Trümmelbachfälle

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Trümmelbachfälle

Trümmelbachfälle: 5 Sterne bei 1 Bewertung

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  • Trümmelbachfälle: Bewertet mit 5 Sternen
    p4t4r 25.01.10

    Gletscherwasserfälle in einer höhlenartigen Schlucht

    Das klassische Bild eines Wasserfalles ist im Lauterbrunnental nahezu allgegenwärtig. Allüberall stürzen Bäche von steilen Felsflanken und zerstäuben auf ihrem Weg nach unten. Silberne Schleier wehen über graue Wände und vermitteln friedliche, harmonische Eindrücke von sanften Landschaftsbildern.
    Doch es gibt auch andere, einzigartige, spektakuläre Fälle, die einen permanenten Zweikampf mit dem Fels veranstalten und dabei immer wieder beeindruckende Schauspiele bieten. Prominentestes Beispiel in Europa ist dafür der Trümmelbach. Er stürzt sich durch eine Steilklamm von atemberaubender Schönheit und bildet dabei zehn Wasserfälle, die durch ihre Wasserwucht, ihren Figurenreichtum, ihre Lautgebung, ihre enge Klamm und ihre Beispiellosigkeit, sowie durch ihre Erschließung zu einem touristischen Höhepunkt der Schweiz geworden sind.
    Entstanden sind diese Fälle durch die Kraft der eiszeitlichen Gletscherwasser. In jahrtausendelanger Erosionsarbeit wurde an dieser Stelle eine Gletschermühle aus dem harten Kalkgestein herausgefräst, durch die das Wasser am Grunde des Gletschers in die Tiefe stürzte. Das erklärt den teilweise schrauben- oder treppenhausartigen Verlauf dieser engen Schlucht. Auch heute noch erodiert der Bach das Gestein und transportiert jährlich rund zwanzigtausend Tonnen Geschiebe bis in die Tiefen des Brienzer Sees.
    Mit einem Aufzug, der seit 1913 den Zugang ermöglicht, erreicht man den oberen Teil der Schlucht, von wo aus man zum obersten Fall, der, scheinbar aus einer Höhle kommend, in ein düsteres Fallbecken donnert, steigen kann. Besonders spektakulär ist dessen Schauspiel an Hochsommernachmittagen, wenn bis zu zwanzig Kubikmeter Schmelzwasser pro Sekunde aus den Gletschern des Jungfraujochs durch die Klamm stürzen.
    Dann erfüllt ein Tosen die Luft, das eine akustische Verständigung unmöglich macht. Hier kann der Betrachter seine Eindrücke nur verinnerlichen. Er ist hier zwar geduldet, jedoch nur als staunende Randfigur. Ab und zu, wenn die Felswände zu eng zusammenrücken, führt der Weg ans Tageslicht zu Stellen, von wo aus man schöne Ausblicke auf das Lauterbrunnental und Einblicke in den weiteren Schluchtverlauf genießen kann. Dann wieder verschluckt das wilde Halbdunkel den Besucher, der, angesichts der Schönheit dieses Naturwunders, aus dem Staunen nicht herauskommt. Immer wieder vermag der Bach, mit seinen Wasserfällen, die Blicke zu fesseln und die Münder zu öffnen. Hier möchte man schreien, doch niemand wird es hören. Die Urgewalt der Natur ist stärker als des Menschen Stimme. Es ist als würde sich ein Gigant erheben oder ein Ungeheuer entfesselt. Machtlos und ehrfürchtig steht man davor, absolut unfähig, dessen Kraft und Schönheit Paroli zu bieten. Der Respekt vor der Kraft und dem Zusammenwirken der Elemente, die Ehrfurcht vor der Gewalt der tosenden Wasser und die Schönheit der aquarianischen Lichtspiele lassen den Betrachter eintauchen in die Vorstellungswelt des Werdens alpiner Naturwunder. Der Schöpfungsprozess ist noch längst nicht abgeschlossen; die Natur überdauert ganze Epochen und Zeitalter, teilweise unbeeindruckt und unwiederbringlich; doch ewig tosen die Wasser und formen das Land.
    Vielleicht wird man nach einem Besuch der Trümmelbachfälle nicht mehr derselbe Mensch sein. Vielleicht wird man danach ein respektvolleres Verhältnis zur Natur und zur Umwelt haben, von der wir selbst doch ein Teil sind und die Teil von uns ist. Besuchen Sie die Trümmelbachfälle!

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Trümmelbachfälle 5.00 1

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