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Reisebericht: Berlin-Kapstadt-Berlin auf dem Landweg mit dem Wohnmobil
Irgendwann mal mit einem Wohnmobil ein Jahr durch Afrika! Davon träumten wir viele Jahre, bis wir schließlich unseren Traum verwirklichten. Entlang der Westküste ging es zum Kap der Guten Hoffnung. Der Weg zurück erfolgte über Ostafrika zum Mittelmeer. Nach 44.386 km, 359 Tagen und 28 afrikanischen Ländern sind wir wieder zurück und berichten in unserem Buch „Die volle Packung Afrika“.
Von Marokko bis Mali
Die Wochen und Tage vor unserer Abfahrt sind hektisch. Es gibt viel vorzubereiten und zu packen. Bis zum Schluss bereitet Arthur das Wohnmobil auf die Reise vor und arbeitet am Innenausbau der Wohnkabine. Am 23. Dezember 2004 nehmen wir schließlich geschafft im Führerhaus des IFA Platz und rollen im weihnachtlichen Berlin gen Autobahn. Das Ziel: Kapstadt gute 9.500 Kilometer Luftlinie entfernt.
Für die Durchquerung der Sahara gibt es zu diesem Zeitpunkt nur zwei Alternativen: durch Ägypten oder durch Marokko. Wir entscheiden uns für das Zweite, ein uns bekanntes Land und haben zunächst 3.500 Kilometer bis Südspanien, von wir aus eine Schnellfähre in die spanische Exsklave Ceuta nehmen.
Marokko ist durch seine touristische Infrastruktur ein guter Einstieg für Afrika, auch wenn wir uns schnell abseits der bekannten Wege aufhalten. Im Atlas-Gebirge treffen wir auf Schnee und Kälte. Das lässt uns relativ schnell weiter gen Süden fahren. Wärmer ist es am nördlichen Rand der Sahara, im Erg Chebbi, wo wir auf die ersten Sanddünen treffen. Wir wagen uns mit dem Fahrzeug und zu Fuß in den Sand. Beim ersteren dürfen wir auch das erste Mal Sand schaufeln. Wir wollten die Geländegängigkeit etwas zu genau erkunden und schon saß der IFA fest. Zu Fuß stellen wir nur fest: im Sand laufen ist anstrengend.
Über das Grenzgebiet zu Mauretanien gibt es viele Berichte über ungekennzeichnete Pfade und Minen direkt neben der Piste. Aber es ist alles andere als dramatisch, schneller als gedacht und ohne jegliche Probleme erreichen wir den mauretanischen Grenzposten. Nach einem kurzen Stopp in Nouadhibou fahren wir durch den Nationalpark Blanc d’Arguin und nehmen dann statt der inzwischen ausgebauten Teerstraße den alten, herkömmlichen Weg in die Hauptstadt Nouakchott – die Strandpassage. Schon nach wenigen Metern wissen wir, dass es einer der Höhepunkt unserer gesamten Afrikatour sein wird. Nachdem wir ohne Probleme die kritische Weichsandstrecke bewältigt haben, fahren wir auf festem Untergrund im Spülsaum des Ozeans. Das Fahren unmittelbar am Treffpunkt von Atlantik und Sahara eröffnet uns ein unvergessliches Panorama. Zur rechten Seite sehen wir das blaue Meer, zur linken den gelben Sand mit Dünen. Immer wieder scheuchen wir riesige Ansammlungen von Möwen auf, deren Flügel im Sonnenlicht glitzern.
Die mauretanische Hauptstadt Nouakchott lassen wir schnell hinter uns, sie ist kein Geheimtipp für eine Städtereise. Auf dem Weg zur senegalesischen Grenze erleben wir den Übergang von der Wüste in die Savanne. Mit dem Erreichen des Senegals haben wir nicht nur Schwarzafrika erreicht, sondern auch das Grün der Savanne. Die Hauptstadt Dakar ist lebendig und die engen Straßen durch zu viel Verkehr verstopft. Hier treffen wir unverhofft auf einen weiteren europäischen Gast. Frankreichs damaliger Staatspräsident Chirac kommt zum offiziellen Staatsbesuch. Ganz Senegal tanzt, lacht und singt. Wir erleben ein besonderes Spektakel.
