Die UNESCO hat vor wenigen Tagen in Paris ein von "GEO schützt den Regenwald e.V." mitinitiiertes Biosphärenreservat im Südwesten Äthiopiens bewilligt: Das landesweit erste Schutzgebiet dieser Art ist dem Erhalt der Heimat des Kaffees gewidmet.
Gut zehn Jahre ist es her, als Reiner Klingholz, der damalige Vereinsleiter und Chef des GEO-Wissenschaftsresorts, begeistert von einer Recherche aus Kaffa zurückkehrte. In den letzten Bergregenwäldern Äthiopiens sind die Urformen von Coffea arabica beheimatet, in mehr als 5000 verschiedenen Varietäten: eine unermessliche genetische Ressource – und eine exquisite Kaffeerarität. Klingholz erkannte die Chance, dass eine Vermarktung des wilden Kaffees zu einer Einkommensquelle lokaler Bauern werden könnte, und damit zu einem Anreiz, den Wald zu erhalten. Denn die bewaldeten Flächen Äthiopiens sind in nur wenigen Jahrzehnten von 40 auf heute 2,7 Prozent geschrumpft.
Inzwischen ist der bio- und fairtrade-zertifizierte Wildkaffee im Handel (www.originalfood.de) und die wichtigste Einkommensquelle für 50 000 Menschen in der Kaffa-Region. Die Abholzung in dem Gebiet konnte gestoppt werden, auch dank einer Kombination mit weiteren Maßnahmen wie modernem Waldmanagement und Familienplanung.
Durch das Biosphärenreservat soll sich zukünftig der Kreis der Nutznießer auf 200 000 Menschen erhöhen; intakte Waldgebiete sollen geschützt, andere wieder aufgeforstet werden. Auch eine Infrastruktur für Ökotourismus ist geplant. Projektpartner sind dabei die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, NABU, GTZ und Original Food.