Von Bären, Elchen und einem Wohnmobil

Reisebericht

Von Bären, Elchen und einem Wohnmobil

Reisebericht: Von Bären, Elchen und einem Wohnmobil

Drei Wochen lang sind wir mit dem Wohnmobil durch Ontario und Michigan gefahren. Die üppige Natur und die Herzlichkeit der Menschen haben uns bezaubert.

Von Toronto nach Niagara

Maid of the Mist

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"Um HImmels Willen, der ist ja riesig", denken wir uns, als wir das Wohnmobil in der Verleihstation in Toronto abholen. Weil wir vor einiger Zeit schon mal ein Motorhome durch Kanada gelenkt haben (war das nicht kleiner?), bekommen wir auch gar nicht so viel erklärt. Na gut! Irgendwie wird es schon gehen. Am Stadtverkehr von Toronto vorbei, lenken wir unserern Wilhelm - so soll die Karre nun für drei Wochen heißen - in Richtung Süden.Die Niagara Fälle sind das erste Ziel unserer Reise durch Ontario und Michigan. Dort erwarten uns zwei Freunde aus New York: Bob und Lois haben wir im vergangenen Jahr bei einer Tour durch Nova Scotia  kennen gelernt. Und dabei sagt man den Amerikanern doch nach, solche Treffen enden selten in einer Freundschaft. Nicht so bei diesen beiden. Per E-Mail und Brief haben wir Kontakt gehalten. Bob und Lois haben uns auf den Jahrmarktrummel auf der kanadischen Seite der Fälle gut vorbereitet. Bude drängt sich hier an Bude, Attraktion an Attraktion. Nur wenige versprechen wirkliche Erlebnisse.  Die Fälle sollte man aber auf jeden Fall gesehen haben. Zuerst geht es also an die Abbruchkante. Tosend stürzen die Wassermassen in die Tiere. Die Gischt spritzt meterhoch in den blauen Himmel. Unten kämpft sich die berühmte Maid of the Mist durch die Fluten. Da wollen wir auf jeden Fall auch noch hin. Aber vorläufig ist erst einmal die Reise hinter die Fälle angesagt. Mit einem Aufzug geht es hinein in den Felsen. Unten angekommen, werden wir erst einmal fotografiert und dann in ein gelbes müllsackähnliches Regencape gepackt.  An zwei Stellen steht man hinter der sprudelnden Gischt. Von einer großen Terrasse aus dann ein Richtungswechsel: Die Fälle von unten. Kameras werden über unsere Köpfe gehoben, feine Wassertropfen legen sich auf das Gesicht. Die nahe Zivilisation zwar im Rücken wähnt man sich hier mitten in unberührter Natur. Denn auf der amerikanischen Seite drüben, stehen nur wenige Gebäude. Viele Fotos später machen wir uns zu viert wieder an den Aufstieg. Wir wollen uns mit dem Schiff, der Maid of the Mist, den Fluten noch ein Stückchen nähern. Eine freundliche Servicekraft heißt uns am Kai willkommen und reicht uns wiederum ein Regencape. Dieses Mal in Blau. Und dann geht es los. An der Reling stehen hunderte von Touristen und starren gebannt den Fällen entgegen. Unterhalb der Fälle spritzt die Gischt bestimmt mehr als hundert Meter hoch. Unsere Kameras haben wir daher in der Tasche gelassen. Das Gefühl so nah an das stetig herabstürzende Wasser zu kommen,  kann sie ohnhin nicht festhalten. Viel zu schnell dreht das Boot wieder ab. Wieder an Land spüren wir noch das Vibrieren des Motors in den Knien. Einen Tag später ist es schon wieder Zeit, von Bob und Lois Abschied zu nehmen. Doch das nächste Treffen ist schon vereinbart. In einem Jahr werden wir die beiden in New York besuchen und uns dann auf den Weg nach Neuengland machen.  



Surfen auf dem Lake Michigan

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Surfen auf dem Lake Michigan

Entlang des Lake Erie rollen wir dann über die amerikanische Grneze dem Lake Michigan entgegen. Letzterer wird in seiner unglaublichen Schönheit von den Touristen aus Europa leider nur wenig gewürdigt. Wir lassen Chicago links liegen und beginnen unsere Tour nach Norden in dem kleinen Städtchen Holland.

Schon auf der Fahrt dorthin erhalten wir einen Eindruck von der Landschaft. Es gibt an diesem riesigen, meerartigen See unglaublich viele Leuchttürme. Einen Teil davon werden wir im Verlauf unserer Reise noch näher unter die Lupe nehmen. 