Über den südlicheren Grenzübergang wollen wir den Senegal verlassen und weiter nach Mali. Wir haben große Zweifel, ob wir auf dem dicht bewachsenen Pfad inmitten der Savanne richtig sind, als der Grenzschlagbaum auftaucht. Es gibt auch einen Grenzbeamten, der nach dem Stempel unserer Pässe den Schlagbaum öffnet. Die eigentliche Grenze liegt inmitten eines Flusses, den wir mit unserem geländegängigen Fahrzeug mühelos durchqueren.
Nach einem Stopp in der Hauptstadt Bamako nahmen wir Kurs auf Timbuktu. Als Synonym für einen Ort „in the middle of nowhere“ gehört die malische Stadt für uns zu einer Transafrikatour dazu. Wir entscheiden uns für den Weg nördlich des Nigerbinnendeltas und erleben eine weite, offene Landschaft mit einigen Büschen und viel vertrocknetem Gras. Die Piste ist zum Teil sehr sandig und kaum auszumachen. Wir sind erstaunt, dass sie trotzdem auf der Michelin-Karte für Nordwest-Afrika verzeichnet ist. Trotzdem ist es nicht einfach, der Spur zu folgen. Mehrfach bleibt uns nur eine Alternative: querfeldein nach Richtungspfeilen fahren. Die tolle Landschaft entschädigt uns für das mühselige Vorankommen. Inmitten der trockenen Sahelzone entdecken wir Seen, die nicht klein sind. Nach Timbuktu geht es ins Dogonland und wir besichtigen die Städte Mopti und Djenne mit dem weltweit größten Gebäude aus Lehmziegeln: die Große Moschee.
Von Burkina Faso bis Gabun
Unsere Durchreise durch Burkina Faso ist durch Wärme geprägt. Als wir mitten in der Savanne einen Pausentag einlegen, haben wir es „wirklich“ warm: bis 45 Grad im Schatten. Wir suchen Abkühlung in Ghana, dort sind es nur noch bis zu 30 Grad, dafür aber schwül-warm. Ob wir uns bewegen oder nicht, das Wasser läuft nur so an uns herunter.
Ghana ist bunter und für uns kommunikativer. Englisch ist Amtssprache. Erste Station ist der Mole Nationalpark im Norden, wo wir uns mit einem bewaffneten Führer zu Fuß den Tieren nähern. Die Elefanten sind nur noch gute 25 Metern entfernt, als wir sie beim Baden beobachten. Andere Tiere wagen sich auch auf das Hotelgelände, wo wir mit dem Wohnmobil campen. Die Warzenschweine laufen nur unter dem Wohnmobil durch, die Affen sind mutiger. Sie turnen auf dem Fahrzeug herum und würden nur allzu gerne eine Öffnung finden, durch die sie ins Fahrzeug kommen. Nachdem uns zuvor beim Essen ein Brot von einem Affen geklaut worden ist, passen wir auf, dass nicht noch mehr abhanden kommt.
Ghana hat touristisch einiges zu bieten. Wir besichtigen Castles aus der Zeit des Sklavenhandels, den Nationalpark Kakum mit seinen Hängebrücken zwischen den Urwaldriesen in 40 Meter Höhe, so dass wir durch bzw. über dem Urwald spazieren und einen ziemlich einmaligen Eindruck von der üppigen Vegetation bekommen. Außerdem erleben wir die Atlantikküste mit weißen Sand und grünen Palmen als Paradies und genießen einige Tage „Urlaub vom Urlaub“.
Über Togo und Benin fahren wir nach Nigeria. Die Freude, uns zu sehen, ist immer wieder riesig, wenn wir durch die Dörfer fahren. Kinder brechen in lautes Geschrei aus und fuchteln wildwinkend mit den Armen. Aber auch die Erwachsenen grüßen und zeigen offensichtliche Freude. Als wir eines Abends keinen Übernachtungsplatz finden und schließlich in einem Dorf fragen, ob wir dort stehen dürfen, erleben wir ein weiteres Highlight unserer gesamten Tour. Am Abend wie am Morgen stehen viele Menschen vor unserem Wohnmobil und beobachten genau, was wir tun und wie wir leben. Es ist eine von Freundlichkeit und Neugier geprägte Stimmung, die steigt, als wir Fotos machen. Wir fühlen uns wie bei „Big brother“, nur sind wir es, die beobachtet werden. So erleben wir Nigeria ganz anders als wir erwartet hätten.
