Endlich verstehen Warum fallen schlafende Vögel nicht vom Ast?

Die meisten Vögel verbringen die Nacht auf dünnen Ästen sitzend. Warum fallen sie nicht herunter, wenn sie einschlafen?
Schlafender Wellensittich

Fester Schlaf - sicherer Griff. Wie geht das zusammen?

Wenn das letzte Abendrot verlöscht, ist es, genau wie für uns Menschen, auch für die gefiederten Sänger Zeit, vom Tagesgeschäft auszuruhen. Und zu schlafen. Doch Vögel, die einfach auf dem Boden liegen, wären ein gefundenes Fressen für Katzen, Marder, Iltis und Co. Darum ziehen sich die meisten Vögel in das Geäst von Büschen oder die luftige Höhe der Baumkronen zurück.

So weit, so sinnvoll. Aber wie schaffen es die Tiere, gleichzeitig zu schlafen und auf dünnen Ästen nicht den Halt zu verlieren? Denn während wir Menschen im Schlaf zu willenloser Masse mutieren und uns der Schwerkraft hingeben, müssen Vögel über einen Mechanismus verfügen, der sie gleichzeitig schlafen und die Balance halten lässt. Und tatsächlich:

Je entspannter der Vogel, desto fester der Zugriff

Während sich beim Menschen mit dem Heraufdämmern des Schlafs Muskeln und Sehnen lockern, passiert bei Vögeln genau das Gegenteil. Je entspannter sie sind, desto straffer ziehen sich die Sehnen und Muskeln zusammen, die den Ast umklammern. Noch sicherer wird der Griff dadurch, dass der Vogel in die Hocke geht. Denn das löst einen zusätzlichen Greifreflex aus. Dieser Mechanismus funktioniert so gut, dass die Tiere, wenn sie auffliegen wollen, zunächst mit ein paar Flügelschlägen ihre Füße entlasten müssen, um den Griff zu lockern.

Überdies haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Vögel neben dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr über ein zweites im Bereich des Beckens verfügen. Das meldet bei Gefahr via Kleinhirn: schön gerade sitzen!

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