Die Natur ist uns aber zunächst einmal wichtiger als das Großstadtleben in Chicago. Einen geplanten Abstecher dorthin, lassen wir ausfallen. Mit nur drei Wochen Zeit und einer Fülle an Angeboten müssen wir uns häufiger entscheiden. Die Großen Seen entschädigen uns ohnhin für jedes nicht gesehene Haus oder Museum. Jeder für sich könnte ein Ozean sein. Man sieht am Horizont nichts als Wasser. Die Strände sind kilometerlang und der Sand ist rein weiß. Auch die Amerikaner lassen sich davon in die Irre leiten und veruchen auf dem spiegleglatten Wasser zu surfen. Es geht. Aber nicht weit. Daher stehen sie dann auf dem Brett und paddeln kräftig.

Unsere Fahrt hat uns bis dato durch viel scheinbar bekannte Orte geführt. Darunter auch London, Frankfurt und Woodstock. In Holland am Lake Michigan bleiben wir einige Tage lang. Wie im größeren Namensgeberland gibt hier eine Holzschuhfabrik, jede Menge Tulpen und auch Windmühlen. Ohne Zweifel etwas abgedreht. Das schönste ist aber wohl der riesige Sandstrand. Tolle Dünen, Seevögel und Platz. Jede Menge Platz. Dann noch der knallrote Leuchtturm. Wir wollen gar nicht mehr gehen. Trotzdem brechen wir nach drei Tagen schließlich auf. 

Weiter im Norden liegt der Sleeping Bear Dunes Nationalpark. Der Reisende findet hier gewaltige Sanddünen, die glücklicherweise gut vor der zerstörunbg geschützt werden. Nur auf einen dieser riesigen Sandhaufen darf man klettern. Das ist extrem anstrengend. Nach zwanzig Minuten erreichen wir verschwitzt, aber glücklich den Gipfel. Und: Wir werden belohnt. Der Blick ist gigantisch. Zun unseren Füßen liegt der Lake Michigan in seiner ganzen, türkisfarbenen Pracht. Neben und hinter uns türmt sich Düne an Düne. Nicht zehn, nein hundert Meter hoch. Die Plagerei hat sich also gelohnt.

Am Nachmittag erklettern wir dann unseren ersten Leuchtturm. Eine Stunde lang wandern auf einem weißen Sandstrand in Richtung Norden. Wo bleibt er nur? Und dann, endlich! Ein blau-weiß geringerlter Turm schält sich aus dem Horizont. Wir machen uns an den Aufstieg und werden oben freundlich begrüßt. Ein Fotos für das Album, viele vom Seeufer. So ist das gut. Am Abend sitzen wir am Feuer  und lassen die Erlebnisse Revue passieren. Ab und zu schaut ein Waschbär bei uns vorbei. Grillen zirpen. Ein Nachbar ruft uns ein fröhliches "Hallo" zu. Die Ruhe und der Frieden sind perfekt. 



Am Strand von Holland - Lake Michigan USA



Auf Tour im Algonquin Parc

Zurück in Ontario, nähern wir uns entlang der Georgian Bay langsam dem dem Algonquin-Nationalpark. Eine der Wander-Touren, der Wildlife-Trail,  geht über elf Kilometer und dauert etwa sechs Stunde. Auf dem beschwerlichen Weg lernen wir eine Menge vierbeiniger Kanadier kenne. Wilde Schildkröten sonnen sich auf warmen Steinen, Biberbauten versperren uns den Weg, Schlangen ringeln sich über den Boden und eine Menge Frösche quaken im Dickicht. Einem Bär begegnen wir an diesem Tag glücklicherweise nicht. Es bleibt bei Tatzenabdrücken im Matsch. Dafür begrüßt uns eine Elchkuh. Man muss schon arg aufpassen wenn man in der Natur ist. Aber die Tiere legen es auch nicht gerade darauf an auf Menschen zu treffen. Wer sich an die Spielregeln hält, braucht keine Angst haben. 

Schön ist nicht nur in Algonquin, dass man schnell ins Gespräch kommt. Die Leute sind neugierig, weil unser Wohmo auf Alberta zugelassen ist. Wenn wir dann erklären, dass wir von noch viel weiter weg sind, ist das Interesse geweckt. Das bringt uns  Einladungen zu einem Bierchen ans Lagerfeuer oder in Johns Cottage.



Toronto wunderbar

Immer noch erfüllt von den Eindrücken aus der Natur, stürzen wir uns am Ende unserer Reise in das Stadtleben von Toronto. Nicht ganz so einfach, sich wieder mit den vielen Autos und Menschen zu arrangiern. Aber wir haben uns das in den Kopf gesetzt. China Town, der 300 Meter hohe CN- Tower mit seinen Glasaufzügen und dem Glasboden, das alles überzeugt uns dann auch: Wir sind in einer der schönsten Städte der Welt gelandet. Der Mix aus Menschen verschiedener Nationen ist wuderbar. Chinesen, Inder, Ungarn... und eigentlich alle Kanadier. Und mittendrin wir.


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Kommentare

  • PioAdam

    Sehr schöner Reisebericht, danke dafür!

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Von Bären, Elchen und einem Wohnmobil 4.33 9

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