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Reisebericht: Abenteuer Schneeräumung auf der Großglockner Hochalpenstraße
Eine der wohl imposantesten Panoramastraßen Europas muss Jahr für Jahr im April von Meter hohem Schnee geräumt werden, bevor Anfang Mai der Ausflugsverkehr zwischen Salzburg und Kärnten wieder fließen kann. Was für Arbeit und Menschen dahinter stehen schildert dieser Beitrag mit historischem Rückblick und Beobachtung der Schneeräumung 2013
Mit der Schaufel in der Hand
Die Saurer-Dieselmotoren dröhnen. Während sich die Rotationsschneepflüge„System Wallack“ durch meterhohen Schnee fräsen, schleudern die Wurfräder den Schnee bis 50 Meter weit und 25 Meter hoch in hochalpine Landschaft. 48 Straßenkilometer sind alljährlich im April zu räumen und für den Ausflugsverkehr ab Anfang Mai frei zu machen.
In den ersten beiden Jahren nach der Eröffnung der Großglockner Hochalpenstraße zwischen Salzburg und Kärnten in Österreich, 1936 und 1937, schaufelten 350 Männer in durchschnittlich 70 Tagen 250 000 Kubikmeter Schnee, um die Straße zumindest einspurig freizulegen. Manchmal schien der Kampf gegen die meterhohen Schneewände (acht bis zehn Meter waren und sind immer noch durchaus üblich) aussichtslos. Schwielen an den Händen, Schneeblindheit oder starke Sonnenbrände setzten den Männern zu. Manchmal wurde die Räumarbeit noch verschärft durch starke Winde und unglaubliche Schneeverfrachtungen - 30 Meter hohe Schneeverwehungen machten die Anstrengungen von Tagen, ja manchmal von Wochen wieder zunichte.
Dipl.-Ing. Franz Wallack, der legendäre Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße, erkannte schon frühzeitig die Chancen einer mechanisierten Schneeräumung. Er konstruierte den „Rotationspflug - System Wallack“, eine Kombination aus Schneefräse und Pflug, der erstmals 1953 die harte Bewährungsprobe bestand. Seit 1953 räumen jedes Jahr im April diese Rotationspflüge - System Wallack - und zwölf Arbeiter in zirka 14 bis 21 Tagen die 600 000 bis 800 000 Kubikmeter Schnee von Straße und Parkflächen.
Diese gewaltigen Maschinen, die je drei Dieselmotoren aufweisen, schleudern jeweils 9 000 Kubikmeter Schnee pro Stunde weg. Dabei fräsen sich die "Ander", "Oskar" oder der "Eisbändiger", wie sie genannt werden, Schicht um Schicht von der Schneeoberfläche bis zur Fahrbahndecke hinunter, mit einem Kilometer pro Stunde und einer Fräshöhe von 1,2 Meter. Mitunter braucht es dann bis zu zehn Fahrten pro Abschnitt, um den Schnee zu beseitigen. Ortskundige Helfer signalisieren den Rotationspflug-Fahrern den anfangs ja nicht sichtbaren Fahrbahnverlauf.
Seit Mitte der 1990er Jahre übernehmen Pistenraupen das Abtragen der lockeren oberen Schneeschicht, die bis dahin immer noch händisch abgetragen werden musste.
Mit 800 000 Kubikmeter Schnee, was einem Eisenbahnlastzug von 250 km Länge entspräche, hält das Frühjahr 1975 den Rekord. In diesem Jahr gab es "Schneeschluchten" von 21 Metern (Niveau Schneedecke-Obergrenze zu Straßenbelag).
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