Traumarbeitsplatz ??? Kawah Ijen, Banyuwangi, Ostjava, Indonesien

Reisebericht

Traumarbeitsplatz ??? Kawah Ijen, Banyuwangi, Ostjava, Indonesien

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Auf holprigen Pisten und Wegen

Auf nur schwer befahrbaren Pisten durch den dunklen und nebligen Regenwald erreichen wir in aller Frühe den Parkplatz unterhalb des Ijen in 1800 m Höhe. Von dort aus wollen wir zum in 2350 m hohen Kraterseerand aufsteigen. Es ist noch nasskalt und neblig trüb. Der Weg ist geröllig und weist Steigungen von 5% bis zu 35% auf. Plötzlich kommen uns dunkle Gestalten entgegen. Auf ihren Schultern tragen sie durch eine Bambustange verbundene Körbe, die mit riesigem leuchtend gelbem Gestein befüllt sind, das einzige, was auf Entfernung von ihnen zu erkennen ist. Mit Flip-Flops oder Gummistiefeln an ihren Füßen eilen sie mit ihrer Last auf glitschigem oder gerölligem Weg zu Tal.
Es sind die Schwefelträger vom Kawah Ijen.



Schwefelträger



Schwefel

Schwefel

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Verwendung (laut Wikipedia)
Schwefel wird sowohl in der chemischen Industrie als auch in der pharmazeutischen Industrie genutzt, unter anderem zur Produktion von Schwefelsäure, Farbstoffen, Insektiziden und Kunstdüngern.
Der pharmazeutische Nutzen von Schwefel war bereits im Altertum bekannt. Innerlich wurde Schwefel als Laxans (Abführmittel) eingesetzt. Er reizt die Darmschleimhaut. Der dabei durch Bakterien erzeugte Schwefelwasserstoff regt die Peristaltik an. Äußerlich kamen Schwefelrezepturen bei Hauterkrankungen wie Akne, Ekzemen, Krätze, Mykosen u. a. zum Einsatz. Heute findet Schwefel in der Dermatologie nur noch selten Verwendung, ist aber noch nicht vollständig aus der pharmazeutischen Literatur verschwunden. Nach wie vor gibt es pharmazeutische Zubereitungen, die als Wirk- bzw. Hilfsstoff Schwefel enthalten. In der klassischen Homöopathie ist Sulfur eines der so genannten großen Mittel.
In der Schwerindustrie ist Schwefel als Legierungselement für Stahl bedeutend.
Reiner Schwefel wird auch sehr häufig bei der Vulkanisation von Kautschuk verwendet.
Schwefel findet auch bei der Herstellung von Schwarzpulver, als Salpeterschwefel in der Feuerwerkerei, oder bei anderen Explosivstoffen Verwendung.


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Kommentare

  • u18y9s26

    Ich auch, Beate, das geht aber glaube ich aus meinem Reisebericht hervor. Ich hatte zunächst viele Fragezeichen neben den Traumarbeitsplatz gesetzt, wollte schließlich doch das Urteil bei der Traumkulisse des Kraterseeblicks den Lesern überlassen.
    LG Ursula

  • trollbaby

    Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in die Tätigkeit eines Schwefelarbeiters! "Traumarbeitsplatz" mag für uns nicht passend klingen, weil wir uns der Gefahren und Gesundheitsrisiken bewusst sind, aber die Einheimischen sehen das bestimmt anders. Für sie ist es ein Privileg, so viel zu verdienen und dadurch ihrem Nachwuchs bessere Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Viele andere, gut bezahlte Arbeitsplätze wird es in dieser Region sicher nicht geben.
    LG Susi

    PS: Auch ich bin gespannt auf Teil 2!!!

  • pleuro

    "Traumarbeitsplatz" mit vielen Fragezeichen ist gut!!! Diesen zu hinterfragen, zeigst Du ja auch in Deinem Bericht auf! Susi sagte es ja schon - eine Verdienstmöglichkeit auf Kosten der Gesundheit und langfristig mit Sicherheit eine kürzere Lebenserwartung - das sind die Fakten! Mehr muss man nicht dazu sagen! Ich finde es gut, dass Du hier darauf aufmerksam machst!
    LG Anne

  • u18y9s26

    Danke euch allen für euer Interesse und die kritische Auseinandersetzung mit einer menschenunwürdigen Tatsache, die zum Himmel schreit.
    LG Ursula

  • Blula

    Ich sage einfach mal DANKE für diesen ebenso interessanten wie nachdenkenswerten Bericht. Es ist absolut dankenswert, dass Du dieses Thema, das sich mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen dieses Traumlandes beschäftigt, hier aufgreifst. Die Fotografien, mit denen Du diesen lesenswerten Bericht umrahmt hast, sprechen für sich.
    LG Ursula

  • harley_flanigen

    Der Bericht ist gut zu lesen, über die Schwefelträger habe ich auch schon andere Berichte gelesen. Es ist und bleibt ein absolut gefährlicher Knochenjob.
    LG
    Patrick

  • RC-Redaktion

    Vielen Dank für diesen Reisebericht, der die Gegensätze zwischen der wunderschönen Landschaft und den unwürdigen Arbeitsbedingungen zeigt. Es ist wichtig auf Missstände aufmerksam zu machen! Deswegen und weil der Bericht sehr gut geschrieben ist, heute unsere Empfehlung auf der Startseite.

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  • u18y9s26

    Das freut mich sehr, wie die RC-Redaktion in letzter Zeit intensiv auch in älteren Berichten stöbert und sie wertschätzt. Herzlichen Dank für die Anerkennung!
    LG Ursula

  • ursi67

    Sehr interessant und eindrücklich! Gut beschrieben und bebildert, das ist ja Wahnsinn diese Bedingungen :-O Wir sollten nicht mehr jammern.....Lg, Ursi

  • u18y9s26

    Herzlichen Dank @ aoxomoxoa für die Empfehlung des Glawogger-Dokumentarfilms "Workingman's death". Es ist mir gelungen, den Film über die bundesweite Fernleihe aus der Uni-Bibliothek Trier für 2,50 € einen Monat lang zu entleihen. Absolut lohnend ihn zu sehen, um das Bild im Kopf nach einer kurzen einmaligen Begegnung im Urlaub zu vervollständigen.
    LG Ursula

  • vierfussler

    Dem Gelbtag sei Dank,ansonsten wäre mir dieser schöne faktenreiche abenteuerliche Bericht entgangen.
    LG Kurt F.

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