Romantische Wintertraumwelt Krippenstein

Reisebericht

Romantische Wintertraumwelt Krippenstein

„Willkommen im Wintermärchen Krippenstein,“ so werde ich von meiner alten Freundin



Isabella mit ihrem Hund Lea

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Isabella begrüßt, die an der Talstation der Dachstein-Welterbe-Seilbahn mit ihrem Hund Lea auf mich wartet. Und bevor es in luftige Höhe geht, mieten wir uns Schneeschuhe, die uns hoch oben im tiefen Schnee problemlos fortbewegen lassen, ohne dass wir Schritt für Schritt in die Tiefe sinken. „So haben sich bereits vor langer Zeit die skandinavischen Nomaden und die Indianer in Grönland und Nordamerika fortbewegt,“ erfahre ich, während ich mit diesen geliehenen Kunststoffteilen an der Hand mit einer Horde junger Skiläufer in die Höhe rausche. Derweil hat sich Lea in eine Ecke verzogen, schaut gelassen auf die schroffe Felswand, vor der wir aufsteigen und lässt sich genüsslich von mir kraulen. Nur ab und an, wenn die Rollen unserer modernen Gondel einen dieser riesigen Pfeiler passieren, und es „klack, klack, klack“ macht, schaukelt die ganze Sippe mit der mächtigen Gondel, was Lea kurz aufhorchen lässt.



Bergstation Krippenstein



Oben auf dem Krippenstein genieße ich erst einmal die Panoramabergwelt des Dachsteinmassives, atme tief die frische Bergluft ein und habe das Gefühl, von den wärmenden Sonnenstrahlen eine Gratis- Beauty-Maske der Luxusart zu bekommen.
Später, viel später, legen wir dann die Schneeschuhe an und stapfen mit der krallenartigen Steighilfe unter den Schneeschuhen die letzten steilen hundert Meter zum Gipfel problemlos hinauf, während die schmalen Pfoten von Lea tief einsinken und sie elegant mit aller Kraft und einer großen Freude Meter für Meter hoch springt



Kapelle auf dem Krippenstein

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An einer Kapelle machen wir erst einmal Rast. Sie ist für eine deutsche Schulklasse errichtet worden, die auf tragische Weise unweit von hier in den neunzehnhundertfünfziger Jahren bei einem plötzlichen Wettersturz ums Leben gekommen war. Tragischerweise hat man sie damals auf einen Wettersturz aufmerksam gemacht, was sie jedoch nicht vom Weitergehen aus der sicheren Schutzhütte abgehalten hat.



Lea auf der Welterbespirale am Krippenstein



Nachdenklich stapfen wir die paar Meter weiter zum Krippensteingipfel mit seiner Welterbe-Spirale.

Dort freue ich mich, dass ich wieder einmal auf dieser futuristischen Aussichtsplattform mit diesem grandiosen 360 Grad Rundumblick stehen kann. Auch habe ich heute wieder einen Tag mit fantastischer Fernsicht erwischt. Da schätze ich doch, dass ich locker fünfzig Kilometer über alle Gipfel hinweg sehen kann.

Ich vermisse aber immer noch das angekündigte „augmented reality“ Fernglas, mit dem man nicht nur weit in die Ferne schauen kann, sondern auch mit computerunterstützen Informationen über das angepeilte Ziel informiert werden soll.



Kamera auf der Welterbe-Spirale...

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Dafür ist eine Kamera installiert, mit der ich mich vor dieser grandiosen Bergkulisse im Bild festhalten lassen kann. Es wird automatisch ins Internet geladen und kann so von den Liebsten zu Hause neidvoll angesehen werden.

Dabei ist die Kamera so eingestellt, dass sie den Dachsteingletscher hinter uns fest im Visier hat. Und in diesem Moment muss ich an den herrlichen Spaziergang denken, den ich vor ein paar Tagen auf der anderen Bergseite am



Gosausee



Gosausee gemacht habe. Von diesem kleinen Stausee dort war der Dachsteingletscher an diesem eiskalten, sonnigen Tag zum Greifen nahe.

Jetzt hier oben, eine halbe Spazierstunde von der Welterbe-Spirale leicht bergab, geht es zu den „5fingers“. Es ist eine technische Meisterleistung von fünf in einem Stahlgerüst integrierten Glasplatten, die einer ausgestreckten Hand ähneln. Auf ihr habe ich noch vor kurzem gestanden und über 400 Meter weit durch die Boden-Glasplatten ins Leere geschaut. Von dieser grandiosen Aussicht schaut man 1500 Meter tiefer dann auf mein geliebtes Salzgrubenstädtchen Hallstatt, deren hübsche, archaische Häuser sich von einer mächtigen, lotrecht abfallenden Felswand auf einem Steilhang bis hinunter zum nahe gelegenen Hallstätter See noch heute dicht an dicht drängen.



In Hallstatt unter dem...

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Und wo man unter dem Sportgeschäft Janu spannende Blicke in Ausgrabungen machen kann, die bis in die Bronze- und Eisenzeit zurück reichen.

