Sintra - Stadt der Märchenpaläste

Reisebericht

Sintra - Stadt der Märchenpaläste

Reisebericht: Sintra - Stadt der Märchenpaläste

Bei einer Städtereise nach Lissabon sollte ein Tagesausflug zu den Palästen von Sintra keinesfalls fehlen.
Umgeben von dichtem Wald, und inmitten grüner Hügel bilden die zahlreichen prachtvollen Schlösser, Villen und Parkanlagen eine märchenhafte Kulisse.

Königinnenblick



Anreise nach Sintra

Bahnhof Rossio

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Nach Sintra gelangt man ganz einfach und unproblematisch mit der Eisenbahn vom Bahnhof Rossio, der sich direkt im Stadtzentrum von Lissabon befindet.
Züge fahren alle 20 Minuten ab und sind in etwa einer Stunde an ihrer Endstation, dem Bahnhof Estefania in Sintra, angelangt.
Hier dreht ab 9.30h ein Touristenbus seine Runden, da die Sehenswürdigkeiten sehr verstreut im hügligen Gelände liegen.

Leider ist es absolut unmöglich alles an einem einzigen Tag zu besichtigen!

Wir beschlossen daher, uns zuerst die berühmte, bunte Palastanlage Palacio da Pena anzusehen.



Castelo dos Mouros

Maurenkastell

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Der Bus quälte sich steile Serpentinen bergauf, linkerhand vorbei an den Resten des ehemals mächtigen Castelo dos Mouros - dem maurischen Schloss.
Die einst gewaltige Burganlage wurde im 8 Jh von den Mauren erbaut und 1147 von den Portugiesen erobert. Schließlich verfiel sie langsam, bis schließlich1860 eine Renovierung der Ruinenreste stattfand. Heute thronen die erhalten gebliebenen Burgmauern und die Wehrtürme majestätisch über der Stadt.



Palacio da Pena

Palacio da Pena

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Schließlich stoppte unser Bus am Fuß der Gartenanlage des Palastes Palacio da Pena.
Bisher hatten wir durch den dichten Wald noch keinen einzigen Blick auf das Schloss erhaschen können. Nun stiegen wir voller Vorfreude aus und folgten der Zufahrtsstraße zur Palastanlage.
Nach etwa 10 Minuten Fußmarsch blitzte unerwartet eine bunte, zinnenbekrönte Mauer aus dem Blattdickicht hervor.
Nun lichtete sich auch der Wald mehr und mehr, und wir standen augenblicklich vor den Toren eines gewaltigen Gebäudes, das frisch aus einem Märchenbuch entsprungen sein könnte.
Eine wahre Farb- und Stilexplosion, die eher ins Reich der Träume passt!
Anscheinend hat der Erbauer Ferdinand II 1840 hier alle seine Wünsche und Illusionen Wirklichkeit werden lassen.
Maurische, gotische und manuelinische (portugiesischer Architekturstil des 16 Jhs) Stilelemente verknüpfen sich mit filigranen, orientalischen Türmchen und künstlerischen Fassadenverzierungen. Die Burg erstrahlt in einem wahren Farbenrausch und verwirrt die Sinne.
Auch das Innere der Anlage ist außergewöhnlich. Jedes Zimmer ist überladen an Dekoration und wertvollem Mobiliar, das Auge verliert sich an Details und schafft es kaum, die geniale Gesamtheit zu erfassen.
Ein UNESCO Weltkultur Bauwerk, welches man entweder des grandiosen Einfallsreichtums und der Vielfalt nur lieben, oder ob der Übertreibung und des Kitsches wegen hassen kann.