In Kamerun stellen wir unser Wohnmobil ab und trekken auf den Mount Kamerun, mit gut 4.000 Metern das Dach Westafrikas. Zunächst geht es durch dichten grünen Regenwald, es folgt die Savanne. Auf der Bergspitze dann die Enttäuschung: dichter Nebel. Wir sehen nichts. Der Weg herunter führt uns über junge Lava-Felder. Erst vor wenigen Jahren fand einer der letzte Ausbruch statt.
Eins der beeindruckendsten Einkaufserlebnisse haben wir in Gabun. Wir können zwar generell nicht über mangelnde Versorgung klagen, kaufen viel auf lokalen Märkten ein und besuchen in jeder Hauptstadt die gut sortierten Supermärkte. Doch der Hypermarche M´Bolo stellt alles in den Schatten. Schon der Reiseführer beschreibt das Einkaufszentrum als „overwhelming experience of shopping in the middle of Africa“. Und wir laufen nur noch mit staunenden Augen herum, als wir die Vielfalt an Eissorten, Senfarten, Graninisäften und Tiefkühlgerichten sehen.
Von den Kongos bis ins südliche Afrika
Mit einem gut gefüllten Kühlschrank machen wir uns auf, die beiden Kongos zu durchqueren. Im Kongo (Brazzaville) erleben wir viele, aber unproblematische Polizeikontrollen, sehen kaum noch tropischen Regenwald, weil alles abgeholzt ist, und werden kräftigst durchgeschüttelt. Die Piste ist knochenhart und mit Löchern und Unebenheiten gepflastert. Unser gerade zuvor wieder zusammengeschweißter Dachgepäckträger macht das nicht lange mit. Wir erleben einen langen und anstrengenden Fahrtag, bis wir schließlich die Hafenstadt Pointe-Noire erreichen. Hier verbringen wir am Ende eine Woche, weil wir auf die Ausstellung des Visums für Angola erwarten. Zeit für ausführliche Bummel durch die Stadt. Es gibt Geschäfte aller Art und ein hochwertiges und umfangreiches Angebot an Klamotten, Werkzeug, Haushaltswaren, Computer und sonstiger Bürobedarf. Außerdem erwähnenswert ist das Cafe „Citronnelle“, eine Patisserie der Extraklasse, die es qualitativ und leider auch preislich mit dem Berliner KaDeWe aufnehmen kann.
Mit dem ausgestellten Angola-Visum durchfahren wir die angolanische Exklave Cabinda und kommen in den zweiten Kongo (Kinshasa). Bei der Einreise werden wir von einem Arzt in Augenschein genommen. Zum Glück haben wir keine erhöhte Temperatur und dürfen einreisen. Die Piste bis Boma fordert uns und unser Fahrzeug. Erst geht es durch tiefen Sand, dann besteht die Piste vor allem aus tiefen Furchen. Wir schaffen in zweieinhalb Stunden gerade mal 30 Kilometer. Die Piste erscheint endlos. Auf der Teerstraße von Boma nach Matadi kommen wir besser voran und reisen nach der Überquerung des Flusses Kongo, an dieser Stelle ca. 250 Meter breit und mit großen Containerschiffen schiffbar, weiter nach Angola.
Mit Angola haben wir ein Land erreicht, von dem wir zuvor wenig wussten. Die Pisten sind wieder sehr „fordernd“. Die Hauptstadt Luanda überrascht durch ihre Aufbruchstimmung und ihren Charme durch die Bauten aus der Kolonialzeit. Weiter südlich erleben wir abwechslungsreiche Landschaft, einsame Strände und einsame Gebirgspassagen. Wir verbringen viel mehr Zeit im Land als gedacht. Statt schnelles Durchfahren genießen wir das unbekannte Land, wo noch immer die Überreste des langjährigen Bürgerkrieges zu sehen sind. Kaputte Häuser und Straßen sowie viele ausgebrannte Panzer. Und wenn die Straße besser werden, kommen wir gerne wieder.
Mit Namibia sind wir wieder auf vertrautem Gebiet. Hier entstand vor vielen Jahren die Idee unserer Afrikadurchquerung. Jetzt sind wir hier mit dem eigenen Fahrzeug angekommen. Da wir das Land kennen, reisen wir nach Botswana und Simbabwe weiter und sind von Tieren und Natur wieder einmal aufs Neue begeistert. Wir machen einen Flug mit dem Hubschrauber über die Victoria Wasserfälle, düsen mit unserem Wohnmobil über die Salzpfannen der Makgadikgadi Pans und besuchen diverse Nationalparks.