Nur leider ist uns jetzt der Zugang zu den „5fingers“ verwehrt, da es wegen der Schneemassen zu gefährlich ist. Und so geht’s in eine andere Richtung gemütlich einige Höhenmeter hinab zu einem kleinen Geheimtipp.



Gjaid-Alm auf dem Krippenstein



Es ist die Gjaid-Alm, von der Isabella mit leuchtenden Augen sagt, dass es der entspannteste Platz ist, den sie jemals gesehen hat. „Hier könnte ich glatt ins Koma fallen“, gesteht diese sympathische Frau dann schmunzelnd, „denn es gibt keine Skihütte, in der ich zwei Stunden sitzen bleiben könnte.“

Und wie ich dann hinter Isabella mit ihrer immer noch vor Freude springenden Hündin Lea leicht bergab stapfe, kommt uns doch glatt eine



Auf der Gjaid-Alm am Krippenstein werden die Gä...



Schneeraupe entgegen, die eine Gruppe junger Skiläufer an Seilen hinter sich herzieht. Wie Isabella mein staunendes Gesicht sieht, erklärt sie mir dann auch den Grund dieses seltenen „Schleppliftes“. Und der liegt eigentlich auf der Hand: Damit der Hüttenwirt überhaupt mal Gäste bekommt, bietet er ihnen an, sie nach dem Besuch seiner Hütte wieder den Berg zurück in die Ski-Arena von einem seiner Mitarbeiter mit der mächtigen Pistenraupe hinauf ziehen zu lassen.

Wie die fröhliche Jugendgruppe dann vorbei gezogen ist, und ich die Hütte geschützt in einer tief liegenden, kleinen Talmulde vor mir sehe, schmunzelt meine Führerin. Sie erzählt, dass



Michael Haid, der Hüttenwirt...

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Michael Haid, der Hüttenwirt, sich manchmal auch einfach absetzt, wenn ihm der Rummel zu groß ist. „Dann sagt er einfach“, und jetzt lacht sie herzhaft, „das ist mir aber jetzt zu viel. Und macht sich einfach von dannen“.

Was mich natürlich auf diesen Menschen neugierig macht. So steigen wir zu seiner Hütte ein kurzes Stück steil Berg ab, befreien uns von den Schneeschuhen und lassen uns auf seiner Sonnenterrasse nieder. Und wie ich mir noch Gedanken über die tibetischen Gebetsfahnen an seiner Hütte mache, kommt dann auch ein Nepalese zu mir und fragt mich nach meinem Getränkewunsch.

Später, nach dem sich der Hüttenwirt unkompliziert mit Michael vorgestellt und sich zu uns gesetzt hat, erfahre ich, dass



Indra Chhantjal aus Nepal, ein...

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Indra Chhantjal aus Nepal ein politischer Flüchtling ist und aus Myagdi, dem Daulhaghiri-Gebiet, stammt. In der Zwischenzeit hat er dank seines Arbeitgebers Michael ein Bleiberecht hier in Österreich bekommen. Und wie ich bei diesem freundlichen Nepalesen an seinem Wunsch-Arbeitsplatz in der Hüttenküche stehe und ihn nach Heimweh frage, antwortet er mit strahlenden Augen, dass er sich hier an seinem neuen Wohnsitz und dem gleichzeitigen Arbeitsplatz inmitten der hohen Berge heimisch fühlt.



„Jahrelang“, so erzählt mir der freundliche Hüttenwirt, „habe ich als Bergführer in der ganzen Welt gearbeitet. Und dann habe ich es als Wink des Schicksals empfunden, als diese Hütte hier frei wurde und gleich zugegriffen.“

Bis heute sind das fünf Jahre und er hat es nicht bereut. Während dieser erfahrene Bergführer von Ruhe und Nähe erzählt, die er im Leben haben möchte, zeigt er mir sein kleines Reich. Und in den kleinen, urgemütlichen Gaststuben steht denn auch ein Bild des Dalai Lamas auf jedem Tisch. Das macht mich weiter neugierig auf diesen fröhlich, zurückhaltenden jungen Mann. Der mir dann erzählt, dass Jesus schon für ihn der Wichtigste ist. Erst dann kommen Buddha und der Dalai Lama. „Der Dalai Lama verkörpert für mich einfach Menschlichkeit und Ruhe. Und deswegen steht er hier.“



Jugendgruppe wird auf einer...

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Wie ich ihn dann auf seinen ungewöhnlichen Raupenlift anspreche meint dieser dann, dass er es „von Herzen nicht gerne“ macht. „In den letzten Jahren ist es nur leider so, dass die Leute so faul geworden sind, dass ihnen die 250 Meter zu lästig sind, um nach dem Mittagessen wieder zurück auf die Piste zu kommen. und wenn dann mit den Skischulen 40 oder 50 Kinder hier sind, dann freuen sie sich auf diesen Service. Dann haben sie ihr Erlebnis gehabt. Aber es ist nicht Standard für jeden hier.“

Er ist froh, dass seine Hütte nicht gleich hier an der Skipiste steht und dass er sich hier an der Grenze zu einem wunderbaren Naturskigebiet befindet. So kann sich jeder entscheiden, ob er auf die Skipiste gehen möchte, oder alle Ruhe der Welt mit seinen Schneeschuhen inmitten dieser einmaligen völlig abgeschiedenen Bergwelt haben möchte. „Die fasziniert mich auch heute noch jeden Tag auf’s Neue,“ strahlt dieser erfahrene Bergführer.

