Sri Lanka-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Von Ebenen umrahmtes Bergland Ceylon liegt südöstlich der Südspitze des indischen Subkontinents im Indischen Ozean und ist vom Festland durch die nur höchstens 15m tiefe Palkstraße und den Golf von Mannar getrennt. Dazwischen liegt die Adamsbrücke, eine 86 km lange Kette von Inseln, Korallenriffen und Sandbänken, die dem flachen Schelfsockel zwischen Indien und Ceylon aufgesetzt sind. Die Hauptinsel mit einem birnenähnlichen Umriss misst in Nord-Süd-Erstreckung etwa 440km, in Ost-West-Richtung an der breitesten Stelle ungefähr 220Kilometer.
Die Küsten der Hauptinsel werden im Westen, Norden und Osten von Nehrungen, Lagunen und Strandseen gesäumt; im Süden ist eine Riaküste mit weit ins Land reichenden schlauchförmigen Buchten, im Nordosten eine Kliffküste ausgebildet.
Der südliche Teil Ceylons wird im Innern von einem durch Rumpfflächen gegliederten Gebirge eingenommen, das im Pidurutalagala mit 2524mü.M. seine größte Höhe erreicht. Das zentrale Bergland, dem an den Rändern mehrere Inselberge vorgelagert sind, wird allseits von Küstenebenen und Tiefländern umgeben, die im Norden, Nordosten und Nordwesten ausgedehnt, im Südosten und Osten sowie besonders im Westen und Süden dagegen auf einen schmalen, oft nur 20km breiten Küstenstreifen beschränkt sind.
Nahezu die gesamte Insel ist aus örtlich über 2 Mrd. Jahre alten Grundgebirgsgesteinen aufgebaut. Lediglich der äußerste Nordwesten und Norden ist von tertiären Kalksteinen bedeckt und teilweise verkarstet. Alle größeren Flüsse entspringen im zentralen Hochland; der längste ist der Mahaweli mit 332 Kilometern.
Bedrohte Flora und Fauna Der immergrüne tropische Regenwald, der einst weite Teile des Südens und Südwestens bedeckt hat, wie auch die Berg- und Nebelwälder der Feuchtzone sind größtenteils der Landnutzung, u.a. der Landwirtschaft, zum Opfer gefallen. Der letzte ursprüngliche Regenwald des Landes ist das Waldgebiet von Sinharaja im Bergland von Sabaragamuwa im Südwesten der Insel. Die teilweise Laub abwerfenden Monsunwälder sowie die schütteren Trockenwälder und die Dornbuschsavannen der Trockengebiete im Südosten und Nordwesten stellen keine ursprüngliche Vegetation mehr dar.
Der einst artenreiche Wildtierbestand Sri Lankas ist stark bedroht. Er umfasst neben Leoparden, Zibetkatzen, Axis-, Muntjak- und Sambarhirschen sowie zahlreichen Affenarten eine Elefantenpopulation von nur noch knapp 3000 Tieren – sie gelten als heilig und stehen unter strengem Schutz. Mit rund 400 Arten ist die Vogelwelt sehr mannigfaltig. Zu den zahlreichen Reptilienarten zählen das bis zu 5 m lange Sumpfkrododil, die Leierkopfagame, die ausschließlich in den Bergwälder Ceylons vorkommt, sowie mehrere Dutzend Schlangenarten, darunter auch einige Giftschlangen.