Kap der Guten Hoffnung und ab nun geht es zurück
Und dann haben wir den Ziel- und Wendepunkt unserer Reise erreicht: Kapstadt und das Kap der Guten Hoffnung. Der Tafelberg ist aufgrund des winterlichen Regenwetters verhangen und doch ist der Anblick beeindruckend. Am Kap der Guten Hoffnung stoßen wir auf das Erreichte und eine gute Rückfahrt mit Champagner an. Erst im letzten Moment kommt die Sonne zum Vorschein, so dass wir die passenden Erinnerungsfotos machen können.
Mit dem Verlassen von Kapstadt machen wir uns auf den Heimweg. Die Zeit läuft uns ein wenig davon. Trotzdem wollen wir Lesotho nicht auslassen. Der Königreich in den Bergen hat eine faszinierende Landschaft und die Fahrt vom Sanipass ist ebenfalls eins der Highlights der gesamten Tour. Wir blicken in ein enges Tal im schönsten Nachmittagslicht. Beim Anblick der engen Serpentinen stockt uns der Atem. Zum Teil wird der Kriechgang benötigt, denn Platz zum Ausrollen gibt es definitiv nicht. Ganz langsam verlieren wir Höhe, rollen vorsichtig über Eis in den Kurven und sind begeistert. Auf knapp sechs Kilometer Strecke geht es 900 Höhenmeter herunter.
Schon lange bevor wir Mosambik erreicht haben, hören wir von den traumhaften Stränden und der faszinierenden Unterwasserwelt. Arthur geht tauchen und gemeinsam machen wir eine Ozean-Safari mit und schnorcheln zusammen mit riesigen Walhaien. Diese Pflanzenfresser werden bis zu 18 Meter lang und sind friedfertige, ungefährliche Tiere. Gute 30 Minuten beobachten wir den neun bis zehn Meter langen Koloss, der nur 1,5 Meter unter uns Schorchlern herumschwimmt.
Das nächste Badevergnügen haben wir in Malawi im gleichnamigen See, der mehr wie ein Meer wirkt. Er ist bis 80 Kilometern breit und um die 570 Kilometer lang. In Senga Bay spülen „richtige“ Wellen an den Strand und obwohl es an einer der schmalsten Stellen des Sees liegt, ist vom anderen Ufer nichts zu sehen. Wir verlassen das Seeufer und erreichen den Ort Livingstonia in den Bergen, der mit seinen vielen Steinhäusern wie ein schottisches Dorf wirkt. Vor gut 100 Jahren haben schottische Missionare den Ort gegründet. Der Name geht auf den Missionar und Afrikaforscher David Livingstone zurück, der im 19. Jahrhundert durch Afrika reiste.
Von Tansania bis nach Hause
Wir kommen nach Tansania, bekannt für seine Nationalparks. In Ruaha Nationalpark erleben wir die Tierwelt fast nur für uns. An zwei Tagen Safari treffen wir gerade mal fünf Autos, aber unglaublich viele Tiere. Besonders hervorzuheben: die Büffelherde mit bestimmt 1.000 Tieren sowie die Löwen, die nur wenige Meter neben dem Auto liegen und völlig uninteressiert an uns sind. Aber wir haben uns noch nicht satt gesehen und sind aufs Neue fasziniert, als wir den Ngorongoro Krater besuchen. Er ist eine vulkanisch entstandene Caldera. Durch die ca. 900 Meter hohen Wänden beinhaltet der Krater ein einzigartiges Ecosystem mit Seen, Wäldern und Savannen, wo Hunderte von Tierarten inklusive der Big Five (Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe und Leopard) leben. Wir verbringen im Krater einen Tag mit erschlagenen Eindrücken. „Erholung“ suchen wir beim Trekking auf den Mount Meru, mit 4.500 Metern der kleine Bruder des benachbarten Kilimanjaros. Der ganz große Vorteil dieses Berges: nicht ganz so hoch wie der „Kili“, dafür aber eine geniale Sicht auf eben diesen.
Auch Kenia hatte wesentlichen Anteil, dass wir Afrika genauer kennenlernen wollten. Daher ist es jetzt nur ein Transitland. Wir machen kurz Station in Nairobi und essen Fleisch satt im Restaurant „Carnivore“, das berühmt für sein gegrilltes Fleisch von einem riesigen Holzkohlegrill. Nur leider gibt es diesmal mangels Konzessionen zum Abschießen kaum die „Wildtiere Afrikas“ auf dem Speiseplan. Neben „Standardfleisch“ wie Huhn, Schwein, Rind und Lamm können wir nur Krokodil, Kamel und Strauß probieren.