Palacio da Pena



Gartenanlage des Palacio da Pena

Palacio da Pena

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Von den Zinnen des Schlosses überblickten wir die riesige Gartenanlage an deren höchsten Punkt auf einem Hügel ein Kreuz auszumachen war. Zu diesem wollte ich nun hinauf spazieren. Meine Reisebegleitung blieb im Schloss zurück und genoss die einzigartige Stimmung.
Der abwechslungsreiche Weg führte mich durch den Wald, zuerst bei einem kleinen, säulengeschmückten Pavillon vorbei. Anschließend passierte ich einen achteckigen Tisch, den „Königinnentisch“. Auf einer Felsformation - versteckt zwischen den Bäumen - thront die Bronzestatue eines Ritters, die „Kriegerstatue“.
Der Weg führte weiter bergan, ich war hier ganz alleine unterwegs. Hatte ich vielleicht doch übersehen, dass der Wald verwunschen ist?
Schließlich erreichte ich nach etwa einer halben Stunde doch noch wohlbehalten das Hochkreuz.
Ich war nun auf 529 Meter Seehöhe und genoss einen atemberaubenden Blick auf das im Sonnenschein liegende Märchenschloss und die Umgebung von Sintra. Bis hin zum Meer konnte ich meinen Blick in die Ferne schweifen lassen.
Nach einer kleinen Rast musste ich mich leider auch schon wieder auf den Rückweg machen.
Gemeinsam mit der Eintrittskarte erhielten wir glücklicherweise auch einen anschaulichen Plan der Anlage, sodass ich auf eine weitere Sehenswürdigkeit, den „Königinnenblick“ aufmerksam wurde.
Ich bog also vom Hauptweg linkerhand auf einen schmalen, verwucherten Pfad ab und hoffte, diesen Aussichtspunkt zu finden. Es dauerte auch gar nicht lange, bis eine Felsgruppe vor mir auftauchte, in deren Mitte eine aus dem blanken Stein gehauene und mit Azulejos (portugiesische Keramikfliesen, meist blau-weiß) verkleidete Bank auftauchte.
Der Anblick, der sich mir nun –wie eine Königin am Thron sitzend - auf das Traumschloss auftat war einfach atemberaubend. In angenehmen Fantasien schwelgend, wollte ich diesen verwunschenen, stillen Platz eigentlich gar nicht so schnell verlassen, aber leider drängte wieder einmal die Zeit.
Steil bergab folgte ich den Pfaden retour Richtung Schloss, wo ich mich wieder mit meiner Reisebegleitung traf.
Wir wollten nun durch den „Kameliengarten“ hinunter zum Bus wandern. Dieser Garten stand gerade mitten in Blüte, sodass sich eine wahre Farbenpracht über uns ergoss. Nicht weit davon entfernt steht eine orientalisch anmutende Brunnenanlage aus Kachelsplittern.
Fast am Fuße des Gartens ließ Ferdinand das „Tal der Seen“ anlegen. Mehrere künstliche Teiche reihen sich hier aneinander, verbunden mit kleinen Wasserfällen.



Gartenanlage Palacio da Pena



Stadt Sintra

Sintra

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Schließlich erreichten wir den Hintereingang des Schlosses und stiegen wieder in den Touristenbus, der uns zu unserem nächsten Ziel, der UNESCO Weltkulturerbestadt Sintra, brachte.
Sintra hat etwa 10 Tsd Einwohner und befindet sich 25km nordwestlich von Lissabon.
Nach dem Mittagessen schlenderten wir durch die Gassen des lieblichen Ortes. Man merkt an den vielen Souvenirläden, dass Sintra ein bedeutender Touristenmagnet ist.
Wen wundert’s auch bei diesem überreichen Angebot an Sehenswürdigkeiten?



Sintra



Quinta da Regaleira

Quinta da Regaleira

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Etwas abseits befindet sich die Schlossanlage Quinta da Regaleira.
Mein erster Gedanke, als das Gebäude zwischen den Bäumen auftauchte, war: „ein Geisterschloss wie aus dem Bilderbuch“.
Unzählige Zinnen und Türmchen, verschnörkeltes, düster gehaltenes Mauerwerk und verwunschene, kleine Balkone zieren dieses Haus, welches erst 1910 vervollständigt wurde. Ein wilder und exzentrischer Mix aus Gotik, Romanik, Renaissance und Manuelinik, der aber doch in seiner Gesamtheit brillant ist.
Einzigartig auf der ganzen Welt ist wohl die verspielte 4 Hektar große Gartenanlage des Geisterschlosses.
Ich staune noch immer über den Ideenreichtum und die Fantasie von António Augusto Carvalho Monteiro, der diesen Traum Wirklichkeit werden ließ.
Die ganze Parkanlage ist ein mystisches Labyrinth aus Pfaden zwischen bunten Blumen, alten Bäumen und weißen Statuen.
Immer wieder tauchen unvermittelt Grotten, Teiche und plätschernde Wasserfälle auf.
Hinter diesen führen dunkle Tunnel zu einem mehrstöckigen, spiralartigen unterirdischen Steinturm, der „Initationsbrunnen“ genannt wird.
Die ganze Anlage strahlt eine nur sehr schwer beschreibbare, geheimnisvolle Atmosphäre aus. Es ist ein unvergessliches Erlebnis, die geheime Tür zum Brunnen zu finden und der Wendeltreppe abwärts zu folgen, zwischen Steinen am Wasser zu wandeln und unter der Kirche in die Unterwelt einzutreten.
Nach mehreren Stunden verließen wir die grandiose Quinta da Regaleira und wanderten retour in die Stadt.



