Zagoria - unbekanntes Griechenland

Reisebericht

Zagoria - unbekanntes Griechenland

Reisebericht: Zagoria - unbekanntes Griechenland

Die Präfektur Zagori liegt in der Provinz Epiros im Nordwesten Griechenlands, unweit der albanischen Grenze. Unberührte Natur, liebliche Dörfer mit tollen Tavernen und netten Unterkünften sowie unbeschreiblich gastfreundlichen Menschen prägen die Landschaft.

Zagori (Epiros-Griechenland)

Das Zagori besteht aus einer eigentümlichen geographischen sowie kulturellen Einheit, die aus 46 traditionellen Dörfern besteht. Die meisten dieser Dörfer wurden um 1400 angelegt, als sich die einheimische Bevölkerung ins Gebirge zurückzog. Geographisch befinden sich diese Dörfer zwischen Ioannina, Metsovo und Konitsa mit unberührten Bergen im Nordwesten von Griechenland.
Die im schluchtartigen Tal von Vikos gelegenen Dorfgemeinschaften konnten sich auch in der Zeit der Türkenherrschaft fast ganz unabhängig halten und verzeichneten dadurch einen großen Fortschritt auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. Eine Kombination von Viehzucht, Handwerk und Fernhandel führte zu beträchtlichem Wohlstand.
Die Umgebung besteht aus einer Mischung von Pinien-, Nadel- und Laubwäldern, die sich auf einer großen Fläche verteilen, kristallklarem Wasser, malerischen kleinen Steinbrücken, alten Herrenhäusern, schönen Kirchen und einer großen Vielfalt verschiedener Pflanzen. In dieser Umgebung ist das Angebot an Flora und Fauna so groß, wie sonst kaum noch in Griechenland. Und das nicht nur, was die Anzahl der Pflanzen betrifft, sondern auch was ihre Seltenheit angeht. Hier haben Bären, Hirsche, Steinböcke, Wölfe, Adler, Geier und viele andere Tiere einen geeigneten Lebensraum gefunden.
Die schmalen Dorfgassen sind steingepflastert, Querleisten bieten den Hufen der Maultiere Halt. Allen Dörfern gemeinsam ist die ungewöhnliche Architektur der meist zweistöckigen Häuser, die mit dünnen Schieferplatten gedeckt und ganz der umgebenden Landschaft angepasst sind. Typisch für die Bauweise der Häuser ist die Verwendung des Flyschsteins als Baumittel. Dieses Gestein kommt in der Umgebung reichlich vor und ist im Abbau und in der Verarbeitung einfach zu handhaben. Die Bauten fügen sich somit wunderbar unauffällig in die Umgebung ein.



Dilofo



Dilofo

Dilofo, eines der 46 Zagori Dörfer besteht aus ca. 50 Häusern, von denen ganzjährig nur ca. 5 bewohnt sind. Im Ort befand sich unsere Unterkunft, das Archontiko Dilofo, ein kleines Hotel mit 9 Zimmern. Das Haus ist ein altes Herrenhaus, das 1633 erbaut und 2004 restauriert wurde; es besticht durch seine wunderbare Einrichtung.(http://www.dilofo.com). Von Dimitra und Spyros, zwei in Deutschland geborene Griechen, erhielten wir unzählige Ratschläge für unsere Touren und Wanderungen in der Umgebung.



Dilofo



Die Schlucht von Vikos

Das Zagori bietet Wanderern ungeahnte Möglichkeiten. Ich will hier nur ein paar Highlights erwähnen, wie die Vikos-Schlucht.
Die Schlucht von Vikos befindet sich am westlichen Ende des Nationalparks Vikos-Aoos und durchquert das Westliche und Südliche Zagori. Sie hat eine Länge von etwa 12km, die Höhe der Felswände beträgt an manchen Stellen 1200m, während die Breite von 100 bis 1000m reicht. Die Schlucht ist von Wetter und Wasser gekennzeichnet und wird vom Fluss Vikos durchflossen. Die Fauna bietet eine große Vielfalt von Weiden, über Platanen und Ahorne bis zu Kräutern und Blumen . Früher wurden diese Kräuter von Ärzten gesammelt, die man Vikosärzte nannte. Geübte Wanderer können die Schlucht in etwa 6h durchwandern. Die Strecke führt durch eine Landschaft von einzigartiger Schönheit, mit vielen Farbunterschieden (das grau der felsen und das Grün der Vegetation).



