Rundum-Check So machen Sie Ihr Fahrrad fit

Warum sich mit dem Auto durch den Stau quälen? Viele Wege lassen sich einfacher und gesünder mit dem Rad erledigen. Wir geben Tipps, worauf Sie beim Frühjahrscheck für Ihren Drahtesel achten sollten
Fahrrad reparieren

Läuft: Meist reichen ein paar Handgriffe, um das Fahrrad startklar zu machen

In diesem Artikel
Für ganz Eilige
1. Funktionieren die Bremsen?
2. Ist das Licht intakt?
3. Läuft alles rund?
4. Sind die Reifen noch gut?
5. Auf den richtigen Reifendruck achten
6. Passen Kette und Ritzel noch?
7. Stimmen Lenker- und Sattelhöhe?

Radeln liegt im Trend – zu Recht. Denn nicht nur bei Spritztouren ins Grüne kann das Zweirad seine Stärken ausspielen. Auch auf dem Weg zur Arbeit kann es eine attraktive Alternative zum Auto sein. Denn das Radeln ist in der Stadt bei Strecken bis zu fünf Kilometern oft zeitsparender als das Autofahren. Zudem spart es Spritkosten, die lästige Parkplatzsuche entfällt, und wir vermeiden giftige Emissionen. Nicht nur die Umwelt, auch unsere Gesundheit dankt es uns: Denn Radeln stärkt nicht nur das Herz und die Lunge. Wir verbrennen damit auch lästige Fettpölsterchen und stählen unsere Beinmuskeln. Außerdem sorgt es für gute Laune.

Auf den Geschmack gekommen? Dann holen Sie Ihr Rad aus der Garage oder dem Keller. Aber bevor Sie losradeln, sollten Sie es – vor allem nach einer längeren Pause – einem Rundum-Check unterziehen. Bis auf einige technisch knifflige Probleme können Sie alles selbst machen.

Für ganz Eilige

  • Bremseneinstellung kontrollieren
  • Lichtanlage checken
  • Reifen aufpumpen (auf den korrekten Druck achten)
  • Öl auf die Kette – und los!

Für einen richtigen Frühjahrscheck sollten Sie allerdings etwas mehr Zeit investieren. Spannen Sie das Rad dazu in einen Montageständer oder stellen Sie es auf Sattel und Lenker (Vorsicht mit empfindlichen Teilen wie Klingel, Schaltungs- und Bremshebeln!) Achten Sie darauf, dass Schauben, die eventuell herunterfallen, nicht auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

1. Funktionieren die Bremsen?

Für die Verkehrssicherheit sind die Bremsen unerlässlich. Vorgeschrieben sind in Deutschland zwei davon, eine am Hinterrad, eine am Vorderrad. Rücktrittbremsen sind praktisch wartungsfrei - Handbremsen nicht. Prüfen Sie also, ob die Vorderradbremse, eventuell auch die Hinterradbremse einwandfrei funktionieren. Wenn Sie den Griff mühelos bis zum Lenker durchdrücken können, ist das Spiel der Bremse zu groß. Einstellen lässt sich das mit Rändelschrauben am Bremsgriff und am Bremskörper. Eventuell müssen Sie auch den Bremszug nachziehen.

2. Ist das Licht intakt?

Funktionierende Vorder- und Rückleuchte sind Pflicht – klar, denn wer in der Dämmerung oder nachts ohne Licht fährt, riskiert nicht nur seine eigene Gesundheit. Für eine reibungslose Stromversorgung am Rad sorgen heute meist Nabendynamos. Stellen Sie sicher, dass auch die beiden Lampen einwandfrei funktionieren, und dass das Vorderlicht nicht zu hoch eingestellt ist. Der Lichtkegel soll schließlich auf der Straße vor uns landen und nicht auf Augenhöhe des Gegenverkehrs. Denn das kann bei heutigen lichtstarken LED-Scheinwerfern schnell zur Gefahr werden.

3. Läuft alles rund?

Kontrollieren Sie, ob die Felgen rund laufen: Dazu heben Sie erst das Vorder-, dann das Hinterrad an und drehen jeweils den Reifen. Wenn eine größere Acht den runden Lauf stört, muss der Fachmann ran. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl, Erfahrung und einem Nippel- oder Speichenspanner können Sie das allerdings auch selbst machen: Die Speichen ziehen die Felge seitlich jeweils in entgegengesetzte Richtungen. Einen Schlag nach rechts können Sie ausgleichen, indem Sie die Spannung von Speichen erhöhen (Linksdrehung), die in die entgegengesetzte Richtung ziehen. Oder die Spannung von Speichen verringern (Rechtsdrehung), die auf der Seite des Schlags liegen. Zunächst mit halben Umdrehungen ausprobieren! Tasten Sie sich langsam an die richtige Justierung heran, damit aus der „Acht“ nicht eine „Neun“ oder „Zehn“ wird.

4. Sind die Reifen noch gut?

Drehen Sie Vorder- und Hinterrad und kontrollieren Sie, ob die Reifen noch genug Profil aufweisen und entfernen Sie größere Splitter, Steine etc. Risse an der Flanke sind nicht schlimm. Ist mal ein Reifen „durch“, sollten Sie ihn durch einen Reifen mit speziellem Pannenschutz ersetzen - damit erübrigt sich ein für allemal das lästige Flicken. Achten Sie beim Kauf auf den richtigen Durchmesser und die richtige Breite. Die Angaben sind international genormt und stehen auf der Flanke jedes Reifens.

5. Auf den richtigen Reifendruck achten

Genau wie ein Autoreifen ist jeder Fahrradreifen für einen genau definierten Luftdruck konstruiert. Der Mindest- und der Maximaldruck ist auf der Flanke des Reifens vermerkt. Achten Sie auch während der Saison immer auf den richtigen Druck, am besten alle zwei Wochen. Das schont das Material und kommt dem leichten Lauf zugute. Ideal für diesen Zweck sind Fußpumpen mit Druckanzeige.

6. Passen Kette und Ritzel noch?

Das zentrale Antriebssystem des Fahrrades bilden Kette, Kettenblatt (am Tretlager) und Ritzel (an der Hinterradnabe). Hier kommt es auch zu dem heftigsten Verschleiß. Darum sollten alle paar Jahre – je nach Fahrleistung – Kette und Ritzel zusammen ausgetauscht werden. Um die Kette zu erneuern, brauchen Sie einen Nietendrücker und etwas Geduld. Das Austauschen des hinteren Ritzels oder (bei einer Kettenschaltung) der Kassette überlassen Sie besser dem Fachmann.

Wenn beides noch passt, reicht es, die Kette durch einen Baumwolllappen gleiten zu lassen und anschließend zu ölen.

7. Stimmen Lenker- und Sattelhöhe?

Normalerweise muss man an der Einstellung von Sattel und Lenker nichts ändern. Wenn die Höhe und Neigung doch einmal verstellt wurden oder genauer angepasst werden sollen: Sie sollten beim entspannten, gerade Sitzen auf dem Rad mit der Hacke die Pedale bequem erreichen können. Und der Oberkörper sollte beim Radeln nicht zu weit nach vorne gelehnt sein.

Foto: rh2010/Fotolia
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