In der Shwedagon-Pagode

Reisebericht

In der Shwedagon-Pagode

Reisebericht: In der Shwedagon-Pagode

Abends alleine unterwegs in der Shwedagonpagode. Ein Stimmungsbericht.

In der Shwedagon-Pagode

Dies ist kein Reisebericht, sondern vielmehr ein Erfahrungsbericht -entsprechend auch kurz gehalten.
Es war mein letzter Abend in Yangon. Ich hatte im November 20011 die Reise -ausnahmsweise alleine- in einer Reisegruppe durchgeführt und meine Mitreisenden hatten ihre Anschlussaufenthalte angetreten. Ich selbst wartete auf meinen Flug, der erst 1 1/2 Tage später gehen sollte.
Immer wieder hatte ich von Alleinreisenden gehört, wie sie oft sehr schnell in Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung gekommen waren, wenn sie alleine unterwegs waren.
So entschloss ich mich, den letzten Abend zu nützen und nocheinmal die Shwedagon-Pagode alleine aufzusuchen- zugegeben nach 40 Jahren im "Ehe-undFamilienpulk" durchaus eine Herausforderung, mit dem Taxi aber kein Problem.
Ich wollte nocheinmal an diesen Ort, der den Burmesen so wichtig ist. An den Ort, der erfüllt ist von der tiefen Religiosität der Menschen und der Dich verzaubert, weil er Dir als Europäer so unendlich unwirklich erscheint.
Und das, was andere Alleinreisende berichten, erlebte ich an diesem Abend und bekam nocheinmal einen tieferen Einblick in "die Seele Myanmars".
Den religiösen Bezirk betritt man in Myanmar bereits am Eingang, bzw. dem Aufgang zur Pagode, d.h. es ist die Pflicht, bereits hier seine Schuhe auszuziehen Dies erscheint einem befremdlich, weil die Auf-oder Zugänge rechts und links belagert sind von Händlern mit ihren Souvenirs. Hält man die Regel des bereits hier Barfussgehens jedoch nicht ein, so verletzt man die Seele des Burmesen, was man zu vermeiden hat.
Im Inneren des Bezirkes angekommen war ich wieder sehr angesprochen, die Menschen bei ihren Ritualen zu erleben. Da die Burmesen sich sehr nach dem astrologischen Kalender ausrichten und der zentrale Tag ihr Geburtstag ist mit ihrem Wochentag, suchen sie in der Pagode genau diesen Ort auf, der ihrem Geburtstag entspricht . Dort führen sie dann ihre Rituale durch mit Wasser, das sie -mehrfach verbunden mit Gebetswünschen- an dieser Stelle vergiessen, mit Räucherstäbchen und mit Blumen.(Bilder davon stelle ich nicht ins Internet, da ich damit m.E. die Privatsphäre der Menschen verletzen würde).

Es dauerte nicht lange und ich wurde von einem Burmesen angesprochen. Zunächst kamen die üblichen Fragen nach meinem Woher, meinem Beruf, meiner Familie. Dann begann er zu erzählen, dass er unter dem Militärregime Berufsverbot bekommen hatte. Und es waren nicht nur die Inhalte, die mir den Blick in die politische Situation des Landes nocheinmal neu eröffneten, sondern die Tatsache, dass dieser Mann das Flüstern begann, als er mir von sich erzählte. Irgendwann später in einer Reportage, die ich in Deutschland mir ansah, wurde erläutert, dass überall in der Shwedagon-Pagode Spitzel unterwegs sind, welche die Menschen dort vorsichtig sein lassen- also selbst an ihren religiösen Orten können sie nicht sicher sein. Dies direkt zu erleben entsprach nocheinmal einer ganz anderen Dimension als Informationen den Reportagen zu entnehmen.
Und der Abend endete, indem ich eingeladen wurde, an einem buddhistischen Ritual teilzunehmen. Seitdem hat Myanmar einen ganz eigenen Platz in meinem Herzen. Und ich wünsche diesem Volk, das so sehr geprägt ist durch die Freundlichkeit seiner Menschen, die Freiheit, die jetzt hoffentlich am Horizont sichtbar wird.



In der Shwedagon-Pagode

Abends alleine in der Shwedagon-Pagode unterwegs. Ein Stimmungsbericht.



Die Shwedagon-Pagode bei Nacht


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Kommentare

  • Blula

    Liebe Brigitta! Danke für diesen bewegenden Kurzbericht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, mit welcher Spannung Du Dich auf den Weg zu dieser einzigartigen Shwedagonpagode gemacht hast und wie bewegt, ja wie verzaubert Du diesen Ort dann wieder verlassen hast. Das war in dieser Intensität sicher nur möglich, weil Du eben allein dort warst.
    LG Ursula

  • BuWe

    Prima, dass Du den Mut zum "Alleingang" hattest. Die auf diese Weise gewonnenen persönlichen Eindrücke machen Deinen kurzen Bericht sehr lesenswert. LG Anne Do.

