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Reisebericht: Schwefel - Vom Kratergrund in die Industrie

 
 
 
 
 
Reisebericht: Schwefel - Vom Kratergrund in die Industrie

Fortsetzung zum Reisebericht " Ein Traumarbeitsplatz ??? Kawah Ijen, Java"
Nachdem wir bei der Besteigung des Ijen erschreckende Eindrücke zum Arbeitsplatz "Schwefelabbau" sammeln konnten, bekamen wir anschließend einen Einblick in die Weiterverarbeitung des Schwefels in einer am Fuße des Vulkans gelegenen kleinen Fabrik.

Schwefel in Körben

Nachdem die Schwefelbrocken in Bambuskörben zum Kraterrand hinauf und zur Fabrik hinab geschleppt worden sind, werden sie dort auf riesige Haufen geworfen. Von den filigranen Formen, den zahlreichen Gelbvarianten ist bald nichts mehr zu sehen. Das Holz zum Befeuern der Öfen liegt bereit. Mit Schaufeln befördern nun die Arbeiter die Gesteinsbrocken in die Öfen. Mit langen Stangen wird das Gestein in die brodelnden Kessel geschoben und zum Schmelzen gebracht.
Die Arbeiter tragen keine Atemschutzmasken. Dafür steckt in jedem Mund eine Zigarette.



 
 
 
 
 

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Verflüssigter Schwefel

Der flüssige Schwefel wird mit großen Dosenschaufeln in Säcke, die in Drahtkörben stehen gegossen. Von dort wird er wieder mit Dosenschaufeln großflächig auf den Boden ausgegossen, wo er kurz erkaltet.



 
 
 
 
 

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Schwefelscheibenglas

Die erkaltete Schwefelscheibe wird vom Boden gehoben und in der nächsten Ecke in tausend Scherben geworfen. Diese Scherben sind nun klein genug zum Verpacken in Säcken mit ausreichender Packungsdichte. Die Säcke stehen jetzt bereit für ihren Transport in die weiterverarbeitende Industrie.



 
 
 
 
 

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Unmenschlicher Kreislauf

Die geleerten Bambuskörbe warten auf die nächste Schicht der Schwefelträger, um erneut am Kratergrund des Ijen mit Schwefelbrocken gefüllt zu werden und den beschwerlichen Weg zur Fabrik zu nehmen.
Kaum zu glauben, dass wir, die wir diesen Rohstoff offensichtlich sehr brauchen, eine derart die menschliche Gesundheit gefährdende Abbau- und Verarbeitungtätigkeit zulassen an einem anderen Ende der Welt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine andere Möglichkeit gibt, Schwefel für die Industrie zu gewinnen.



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • ingepeter (RP) 27.08.2010 | 22:46 Uhr

    Hallo Ursula, ich habe noch gar nicht gewusst, wie die Weiterverarbeitung nach der "Ernte" abläuft, hatte mir auch noch Gedanken dazu gemacht. Dank Deines kurzen Berichtes weiss ich nun mehr. Gruss Inge

  • mamatembo 28.08.2010 | 08:16 Uhr

    Hallo Ursula,
    Danke für diesen ausgesprochen interessanten Kurzbericht, der auch bei mir eine Bildungslücke geschlossen hat. Eine gute Kombination aus Text und informativen Fotos!
    LG Beate

  • u18y9s26 28.08.2010 | 09:11 Uhr

    Danke schön, Es war ein ausgesprochen glücklicher Umstand, dass unser Fahrer mich einfach einschleuste um Fotos machen zu können, obwohl das Betreten dieser kleinen Fabrik verboten war.
    LG Ursula

  • traveltime 28.08.2010 | 09:12 Uhr

    Top-Kurzbericht, und wieder etwas dazu gelernt.
    LG Rolf

  • trollbaby 28.08.2010 | 16:47 Uhr

    Wie schon Teil 1 finde ich diesen Bericht äußerst interessant und informativ! Es ist auch immer wieder erschreckend zu sehen, unter welchen Bedingungen Menschen in anderen Ländern arbeiten müssen. Das wird uns meistens erst wieder durch solche Berichte bewusst - und man überlegt sich das Meckern über die eigene Arbeit beim nächsten Mal 10x! ;-)
    LG Susi

  • mamaildi 01.09.2010 | 11:45 Uhr

    Das ist der wichtige Abschluss zu deinem ersten Bericht zum Schwefelabbau. Genau wie in Teil 1 hast du deine erschreckenden Beobachtungen mit eindrücklichen Bildern gut rübergebracht! Von diesen unmenschlichen Bedingungen habe ich immer wieder mal gehört - Beate hat auf einen anderen Bericht in der RC ja schon hingewiesen und du erwähnst auch die verschiedenen Berichterstatter. ABER WAS KANN MAN TUN? Schwefel boykottieren wie Eier aus Käfighaltung geht wohl kaum. Gibt es Lösungen? Bericht erstatten ist auf jeden Fall der erste Schritt - danke Ursula!