Quinta da Regaleira



Palacio Nacional de Sintra

Palacio Nacional de Sintra

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Im Ortszentrum befindet sich der Nationalpalast aus dem 15 Jh, der Palacio Nacional de Sintra. Er war einst die Sommerresidenz der portugiesischen Königsfamilie und prägt das Stadtbild mit seinen beiden kegelförmigen 33 Meter hohen Schornsteinen.
Besonders schön und sehenswert sind die Innenräume des Schlosses. Bei einem Rundgang – Fotografieren ist erlaubt – konnten wir prächtige Gemächer mit bemalten Kassettendecken, gekachelten Wänden und lauschigen Innenhöfen entdecken. Außerdem ist der bezaubernde Ausblick auf die genau gegenüber befindliche Burgruine des Maurenkastells nicht zu vergessen. Das Highlight des Palastes war für mich der achteckige Wappensaal, der mit blauen Azulejos ausgekleidet ist und dessen Decke 72 Wappenbilder zieren, die im Sonnenlicht golden glänzten.



Palacio Nacional de Sintra



Gartenanlage des Palacio Nacional de Sintra

Frühling in Sintra

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Da wir noch ein bisschen Zeit hatten, sahen wir uns nachher für zusätzlich 1 EUR den Garten des Schlosses an. Leider erstreckte er sich nicht rund um das Schloss wie erwartet, sondern nur ein paar Meter linkerhand der Mauer entlang. Eine ziemliche Enttäuschung, aber trotzdem ein lauschiger Ort, um den ereignisreichen Tag ausklingen zu lassen, bevor wir wieder die Rückreise nach Lissabon antraten.



Das ist ein Ausschnitt meines Reiseberichtes über Lissabon im März/April 2009.
Die komplette Reise ist auf meiner Homepage unter http://www.reisen-wandern-tauchen.at/travel.php?id=179 zu finden.


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Kommentare

  • freeneck-farmer

    Sehr schön geschrieben dein Bericht über Sintra und seine Paläste
    Wir waren da mal mit dem Wohnmobil

    http://www.geo-reisecommunity.de/reisebericht/147100/1/Portugal-4-Wochige-Rundreise-mit-dem-Wohnmobil

    und haben auch einige der Paläste besucht. Es lohnt sich da mal hinzufahren.
    LG Anneken

  • ingepeter (RP)

    Hallo, jetzt war ich schon so oft fast, aber auch nur fast, überall in Portugal, doch irgendwie hatte ich für Sintra nie genügend Zeit. Kurzer Blick in die Stadt und auf die Schlösser, mehr nicht! Welch Frevel, nachdem ich nun Deinen Bericht gelesen habe.
    Sehr anschaulich auch Deine Angaben über die Anreisemöglichkeiten. Gruss Inge

  • Michael.Thaler

    Nächste Woche fliegen wir nach Portugal, landen sehr früh in Lissabon und fahren dann mit dem Mietwagen an die Algarve. Um den Anreisetag noch etwas zu bereichern hast Du mir Lust auf Sintra gemacht. Vielen Dank!

  • trollbaby

    Was für ein interessanter Bericht! Von Sintra habe ich zwar schon mal was gehört, aber noch nie Fotos dazu gesehen. Durch Deine wunderschönen Bilder kann ich mir nun sehr gut vorstellen, wie es dort aussieht und habe auch ordentlich Gusto auf Portugal bekommen. Ich kenne von Portugal bis jetzt ja nur die Azoren, aber nicht das Festland. Jetzt bin ich jedenfalls sehr neugierig geworden! Danke für den schönen Bericht!
    LG Susi

  • venus

    gern, wäre ich dabei gewesen...

  • Elaira

    Vielen Dank für eure vielen guten Bewertungen und die netten Kommentare! LG Tamara

  • Blula

    Liebe Tamara!
    Hab Dank für diesen wirklich schönen und informativen Bericht über Sintra. Ich bin vor Jahren mal im Zuge einer Studienreise durch diese Stadt gekommen, habe damals leider längst nicht alles von dem gesehen, was Du hier so gut beschreibst. Kann mich allerdings noch sehr gut an den Palacio Nacional erinnern. Deine Fotografien sind auch wunderschön.
    LG Ursula

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  • Zaubernuss

    herzlich danke ich Dir, dass Du mich auf den schönen Rundgang durch Sintra mitgenommen hast und königinnengleich durch die Schlösser geführt hast. Ich liebe Portugal! Diese Ecke kenne ich nicht, möchte aber bei Gelegenheit Deinen Spuren folgen. Danke und liebe Grüsse. Ursula

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