Myanmar - Goldenes Land der Pagoden

Reisebericht

Myanmar - Goldenes Land der Pagoden

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27.11.2010

Mingalaba Myanmar

Mönch in der Shwedagon

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Unterstützt man nun eine Diktatur, wenn man deren Land bereist - oder hilft man den Menschen des Landes nicht mehr, indem man sie nicht ignoriert? Eine schwierige Frage, die wir uns mehrfach stellten. Doch schließlich siegte die Neugier. Und als gutes Omen deuteten wir, dass kurz vor unserer Abreise Aung San Suu Kyi freigelassen wurde.

Und so flogen wir Ende November mit Malaysian Airlines über Kuala Lumpur nach Yangon - oder Rangun, wie es früher hieß. Alle Befürchtungen ob etwaiger Schikanen bei der Einreise erwiesen sich als völlig unbegründet. Nur die Mienen der hauptsächlich weiblichen Zoll- und Grenzbeamten wirkten etwas mürrisch. Aber nach der langen Anreise mit Nachtflug war unser Anblick auch sicher keine Freude.... Also erst mal etwas Erholung im Hotel "Chatrium", das keine Wünsche offen ließ.



28.11.2010

Shwedagon-Pagode zum ersten...

Shwedagon - Detail

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Frisch gestärkt machten wir uns mit unserem Privatfahrer auf den Weg zur Shwedagon, dem 'Platz der Verehrung'. Erst über die Jahrhunderte wuchs die Pagode auf die heutige Form und Höhe. Ursprünglich nur zehn Meter hoch, erreicht die Hauptstupa seit 1774 ihre heutige Höhe von 100 m. Mit 13.000 Kupferplatten, die alle drei Jahre neu vergoldet werden, ist sie verkleidet.. 64 kleinere und vier größere Stupas umgeben sie. Heute wiegt allein die Hauptstupa 149 t, davon sind fast 10 Tonnen Gold. Die gesamte Pagodenplattform misst 60.000 m². Die Faszination, die diese grandiose Anlage bei diesem ersten Besuch auf uns ausübte, stellte sich auch bei unserem zweiten und dritten Besuch wieder ein. Die fünf Dollar, die der Eintritt kostet, waren jedesmal gut angelegt.
Für Yangon ist sie das Herzstück, an dem sich auch viele wichtige Ereignisse zutrugen. So hielt hier zum Beispiel Aung San Suu Kyi ihre erste öffentliche Rede. 2007 nahm hier der Protest der Mönche, der blutig niedergeschlagen wurde, seinen Anfang.



Shwedagon - vom See aus



29.11.2010

Yangon - Chinatown

Yangon - Chinatown

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Gut ausgeschlafen hieß es heute: Besichtigungen in Yangon. Bereits um 9 Uhr herrschten tropische Temperaturen von um die 35 Grad Celsius. In Chinatown findet man alles, was der Birmane für eßbar hält, wie Hühnerfüße, Meeresfrüchte, Gemüse und Obst von A wie Aubergine bis Z wie Zitrone, Schweinerüssel, Fleisch und vor allem KNOBLAUCH - wer hätte es gedacht?! Zwischen den Ständen sahen wir unglaublich viele Mönche mit ihren Bettelschalen - in keinem anderen südostasiatischem Land waren die Mönche so omnipräsent wie in Myanmar.



Nur nicht den Kopf hängen lassen...