Mit Äthiopien reisen wir in das 26. afrikanische Land auf unser Tour ein und sind sehr gespannt auf Land und Leute. Das Land wird vor allem mit Hungerkatastrophen, Wüsten und Krieg in Verbindung gebracht. Wir erleben ein grünes Land mit vielen bewirtschafteten Felder. Auch von der Trockenzeit ist nichts zu spüren. Wir erleben noch kräftig Regen und die auf 2.400 Meter Höhe gelegene Hauptstadt Addis Abeba ist zum Ende der Regenzeit ausgesprochen „frisch“. Am Stadtbild von Addis kann man die verschiedensten Phasen seiner Geschichte ablesen. Aus der Königszeit stammen die alten Palästen, die heute noch Sitz von Parlament und Regierung sind. Die kommunistische Ära des Landes ist durch den Meskel Square, wo früher die Paraden stattfanden, das Revolutionsdenkmal mit russischem Stern und die sozialistische Plattenbauweise erkennbar. Hier verbringen wir leider einen langen Zwangsstopp, bis uns die sudanesische Botschaft endlich das Visum für ihr Land ausstellt. So bleibt uns anschließend nur wenig Zeit, die Felskirchen die Lalibela, die Klöster auf Inseln im Tana-See und Paläste in der ehemaligen Kaiserstadt Gondar zu besichtigen.
Nirgends auf der gesamten Reise erleben wir eine solche Gastfreundschaft wie im Sudan. Schon an der Grenze bekommen wir „als Gäste des Landes“ eine Cola angeboten, obwohl sich die Sudanesen im Ramadan befinden und selbst nichts zu sich nehmen dürfen. Auch in der Hauptstadt Khartum sind die Sudanesen ausgesprochen hilfsbereit, als wir neue Reifen für unserer Wohnmobil kaufen müssen. Die Landschaft dieses Landes gefällt uns gut: einsame Wüste und dazwischen als farbenfrohes Band der Nil mit seinem grünen Vegetationsgürtel. Nur haben wir wegen unseres Transitvisums keine Zeit und fahren zügigst, sofern dies auf Wellblechpisten geht, nach Wadi Halfa. Von hier aus erfolgt die Ausreise nach Ägypten – auf dem Frachtponton über den Nasser-Stausee bzw. mit der normalen Personenfähre, die einmal wöchentlich die Orte Assuan und Wadi Halfa verbindet.
Die Unterschiede zwischen diesen beiden Orten sind riesig. Auf der gesamten Tour haben wir keinen so abrupten Wechsel erlebt. Wadi Halfa war ein verschlafenes Nest inmitten der Wüste. Assuan ist extrem touristisch, laut und belebt. Man wird ohne Ende angeredet und einfach Gucken und Bummeln am Nilufer und in den Läden, die Gewürze, Touristenbedarf und Souvenirs anbieten, ist kaum möglich. Nachdem wir die mühevolle Einreiseprozedur geschafft haben, verabschieden wir uns wieder in die beschauliche Wüste. Auf der Western Desert Road fahren wir gute 1.000 Kilometer auf bester Teerstraße durch Sand, Geröll und Kalk. Die Weiße Wüste mit ihren bizarren Kalkformationen lädt uns zum Verweilen und Herumwandern ein.
Als wir dann Ägypten Hauptstadt Kairo erreichen, sind wir weitgehend nach einem Jahr auf Tour abgefüllt. Wir nehmen noch die Pyramiden mit, alle weiteren Besichtigungen verschieben wir auf spätere Besuche. Wir verbringen noch einige ruhige Tage am Golf von Aqaba auf dem Sinai, bevor wir mit einer Frachtfähre von Israel nach Italien verschiffen. Einen Tag später erreichen wir Berlin und können nur eins sagen: wir hatten ein tolles Jahr, das wir an dieser Stelle sehr gerafft darstellen.
Weitere Berichte und Fotos auf unserer privaten Homepage zur Reise unter www.geu-on-tour.de und in unserem Buch „Die volle Packung Afrika – Ein Jahr mit dem Wohnmobil unterwegs“,
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