  • u18y9s26 01.09.2010 | 15:43 Uhr

    Herzlichen Dank für euer Interesse und Mitgefühl. Die BBC hat in der Woche unseres Besuchs dort eine Reportage gemacht, die im Frühjahr bei uns auf dem Sender Arte laufen soll. Mich würde jetzt auch sehr interessieren, ob es jemanden oder eine Organisation gibt, die für die Menschenrechte auf Gesundheit und Unversehrtheit kämpft. Ich werde mich weiter um dieses Thema kümmern und sicher berichten, wenn ich neues erfahren sollte.
    Viele Grüße Ursula

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  • Guido 10.09.2010 | 14:31 Uhr

    Hallo Ursula,
    danke für deine beiden Berichte welche ich mit grossem Interesse gelesen habe.
    Leider ist dieser unhaltbare Zustand nur einer von unzähligen Missständen, die es auf unserem Planeten Erde gibt.
    Liebe Grüsse
    Guido

  • harley_flanigen 15.04.2011 | 12:37 Uhr

    !!!!! Arbeiten wie Zuchttiere !!!!
    Erst gestern haben wir nochmals eine Doku darüber gesehen und uns an Deine Reiseberichte erinnert.
    Das Alter eines solchen Arbeiters beträgt im Schnitt ca. 40 Jahre.
    Solange es diese billigen Arbeitskräfte gibt werden auch niemals Maschinen dafür eingesetzt werden.
    Diese Arbeit ist sehr viel schlimmer als in einem Steinbruch zu arbeiten.
    Die Augen sind ständig von den Säurehaltigen dämpfen entzündet, man kann kaum atmen die Lunge brennt bei jedem Atemzug.
    Der Mensch ist ein "Gewohnheitstier" und somit vergessen diese Arbeiter das sie jeden Tag
    aufsteigen in die Dämpfe des todes, aber was, was sollen sie tun, ohne Arbeit können diese Menschen ihre Famillien nicht ernähren und nehmen deshalb ihr leben dafür in Kauf.
    Wir finden das diese Menschen einen sehr großen Respekt verdienen
    LG :-)
    Patrick & Claudia


  • u18y9s26 15.04.2011 | 14:55 Uhr

    Liebe Patrick und Claudia, danke euch für die schockierend ergänzenden Worte. Menschen aus den armen Ländern unserer Erde kann meines Erachtens nur durch unsere Aufmerksamkeit für ihr Leid langfristig geholfen werden. Wann dieses "langfristig" sein wird, vermag ich nicht zu sagen. Ich hege große Hoffnung, wenn ich schon Kindern eine Verantwortung zur Verbesserung der Welt einräume. So hoffe ich sie empfindsam und mitfühlend aktiv aufwachsen sehen zu können.
    Gerade heute haben wir sehr erfolgreich in unserer Schulumgebung auf die eigene Betroffenheit in Hinblick auf Japan-Katastrophe und nordafrikanisches Flüchtlingsthema mit unseren Kinderrechte Karten "Jedes Kind braucht ein Zuhause." hinweisen können. Die 10-Jährigen Kinder waren begeistert dabei und stolz auf das Spendenergebnis, dass sie in nur einer Schulstunde vor Osterferienbeginn erzielt haben.
    LG Ursula

  • matulr 30.06.2011 | 07:36 Uhr

    Liebe Ursula,
    danke für diesen wundervollen Bericht! Ich bin seit vielen Jahren Vulkanfan und kann mich kaum sattsehen an Deinen faszinierenden Bildern.
    Herzliche Grüsse aus Tübingen,
    ULI

  • u18y9s26 30.06.2011 | 21:07 Uhr

    Ich freue mich, wenn meine eigene Faszination im Bericht für Leser rübergekommen ist. Sicher wird es auch nicht mein letzter Vulkan sein, den ich näher anschauen möchte. Im August sind wir zu neuen Zielen unterwegs. Vielleicht gelingen mir auch dort so erinnernswerte Bilder.
    Herzliche Grüße aus Witten
    Ursula

  • aoxomoxoa 20.10.2011 | 22:14 Uhr

    Schau' Dir mal 'Workingman's Death' von Michael Glawogger an, ein Teil ist der Schwefelgewinnung gewidmet. Glawogger geht dorthin, wo es weh tut...

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  • u18y9s26 21.10.2011 | 17:29 Uhr

    Danke für den Tipp! Finde ich den Titel im Internet oder eher in der Videothek oder aktuell im Kino?
    LG Ursula

  • Blula 22.01.2012 | 18:59 Uhr

    Auch ich bin beeindruckt und habe hier wieder einiges dazugelernt. Danke!
    LG Ursula

  • MolaMolaMondfisch (RP) 18.04.2013 | 09:57 Uhr

    Ein interessanter Bericht. Danke.
    Liebe Grüße aus Bali
    M:)

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