  • u18y9s26

    Ich bekam den Tipp zu deinem besonderen Kurzbericht von Anne. Zu Recht! Ich habe ihn mit großem Interesse gelesen. Wer weiß, wann ich einmal dorthin komme.
    Wann warst du dort? Hat sich im letzten Jahr nicht einiges zum Besseren gewendet?
    Liebe Grüße Ursula

  • Lana

    Liebe Ursula, ich war letztes Jahr im November in Myanmar. Damals hatten noch keine Wahlen stattgefunden und sicher wird es trotz der gut ausgegangenen Wahl noch dauern, bis grundlegende Veränderungen stattfinden. Aber der Anfang ist sicher gemacht und wenn das Land nicht weiterhin seinen Anschluss an die Welt verlieren will, ist das auch dringend nötig.
    Liebe Ursula, wenn Du irgendeine größere Reise planen willst, dann kann ich Dir nur Myanmar ans Herz legen. Die Menschen dort sind so freundlich und zugewandt, dass Du Dir überhaupt nicht als Tourist vorkommst. Das ist wirklich ganz außergewöhnlich. Außerdem hat das Land einen ganz großen Zauber. Wer immer dort war sagt, es gehört zu seinen schönsten Reisen. Also- ich werde weitere Bilder von meiner Reise in die RC stellen- vielleicht kommt dann auch in Dir der Wunsch, Myanmar zu besuchen. LG Brigitta

  • Lana

    Liebe Anne, danke für Deine Rückmeldung. Ich glaube, man darf bis zum Ende seines Lebens nicht aufhören, sich den Situationen zu stellen- ich glaube, nur dann ist man lebendig! LG Brigitta

  • ursi67

    Liebe Brigittan, Dein Bericht ist sehr eindrücklich. Wir waren diesen Februar da, auch vor den Wahlen, man spürt die Anziehungskraft, die Kraft und die Ruhe. Wir verweilten auch einige Stunden da und es war faszinierend. LG, Ursi

  • Zeitreisende

    Liebe Brigitta, vielen Dank für diesen Bericht. Ich war vor genau vier Wochen einmal morgens und einmal abends da. Ich finde den aktuellen Wandel, der in diesem Land von statten geht, sehr interessant. Und schön finde ich es, dass die Menschen in dieser Pagode mit mir nicht mehr im Flüsterton über sich sprechen mußten...ein kleiner aber positiver Fortschritt, wie ich finde. Bin gespannt auf weitere Eindrücke von DIr. In diesem Zusammenhang noch eine kurze Ergänzung: alleine unterwegs sein hat meines Erachtens sehr oft den Vorteil, dass man offener ist und schneller mit den Menschen vor Ort in Kontakt kommt !!! Liebe Grüße Dani

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  • Lana

    Liebe Dani, vielen Dank für den Bericht von Deinen Erfahrungen. Ich habe auch den Eindruck, dass der Wandel in diesem Land seinen Anfang genommen hat. Gestern erst hat Obama das Land besucht als erster amerikanischer Präsident. Als ich am ersten Tag in Yangon ankam, sassen ganz viele Menschen mit Fähnchen durch die ganze Stadt der Strasse entlang. Sie mussten proben für den anstehenden Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten. Nun konnten sie gestern Obama zuwinken.
    Mir war bezüglich meinem Bericht wichtig darauf hinzuweisen, dass unter der schönen Oberfläche ich an diesem Abend hautnah etwas anderes erlebte.
    Was die Offenheit als Alleinreisende anbelangt, so stimme ich Dir völlig zu. Manchmal stelle ich mir aber einfach auch die umgekehrte Situation vor. Ich würde hier in Deutschland auch nicht in Kontakt treten mit einer Person, die in der Gruppe aus dem Bus steigt und sich auf dem Platz "ergiesst". Ich glaube schon, dass dies eben auch eine strukturelle Seite hat.
    Wie warst Du in Myanmar unterwegs? Ich hoffe in den weiteren Wochen auch noch viele Bilder von Dir zu sehen. LG Brigitta

  • Pinky3

    hallo brigitta, das ist aber ein sehr interessanter bericht und für dich sicher ein unvergeßliches erlebnis........lg gaby

  • kabi

    Ich war im Nov 207 kurz nach dem Aufstand der Mönche in Myanmar. .Damals waren fast keine Touristen dort. Diese Reise war ein großartiges Erlebnis. Es war fast eine der schönsten Reisen.Die Menschen sind sehr freundlich. Die Religiosität dieser Leute ist sehr beindruckend..
    Liebe Grüße
    Kibi

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