Am Rhein entlang nach Rees

Reisebericht

Am Rhein entlang nach Rees

Reisebericht: Am Rhein entlang nach Rees

Für Radfahrer hat der Niederrhein einen überzeugenden Vorteil, er ist flach. Eine der beliebtesten Tagestouren am Rhein entlang beschreibe ich hier mit einigen Fotos als Unterstützung für Ungläubige.

Von Bislich nach Rees und zurück



Es standen erstaunlich viele Menschen am Anleger der Fähre, um mit den Rädern nach Bislich überzusetzen. Es ist die "klassische" Tour von Bislich nach Rees und auf der linken Rheinseite wieder zurück.

Auf der Höhe von Haffen/Mehr hatte jemand die nette Idee, Planeten-Stationen aus den einzelnen Orientierungspunkten zu machen. So radelten wir von Planet zu Planet, erfuhren jeweils etwas über dieselben und brauchten keine andere Karte, um nach Rees zu gelangen. Verfahren kann man sich aber sowieso kaum, weil immer wieder der Rhein ins Blickfeld gelangt. Gelegentlich sieht es aus, als führen die großen Lastkähne durch die Rheinwiesen.

So wie sich hier auf der rechten Seite die Landschaft präsentiert, entspricht sie einer Idealvorstellung vom Niederrhein, weite Weideflächen wechseln sich ab mit Kopfweiden und Pappeln, wobei ich geneigt bin, die Pappeln als die Zypressen des Niederrheins zu bezeichnen. Sie bilden immer wieder markante Punkte in der Landschaft. Friedlich grasen Schafe und Rinderherden oder lagern im Schatten der Bäume. Gelegentlich bekommt man auch einen Einblick in niederrheinisches Familienleben.

Rees ist schon von weitem gut sichtbar durch die gedrungenen Doppeltürme der Katholischen Kirche und die Stadtmauer mit dem Turm zwischen den Bäumen. Gleich zu Beginn wird der Radfahrer durch einen kleinen Skulpturenpark überrascht mit Werken deutscher und niederländischer Künstler, später wird man noch mehr davon finden. Die Stadt ist voller Skulpturen. An der Rheinpromenade gibt es auch genug Restaurants, Cafés und Kneipen. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei.


Bei einem Rundgang durch die älteste Stadt am Niederrhein, die zwischen 500 und 800 n.Chr. als fränkische Siedlung auf einer Ward gegründet wurde, den Namen Rees über den Ursprung "Rys" = Reis (Weidengehölz mit Röhricht) erhielt und 1228 vom Kölner Erzbischof in den Stand der Stadt erhoben wurde, bekommt man zwar eine Ahnung, wie die trutzige Befestigungsanlage einmal aussah, aber es ist auch deutlich, dass kaum etwas übrig geblieben ist vom Altertum. Im zweiten Weltkrieg wurde Rees beim Luftagriff im Februar 1945 beinahe völlig zerstört. Sehr ungewöhnlich ist der jüdische Friedhof, leider nicht zugänglich nur durch ein Eisentor zu sehen, der nicht innerhalb der Stadt, was nicht sein durfte, aber auch nicht außerhalb der Stadt, was wegen Überflutungsgefahr nicht möglich war, auf der Stadtmauer zu finden ist.

Mich deprimiert es immer, wenn Städte und Dörfer mit schöner alter Architektur dem Zerstörungswahn von Kriegen zum Opfer fielen. Hier in Rees ist das besonders schlimm, weil an einigen Stellen eine Ahnung entsteht, wie schön die Stadt sein könnte ohne die Not, nach dem Krieg schnell alles wieder aufzubauen.

Trotzdem haben die Reeser sich viel Mühe gegeben und das beste daraus gemacht. Es ist ein liebenswertes Städtchen mit viel Sinn für dekorative Elemente. Die Rheinpromenade kann sich sehen lassen. von dort aus sind wir wieder mit der Fähre auf die linke Seite gewechselt und Rheinnahe zurück gefahren.



Fähre über den Rhein


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Kommentare

  • Zypresse

    Schöner Bericht über eine nette Radtour in der näheren Heimat... ich werd's mir für den Sommer merken! Wie viele km sind es denn? Gibt es unterwegs auch Biergärten und / oder Restaurants? Oder erst in Rees?

    Dankeschön für Deinen Bericht.

  • Karu24

    Es sind hin und zurück ca. 35 km, je nachdem, welche Strecke auf dem Rückweg gewählt wird. Es gibt mehrere Möglichkeiten, man kann es auch noch ausdehnen.
    Auf der rechten Rheinseite, also von Bislich bis Rees gibt es nicht so viele Einkehrmöglichkeiten, es sei denn, man weicht von der Strecke und somit vom Rheindeich ab. Ich habe aber noch die die Gasthöfe auf dieser Strecke ausprobiert. An der Fähre in Bislich gibt es mehrere Möglichkeiten, in Ress dann jede Menge, so dass es unterwegs nicht nötig war, irgendwo einzukehren. Von Rees aus kann man auch noch ein Stückchen weiter Stromab am Rhein entlang fahren. Es gibt dann in Grieterort noch eine Fährmöglichkeit. Dort ist auch ein gutes Fischlokal.
    Die Route lässt sich beliebig erweitern und verlängern, nur nicht verkürzen, weil es keine Rheinquerung gibt.
    LG Erika

  • Karu24

    Sobald ich dazu komme, schreibe ich noch ein paar Ergänzungen dazu.

  • traveltime

    Warum in die Ferne schweifen, wenn...............
    LG Rolf

  • rrobby

    Hallo Erika!
    Ich hab im Sommer 2009 eine Radtour entlang des Rheines von Dinslaken bis nach Emmerich, ca 70km, gemacht. Dabei bin ich auch das Teilstück, welöches du hier beschreibst, geradelt Es war herrlich, ich kann Deinen Bericht nur bestätigen, es ist wirklich schön dort.
    LG Robert

  • Blula

    Das Frühjahr naht und die von Dir hier so schön beschriebene Tour dürfte für die Radler unter uns wirklich sehr reizvoll sein.
    LG Ursula

  • Karu24

    Ja, noch 10 Tage warten, dann wird es gut. Jetzt ist noch keine Farbe zu sehen, nur dieses schmuddelige Olivgraugrün. Wer mag, darf bei so einer Tour auch bei mir einen Kaffee trinken. Kurze Nachricht vorher genügt.
    Danke fürs Lesen und für die Komplimente.
    LG Erika

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