Vikos Schlucht



Die Stufen von Vradeto

Bei den Stufen von Vradeto handelt es sich um einen aus Steinen gebauten Pfad mit vielen Stufen, der sich an einem felsigen Hang befindet, der zu der alten Siedlung von Vradeto führt. Die Stufen sind ein Kunstwerk, das die handwerkliche Geschicklichkeit der Meister von Epiros beweist. Früher war es der einzige Weg der zur Siedlung führte, die bis heute nichts an Faszination eingebüßt hat. Vradeto liegt in einer Höhe von 1340m und ist in der Nähe der Schlucht von Vikos erbaut worden. Für den Aufstieg benötigt man ca 1,5h und hat dann eine fantastische Aussicht auf die Schlucht.



die Stufen von Vradeto



Die Wasserfälle von Illiohori

Eine weitere Tour führt zu den Wasserfällen von Illiohori. Im gleichnamigen Dorf führt ein Pfad in ca. 1h zu den Wasserfällen. Der Anblick der in die Tiefe stürzenden Wassermassen ist phantastisch. Der Aufstieg zurück ist etwas anstrengend und dauert ca. 1,5h.
Die Region bietet noch unzählige weitere Wanderungen, die auch zeitlich unterschiedlich gestaltet werden können. Die entsprechende Wanderkarte Zagori 1:50000 ist in jedem guten Kartenladen erhältlich (ISBN 960-8195-23-3).



Brücken...Brücken...Brücken

Die alten Griechen waren wahre Baumeister und errichteten zahlreiche Wunderwerke.



Brücke kurz vorm Ortseingang Kipi



Flora und Fauna

Das Zagori bietet für Naturliebhaber ungeahnte Schätze. Kräuter, Blumen, zahlreiche Schmetterlinge, Käfer und vieles mehr.
Auf einer unserer Wanderungen bei Dilofo konnten wir die Spur eines Braunbären verfolgen und sogar einen Wolf erblicken, leider nicht lange genug für die Kamera.



Käfer



Dörfer...Straßen...Häuser...Türen...

wie eingangs bereits erwähnt, zeichnen sich die Zagori-Dörfer durch ihre bestechende Architektur aus. Hier ein kleiner Überblick, der der Schönheit jedoch nicht gerecht werden kann.



Monondendri



Kulinarisches:

wer die griechische Küche liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Man kann sich auch nur von den vielen vorzüglichen Vorspeisen ernähren, die die landestypische Küche hervorzaubert. Grundsätzlich sind alle von uns besuchten Tavernen zu empfehlen, jedoch muß ich die Gerichte einer Taverne besonders hervorheben: Die Taverne
Sta Riza in Elati ( www.zagori.biz/stariza) ist sehr geschmackvoll eingerichtet und besticht durch die Klasse ihrer Küche, ein wahrer Gaumenschmaus!!


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Kommentare

  • Blula

    Der Bericht hat mir sehr gut gefallen. Er ist sehr informativ und reich und wunderschön bebildert. Ich bin in vielen Regionen Griechenlands gewesen, den Nordwesten kenne ich jedoch noch nicht. Deshalb habe ich diesen Bericht auch mit besonderem Interesse gelesen. Vielen Dank!
    Herzl. Grüße! Ursula

  • trollbaby

    Sehr interessant, mal etwas über eine touristisch nicht so überlaufene Region Griechenlands zu erfahren!
    LG Susi

  • vierfussler

    Für einen Menschen wie mich, dem ein Weg von 500 m eine Herausforderung ist, war dein Bericht ein Spaziergang. Es war mir Schön mit dir auf dieser detaillierten und anspruchsvolle Wanderung unterwegs gewesen zu sein.
    LG Kurt F.

  • agezur

    Das unbekannte Griechenland! Danke für diesen Bericht. Ich hab damit viel über völliges "Neuland" erfahren!
    LG Christina

  • ouzo

    Sehr schöner Bericht. Wir waren selbst schon mehrmals in der Gegend und die Beschreibungen und Bilder wecken sehr schöne Erinerungen an wunderbare Landschaften und viele liebe Menschen. Herzlichen Dank!
    LG Ouzo

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Zagoria - unbekanntes Griechenland 4.71 14

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