Sule-Pagode

Gerüstbau à la Mikado

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Unweit des Marktes erreichten wir im Zentrum der Altstadt die Sule-Pagode, die wie viele Pagoden um diese Jahreszeit eingerüstet war. Alljährlich nach der Regenzeit muss die Vergoldung erneuert werden und das dauert bis in den Dezember hinein. War aber nicht schlim wie wir fanden, denn allein das Gerüst aus Bambusstangen, die kunstvoll wie Mikadostäbchen aufgebaut waren und auf dem die Bauarbeiter natürlich ohne Sicherung herumturnten, war sehenswert.
Auf dem Weg zum Yangon River zogen wir durch Gassen mit vielen Kolonialbauten, die - asiatisch höflich ausgedrückt - einen sehr morbiden Charme versprühen. Um eine Runde auf dem Fluß zu drehen, mussten wir erst einmal beim General Manager vorstellig werden. Nachdem von der Paßnummer bis zur Schuhgröße alle Details mit Durchschlag (!) notiert waren, hielten wir tatsächlich zwei gültige Hin- und Rückfahrkarten in den Händen - zu dumm nur, dass sie keiner sehen wollte.



Yangons Altstadt



Am Yangon River

Nonnen am Yangon River

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Die Flußfahrt erwies sich als billiges Vergnügen, denn vor allem die pittoresken Szenen lohnten den bürokratischen Aufwand für die Fahrkartenbeschaffung. Auf der Fähre selbst geht es zu wie auf einem orientalischen Basar, ständig wurden uns Eier in vielfältigsten Alterungsstufen angeboten.
Nicht weit vom Fähranleger entfernt, befindet sich das berühmte "Hotel Strand", in dem die britischen Kolonialherren zu residieren pflegten. Für eine kleine Erfrischung zwischendurch allemal eine gute Empfehlung. Wir ließen uns aber zum Mittagessen ins "Savoy Hotel" fahren. In diesem charmanten Kolonialbau nahmen wir unseren Lunch wie weiland Rudyard Kipling - vielleicht hat er ja die Inspiration zum 'Dschungelbuch' hier bekommen?!
Ein Verdauungsspaziergang entlang des Kandawgyi-Sees am Nachmittag ist ebenfalls sehr empfehlenswert - schon allein wegen des Blicks auf die Shwedagon in der Ferne, auf der anderen Seeseite. Ein abendlicher Besuch in der Shwedagon zeigte uns, dass hier wirklich zu jeder Tages- und Nachtzeit reges Treiben herrscht. Da uns einer der berühmt-berüchtigten Stromausfälle ereilte, erlebten wir tatsächlich eine 5 Mio-Metropole "by night".



Shwedagon by night


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Kommentare

  • ursi67

    Super Reisebericht mit eindrücklichen Foto's. Wir waren im letzten Februar in Myanmar und es ist ein wunderbares Land, welches ich sicher wieder besuchen werde. War Kuala Lumpur nicht ein bisschen Kulturschock? Wir machten einen Stoppover in Singapur und es war exrem.
    Liebe Grüsse, Ursi

  • Blula

    Ja, der Bericht ist wirklich riesig. Ich, die ich schon lange auch Mynamar auf meiner Wunschliste stehen habe, war natürlich besonders interessiert daran. Nach Indonesien, Sri Lanka, Thailand und Malaysia befasse ich mich, zumindest schon mal gedanklich, mit einer Reise in das goldenes Land der Pagoden. Ich danke Dir für diesen lebendigen und äußerst lesenswerten Bericht von Dir und auch für die schönen Fotografien, die Du ihm beigefügt hast.
    LG Ursula

  • claudili (RP)

    Ein wunderbarer Bericht, sehr schön und interessant geschrieben. Ich war erst vor ein paar Tagen auf einem Myanmar-Abend eines Studienveranstalters und total begeistert von dem, was ich gesehen und gehört habe.
    Ich bin der Meinung, dass man dieses Land auf jeden Fall bereisen und darüber erzählen sollte, egal welche politische Situation dort herrscht. Freu mich schon auf weitere Berichte. Schöne Grüße Claudia

  • toronto

    sehr schöner Bericht, der mich schon voller Ungeduld auf meine Burma-Reise im Nov. 2012 warten lässt. Dein Schreibstil und deine oft zynischen Bermerkungen werten die schönen Bilder noch treffend auf. Super! lg Gerhard

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