Mombasa - Nairobi, mit dem Zug

Reisebericht

Mombasa - Nairobi, mit dem Zug

Reisebericht: Mombasa - Nairobi, mit dem Zug

Gemütlich Zug fahren, von Mombasa nach Nairobi mit gemähchlichen 30 km/h, eindrücken vom Land und netten Begegnungen. Ein bisschen kolonial, ein bisschen lokal, ein bisschen international und sogar ein bisschen zuverlässig, das sind 12 Stunden Zugfahrt in Kenia.

Seite 1 von 2
02.09.2010

Mombasa, die Hauptstadt der Küste

Die zwei Tusks

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Mombasa, die Hauptstadt der Küste und Kenias Tor zum indischen Ozean. Für mich nach 10 Monaten in Tansania Leben, Arbeiten und Reisen eine ganz neue Welt. E
in ganz anderes Land und ein kurzer Zwischenstopp auf dem Weg nach Nairobi.
Viel hat die Stadt nicht zu bieten, mal abgesehen von den Stränden im Norden und Süden gibt es im Stadtzentrum noch "Fort Jesus" und die historische Altstadt. Jede einigermaßen gut erhaltene Burg in Deutschland ist jedoch interessanter als das Fort und die Altstadt von Stone Town in Sansibar ist noch etwas interessanter als in Mombasa.
Doch für mich, der aus dem vergleichsweise armen Tansania kommt ist die pulsierende Innenstadt Mombasas doch sehr interessant und es ist auch im Juni / Juli noch warm.

Einen Tag im vorraus kaufe ich das Zugticket direkt am Bahnhof für die 2. Klasse.
Eine übersicht über die verschiedenen Klassen:
3. Klasse: Sitzabteile, überfüllt mit Gepäck und Leuten.
2. Klasse: Vierer Schlafabteile mit Stockbetten, Geschlechter getrennt. Preis mit Abendessen, Frühstück und Bettzeug ~26€
1. Klasse: Einzel Schlafabteile, nicht Self Contained. Preis mit Abendessen, Frühstück und Bettzeug ~36€

Losfahren sollte der Zug um 19:30 Uhr, mit Ankunft in Nairobi 09:30 Uhr. Am nächsten Tag klingelt mein Handy, Nummer unbekannt. Ich frage mich schon, wem ich denn meine Nummer gegeben habe die ich erst am Tag zuvor mir zugelegt habe. Ich nehme ab und die "Mombasa Radiostation" ruft mich an, sagt irgendwas von 20 Uhr, ich verstehe nicht richtig und sage das ich Abends nach Nairobi fahre, auf Radio sowieso keine Lust habe und lege wieder auf. Später sollte sich dann heraustellen das die "Mombasa Railwaystation" angerufen hatte um den Reisenden zu sagen das sie doch erst um 20 Uhr am Bahnhof sein bräuchten. Was ein Service.

Nunja, das Stündchen warten dachte ich mir als ich schon um 19 Uhr am Bahnhof war, macht ja nichts aus. Doch es sollte nicht nur eine Stunde werden....



Mombasa Railway Station



02.09.2010

Warten auf den Zug

Der Zug will einfach nicht kommen, es ist 20 Uhr, die Gleise leer, der Bahnsteig voll. Noch ist die Stimmung gut. Die weißen Reisenden können "Das ist Afrika", "Pole Pole" (langsam) und "Hakuna Matata" (kein problem), nicht oft genug wiederholen. Die einheimischen Reisenden versinken in landestypischer Gleichgültigkeit. Jemand spielt Gitarre, weiß wie schwarz tanzt klatscht und lacht.
Zwei Schulklassen aus Nairobi haben interesse an mir entdeckt und befragen mich ganz eifrig über Europa, Deutschland, Fußball und Tansania in einem mix aus Kiswahili und Englisch. Natürlich kenne ich Ballack, Bundesliga und Bayern München. Bei dem Spiel Deutschland vs. England bei der WM 2010 gehen die Meinungen jedoch durcheinander. In Ostafrika freut man sich lieber für England, auch die Premier League ist beliebter. Das tut unserer Fragestunde keinen Abbruch. Ich will mehr über kenianische Schulen erfahren. Ja auch hier wird geschlagen, die Klassen sind riesig und natürlich mögen die Kinder die Prügel nicht. Kein unterschied zu Tansania also.

Es wird 22 Uhr, immer noch weit und breit kein Zug. An den Kiosken decke ich mich mit ein paar Snacks ein um den Hunger zu stillen und unterhalte mich mit einer Münchnerin die ihren Sohn in Nairobi besuchen will. Die Schulklassen wurden von ihren Lehrern inzwischen zur Ruhe gerufen. Pepsi und Kekse werden leer, kaltes Bier gibt es leider nicht, erst im Zug. Der Bahnhofsaufseher vertröstet mich und ich halte mit meinen Freunden in Nairobi und Mombasa Kontakt. Alternativpläne schmieden falls es der Zug doch nicht schafft.



Schulklasse am Bahnhof



Die ersten Touristen machen sich auf den Rückweg ins Hotel. Ich habe noch immer Zuversicht, denn wenn ich etwas gelernt habe, dann das in Afrika alles klappt, irgendwie, nur nicht sofort. Ich lege meinen Kanga auf dem Bahnsteig aus und Döse ein wenig vor mich hin. Um 2 Uhr weckt mich dann die Lautsprecher Durchsage. Der Zug rollt ein.... in 20 Minuten.
So ist es dann auch, pünktlich 7 Stunden später. Wie gesagt es klappt alles, irgendwie in Afrika.


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • 238EWT

    Diese eindrucksvoll beschriebene Bahnreise von A nach B verdient glatt 5 Pluspunkte. Ich bin mir sicher, dass ich sieben Stunden Wartezeit auf dem Bahnhof eher ertragen hätte als koloniale, Lolli werfende Mitreisende im Speisewagen.

  • Jan_Ellers

    Danke :-)
    Ich sag nur weißbrot... und wer sich in der Lollie geschichte wiederekennt: screw you!

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Mombasa - Nairobi, mit dem Zug 4.86 7

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps