"Menschen in aller Welt getötet" Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger will Ölfirmen verklagen

Der Terminator hat einen neuen Gegner: die mächtige Ölindustrie. Ihre Firmen töten wissentlich Menschen in aller Welt, sagt der Ex-Gouverneur von Kalifornien. Dafür will er sie nun vor Gericht zerren
Arnold Schwarzenegger

Wirbt dafür, dass Städte und Regionalregierungen beim Klimaschutz vorangehen: Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger, hier auf der Bonner Klimakonferenz 2017

In diesem Artikel
"Ölindustrie tötet Menschen"
Warnhinweise für Erdöl-Produkte
US-Städte klagen schon

In seinem ersten Leben als Schauspieler war Arnold Schwarzenegger es gewohnt, es mit übermächtigen Gegnern aufzunehmen. Und auch als Ex-Gouverneur von Kalifornien sucht Schwarzenegger noch die Herausforderung. Jetzt hat er der mächtigen Öl-Industrie den Kampf angesagt.

Auf einer Konferenz in Texas verriet der 70-Jährige, dass er plane, Ölfirmen zu verklagen. Weil sie, so Schwarzenegger, jahrzehntelang die Risiken der Verbrennung von fossilen Energieträgern verschwiegen haben. Damit hätten sie wissentlich Menschen in aller Welt getötet.

"Ölindustrie tötet Menschen"

„Das ist nicht anders als beim Rauchen“, sagte Schwarzenegger, siebenfacher Mister Olympia und von 2003 bis 2011 Gouverneur des Bundesstaates Kalifornien. „Die Tabakindustrie wusste jahre- und jahrzehntelang, dass Rauchen Menschen tötet, dass es Krebs verursacht, aber sie verbargen dieses Faktum vor den Menschen und leugneten es.“ Doch schließlich seien sie von einem Gericht dazu verurteilt worden, dafür Hunderte Millionen Dollar zu zahlen.

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Auch die Öl-Industrie, so Schwarzenegger weiter, wusste aus eigenen Studien, dass das Verbrennen fossiler Rohstoffe den Klimawandel anheizt. Dass es für Menschen riskant sei, dass es Menschen töte.

Der frühere Schauspieler, Politiker und Umweltaktivist ist nach eigenem Bekunden mit verschiedenen Anwaltskanzleien im Gespräch und bereitet eine öffentlichkeitswirksame Kampagne zum Thema vor.

Warnhinweise für Erdöl-Produkte

„Wir werden ihnen auf den Fersen bleiben“, sagte er. Für ihn sei es absolut unverantwortlich, zu wissen, dass ein Produkt Menschen tötet, es aber nicht mit einem Warnhinweis zu versehen, wie bei Tabak üblich. „Jede Tankstelle, jedes Auto, jedes Produkt, das fossile Rohstoffe enthält, sollte einen Warnhinweis tragen“, sagte Schwarzenegger.

Solche Hinweise würden zumindest die Aufmerksamkeit auf das Thema lenken – und dazu ermutigen, an alternativen Brennstoffen zu forschen und saubere Autos zu entwickeln.

Der "Governator" bleibt damit seiner Linie treu. Schon als Gouverneur des Bundesstaates Kalifornien hatte Schwarzenegger sich für die erneuerbaren Energien eingesetzt und die kalifornischen Energieanbieter dazu verpflichtet, bis 2020 den angebotenen Strom zu mindestens einem Drittel aus regenerativen Quellen zu beziehen. Damit das Beispiel Kalifornien Schule macht, gründete er im Jahr 2010 die R20 Regions of Climate Action, eine Klimaschutzinitiative, die sich aus engagierten Regionalregierungen zusammensetzt.

US-Städte klagen schon

Den US-Präsidenten Donald Trump hatte der Republikaner Schwarzenegger mit scharfen Worten für die Ankündigung verurteilt, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen.

Mit seinem Vorstoß ist "Arnie" nicht allein. So klagt derzeit auch die Stadt New York gegen fünf der größten Ölkonzerne. Sie fordert Milliarden zurück, die sie für die Anpassung an den Klimawandel, besonders den steigenden Meeresspiegel, ausgeben musste. Ähnliche Klagen wurden von den Städten San Francisco, Oakland und Santa Cruz eingereicht.

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