Carnevale in Venedig - Impressionen

Reisebericht

Carnevale in Venedig - Impressionen

Reisebericht: Carnevale in Venedig - Impressionen

Venedig ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert - zum Karneval, trotz Menschenmassen, wunderschön und immer wieder anders. 2 Jahre hintereinander ein paar Tage während des Karnevals in der Lagunenstadt verbracht und beide Male andere Eindrücke mit nach Hause genommen.

Carnevale 2011

Es gibt sie, die Tage, an denen Venedig immer noch wie ein Postkartenmotiv aus vergangenen Zeiten anmutet! Ein paar Meter weiter sind wir schon mittendrin in der sich schiebenden und drückenden Masse an Besuchern. Rund um den Markusplatz bis zur Rialtobrücke begegnen uns denn auch wenige Masken und wenn, dann nur Besucher, die sich eine Gretelperücke oder Ähnliches übergestülpt haben - peinlich und völlig fehl am Platz! Trotzdem versuchen wir unser Glück am Markusplatz, genauer gesagt im Cafe Florian. Es hat sich gelohnt, - ein schöneres und passenderes Ambiente für die edlen historischen Masken kann ich mir momentan nicht vorstellen (wenn man nicht zu einem der traditionellen Bälle in einem der märchenhaft schönen Palazzi eingeladen ist). Wir ergattern sogar einen Sitzplatz - es werden immer nur einige Leute reingelassen - dadurch ist es nie berstend voll und wir können uns ganz dem Genuß des Beobachtens hingeben! Selbst die Preise im Florian sind moderat, wenn man bedenkt, was dafür geboten wird - die Kellner sind gleichbleibend freundlich und die Qualität des Angebotenen entspricht einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Andernorts erhalten wir weniger um das gleiche Geld - der Venedig-Besucher wird mitunter ordentlich abgezockt.
Der Faschingssamstag ist sicherlich ein erster Höhepunkt, hinsichtlich des Besucheransturms auf die Serenissima, erreicht. Meiden Sie die neuralgischen Punkte der Stadt - es macht keinen Spaß!



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Carnevale 2012

...über den Tod hinaus..."

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Deswegen haben wir uns dieses Jahr für ein Inselhopping entschieden. Wir suchen Torcello, Burano sowie Murano auf. Für eine Stippvisite auf der Friedhofsinsel San Michele reicht die Zeit ebenfalls - der alte Teil verströmt morbiden Charme, der seinesgleichen sucht.
In Torcello scheint die Zeit stehen geblieben zu sein - nur vereinzelte Besucher finden sich auf dem Inselchen ein. Das Nobelrestaurant Cipriani.hat seine Pforten geschlossen. Wenn Sie sich vom Karnevalstreiben in Venedig erholen wollen, ist diese Insel das Richtige - gemütlicher und beschaulicher geht es am Faschingswochenende in Venedig nirgends zu.
Da wir Einkaufsmeilen generell meiden, nähern wir uns Burano sozusagen von der Hinterseite, der Meer zugewandten Seite. Unser Lohn - wir erhaschen Einblick in den Alltag, der für die Frauen, im nach wie vor von der Fischerei dominierten Burano vor allem eines bedeutet - Wäsche waschen! Sie flattert lustig zwischen den bunt getünchten Häusern. Ein Festwagen für den abendlichen Faschingsumzug erhält den letzten Schliff und wird mit einem riesigen, mit blau-gelben Federn geschmückten Papagei aufgemotzt.
"Diese Ringelsocken kennen wir doch schon" - Kostümierte, die dem Trubel in Venedig entfliehen, geben sich auf Burano ein Stelldichein. Ein nicht zu verachtender Vorteil - sie müssen auf der Insel nicht mit Hunderten anderen Masken konkurrieren.
Wir verlassen Burano und gelangen zu unserem letzten Ziel für heute - die Glasbläserinsel Murano. Wir treffen hier nur vereinzelt auf Masken - die Glasbläserkunst hat die Insel fest im Griff - auch während der Faschingszeit.
Übrigens, das Florian war dieses Jahr eine Enttäuschung - zumindest was das Aufgebot an Masken betrifft. Wahrscheinlich waren wir wohl zur falschen Zeit am falschen Ort. Es ist ohnehin so, dass schöne Momente nicht beliebig wiederholbar sind - dafür ergibt sich allerdings die Chance, etwas ganz Neues zu erleben!



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Kommentare

  • fhaid

    Hallo Eva, ein wunderschöner und informativer Bericht. War mur 1x in meiner Kindheit dort. Werden wir wiederholen. Vielen Dank für die Inseltips! Lg Florian

  • eva04wop

    hallo Florian,

    danke für den netten Kommentar - freut mich, wenn's hilfreich noch dazu ist! Noch ein Tipp zusätzlich - die schönste Art, für mich in Venedig anzukommen (außer auf dem Wasserweg) ist mit dem Zug. Mit einem Schritt aus der nüchternen Bahnhofshalle des 20. Jhdts. tauchst du ein in jahrhundertealte abendländische (Kultur)Geschichte - überwältigend beim ersten Mal - immer wieder atemberaubend.

    Lg
    evan

  • Lana

    Und ich habe Venedig und die Inseln im November in bester Erinnerung, wenn all diese Touristen ( hahaha, ich sollte mich nicht ausschliessen) die Stadt nicht besuchen und man vielleicht das Glück hat, mit Sonne das wunderbare Herbstlicht zu geniessen. Aber natürlich- Karneval in Venedig hat sicher seinen ganz eigenen Reiz. Und danke für Deinen persönlich gehaltenen schönen Bericht. LG Brigitta

  • RELDATS

    Eine Freude, Deine Geschichte zu lesen.
    Nette Grüße von Josef

  • eva04wop

    Lana, Reldats - Vielen Dank für eure motivierenden Kommentare:-)

    lg
    eva

  • INTERTOURIST

    Deine Worte fließen wie das Wasser durch die Kanäle Venedigs.
    Wie eine der Maskierten bewegen sie sich anmutig durch die Menge du immer wieder ein kleiner Fingerzeig auf die touristische Totalverwertung dieses Ortes.
    Genau diese Massen, diese allumfassende Kommerzialisierung,, hat mich vor Jahren schon dazu gebracht diesen Ort von meiner Reiseliste zu streichen.
    Es gibt aber offensichtlich für Geduldige und Sehende immer noch Bruchstücke des alten Venedigs.
    Danke dafür.
    Ja! Wie oft musste ich schon eingestehen, das schöne Momente einmalig sind?!

    Grüße Jörg

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