Marianengraben Forscher entdecken neue Art beim tiefsten Fischzug der Geschichte

Acht Kilometer unter der Meeresoberfläche haben Forscher eine bislang unbekannte Fischart entdeckt – und gefangen
Scheibenbauch im CT-Scan

Im CT-Scan zeigt sich nicht nur das Skelett des neu entdecken Tiefsee-Fischs - sondern auch seine Beute im Magen, ein Krebstier

Als Forscher anfingen, die Tiefsee zu erforschen, hielt man Leben in der ewigen Finsternis für unmöglich. Doch schon bald zeigte sich: Auch ohne Sonnenlicht und trotz des enormen Wasserdrucks können in der Tiefsee Organismen ziemlich gut leben. Bei Licht besehen, wimmelt es in der Tiefsee nur so vor Lebensformen.

Und jedes Jahr kommen neue Arten hinzu. Jetzt haben Forscher von der Universität Washington im Marianengraben, der mit rund elf Kilometern tiefsten Stelle der Erdoberfläche, eine neue Fischart entdeckt – den Marianen-Scheibenbauch Pseudoliparis swirei.

Diese Video-Aufnahmen gelangen den Forschern in einer Tiefe von rund 8000 Metern:

Fische können unterhalb von 8200 Metern Tiefe nicht überleben

Die Forscher beobachteten und fingen einige der Tiere in einer Tiefe von acht Kilometern - damit halten sie den Rekord für den tiefsten Fischzug der Geschichte. Die tiefste Sichtung von Fischen in der Tiefsee gelang japanischen Forschern im Sommer 2017. Sie filmten Scheibenbäuche in einer Rekord-Tiefe von 8178 Metern.

Man sieht den elegant schwimmenden Tieren im Video nicht an, dass hier ein immenser Druck auf ihren Körpern lastet. „Es ist, als stünde ein Elefant auf unserem Daumen“, machen die Forscher die extremen Lebensbedingungen anschaulich.

Möglich macht das Leben in der Tiefsee ein Stoff namens Trimethylaminoxid (TMAO) – er sorgt dafür, dass die Moleküle in den Zellen bei hohem Druck funktionsfähig bleiben. Zumindest bis zu einer Tiefe von rund 8200 Metern. Darunter können nach heutigem Forschungsstand Fische nicht überleben. Wissenschaftler schließen allerdings auch nicht aus, dass andere als die bekannten Überlebenstechniken ein Leben in noch größerer Tiefe möglich machen.

Die farblosen Scheibenbäuche ernähren sich von kleinen Krebstieren – ohne jede Konkurrenz von anderen Räubern. Und sicher vor größeren Fressfeinden.

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