresschutzprogramms der Regierung.

Ursache für die Strandungen wahrscheinlich natürlich

Der Wildtierbiologe Kris Carlyon erklärte, es gebe keinerlei Hinweise auf eine unnatürliche Ursache der Massenstrandung. Grind- oder Pilotwale sind sehr soziale Tiere, die sich innerhalb der Gruppe und bei der Suche nach Futter an einem Leittier orientieren. Verirrt sich das Leittier in flachen Gewässern, folgt auch die Gruppe. Während der Rettungsaktion konnten Helfer beobachten, wie Tiere, die mit Motorkraft in tieferes Wasser geschleppt worden waren, zur Gruppe auf der Sandbank zurückschwammen. Die bislang geretteten Tier wurden mit Sendern ausgestattet, um sie nach Möglichkeit von einer Rückkehr an den Strand abzuhalten.

Hoffnung macht den Rettern das Wetter: Kälte und Regen, so Carlyon seien günstig für das Überleben der verbliebenen Tiere. Die Rettungsaktion könne noch Tage andauern.

Die Meerenge zum Macquarie Harbour ist mit ihren Untiefen für Strandungen von Meeressäugern berüchtigt. In der Vergangenheit starben hier neben Grindwalen auch Pottwale und Tümmler.