Usutu-Virus Amselsterben: So können Sie der Forschung helfen

Seit 2011 grassiert unter Amseln ein tödliches Virus. Dieses Jahr erwarten Experten einen traurigen Rekord - und bitten die Bevölkerung um Mithilfe
 Usutu-Amsel

Ein am Usutu-Virus erkrankte Amsel

Amseln gehören nicht nur zu den besten Sängern in deutschen Gärten, sondern sind auch unsere häufigsten und markantesten Vögel. Doch seit Jahren häufen sich Berichte über Tiere, die apathisch wirken, bei der Annäherung nicht fliehen, sich torkelnd bewegen, am Kopf zerzaust wirken. Viele von ihnen sind mit dem Usutu-Virus infiziert. Und sterben meist innerhalb weniger Tage.

Seit 2011, als das Virus zum ersten Mal in Deutschland wütete, grassiert die Infektionskrankheit, die von Stechmücken übertragen wird. Damals starben nach Schätzungen 300.000 Amseln, vor allem in der Rheinebene. Nach Berechnungen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) brach der Amselbstand in den 21 betroffenen Landkreisen innerhalb eines Jahres um rund ein Drittel ein. Alarmierte Vogelfreunde berichteten von regelrecht "entvölkerten" Landstrichen.

Nun ruft der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) dazu auf, kranke und tote Vögel zu melden und - wenn möglich – zur Feststellung der Todesursache an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg zu schicken. So wollen die Vogelschützer mehr über die Ausbreitung des Virus erfahren – und welche Auswirkungen die neue Krankheit auf die Amselpopulation hat.

Usutu ist nicht zu stoppen

Neue Totfunde lassen darauf schließen, dass sich das Virus weiter ausgebreitet hat. Mittlerweile ist fast das ganze Bundesgebiet betroffen. Nach neuesten Zahlen von Ende August wurden in diesem Jahr schon 10.000 kranke oder verendete Vögel gemeldet. Dabei sterben besonders viele Tiere dort, wo das Virus bislang nicht vorkam, etwa in Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg.

Ornithologen und Tropenmediziner gehen davon aus, dass sich der Erreger weiter ausbreitet – erwarten aber auch, dass immer mehr Vögel Resistenzen entwickeln und die Infektion überleben. Dass die Amsel in Deutschland ausstirbt, müssen wir also nicht fürchten.

Der Erreger ist zwar verwandt mit dem in Süd- und Südosteuropa schon länger vorkommenden West-Nil-Virus, aber für Menschen ungefährlich. Bislang sind lediglich drei Infektionsfälle bekanntgeworden. Zwei davon bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem.

Entdeckt wurde das Usutu-Virus 1959 in Swaziland im südlichen Afrika – in einer Mücke. Die auf Vögel spezialisierten Blutsauger übertragen den Erreger auf ihren Wirt, und weitere Mücken können sich bei ihrer Blutmahlzeit infizieren. Während die Infektion für die meisten Zugvögel offenbar ungefährlich ist, verläuft sie bei Amseln und weiteren mitteleuropäischen Singvogelarten oft tödlich. Betroffen sind unter unter anderen Arten auch Singdrosseln, Haussperlinge und Meisen.

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