Nur wenn er ins Tal hinunter muss, stellt er sich noch auf seine Ski oder fährt mit seinem



Michael Haid, der Hüttenwirt...

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Motorschlitten hinunter. Ansonsten meidet er den Pistenskilauf. Dafür macht er mit seinen Gästen ausgiebige Ski- und Schneeschuhtouren. Dazu gehören auch Kurse in Lawinenkunde und Gletscherspaltenbergung. Und auf seinen zukünftigen Schwerpunkt hier oben in der Einsamkeit angesprochen nennt er dann mit Begeisterung unter anderem Meditationsseminare und Jogawochen.

Und dann ist es bereits 3 Uhr an diesem Nachmittag und es wird Zeit für ihn, sich an den Herd zu stellen und das Abendessen zu bereiten. Danach wird er noch ein bisschen musizieren und lesen, bevor er dann früh schlafen geht.



Auch wir wollen uns auf den Weg machen. Und so entfernt Isabella ihrer friedlich auf dem Terrassenboden liegenden Argentinischen Dogge den Anorak von ihrem weißen Fell, den sie ihrer treuen Seele trotz des Sonnenscheins als Kälteschutz übergelegt hat. Wir stapfen



Michael Haid, der Hüttenwirt der Gjaid-Alm auf ...



im Klang des Alphorns los, das uns in diese wunderbar einsame Welt hinein begleitet.

Gerd Krauskopf



Infos:

Infos:



Gut gewohnt habe ich in Hallstatt im Heritage.Hotel Hallstatt

Heritage.Hotel Hallstatt, Landungsplatz 102, A-4830 Hallstatt, Tel: 0043/6134/200 36, Fax: 0043/6134/200 42, E-Mail: hallstatt@heritagehotel.at, Internet: www.heritagehotel.at
Angebote jetzt im Winter:
Das Heritage.Urlaubs-Package „Allein zu Zweit“ gilt noch bis 30. April 2010 und wird zu einem Pauschalpreis von € 210,- pro Person für 2 Übernachtungen angeboten (kein Zuschlag bei Einzelbelegung im Heritage.Delux-Doppelzimmer).
Das Heritage.Urlaubs-Package „Auf und davon“ ist ebenfalls bis 30. April 2010 pro Person für 2 Übernachtungen für € 190,- zu bekommen.



Hallstatt mit Blick auf das Heritage.Hotel Hall...



Dachstein-Welterbe-Seilbahnen

Dachstein & Eishöhlen GmbH & Co KG, Winkl 34, A-4831 Obertraun am Hallstättersee, Tel: 0043/6131 531-0, Fax: 0043/6131 531-4800, info@dachsteinwelterbe.at, www.dachsteinwelterbe.at



Archäologische Ausgrabungen in Hallstatt

im Bereich des Sportgeschäftes Janu in Hallstatt.
www.salzi.at/article/lokales/hallstatt/3612/



Archäologische Ausgrabungen in Hallstatt



Hüttenromantik auf der Gjaid Alm am Krippenstein:

Michael Haid und sein nettes Team kochen ausschließlich biologisch. Die Alm- und Wanderführerinnen geleiten ihre Gäste in die faszinierende Bergwelt des Dachsteins. Zwei- und Mehrbettzimmer, Lager, Gruppen-, Seminar- und Meditationsraum im Sommer- und Winterbetrieb. Ausrüstungsverleih. Tel: 0043 (0)6131596, service@gjaid.at, www.gjaid.at



Gjaid Alm



Skiregion Dachstein West:

Wintersport für die ganze Familie in der Skiregion Dachstein West.
www.dachstein.at



Skiregion Dachstein West.



Gut gewohnt habe ich in Salzburg in der Villa Auersperg:

Da mein Flieger an einem Freitag Vormittag bereits am frühen Morgen von Salzburg gestartet ist, habe ich noch die letzten Tage wunderbar in Salzburg verbracht. Dort habe ich nahe der Fußgängerzone „Linzergasse“ sehr gut gewohnt im charmanten Stadthotel „Villa Auersperg“, einer mit viel Aufwand revitalisierten Jahrhundertwendevilla mit kleiner, feiner City-Spa samt herrlicher Dachterrasse. Den idyllischen Garten konnte ich leider wegen des Schnees nicht nutzen, dafür aber die ansprechend stimmungsvolle Bar.
„Hotel & Villa Auersperg“, Auerspergstraße 61, A-5020 Salzburg, Tel: 0043 (0)662 88944-0, Fax: 0043 (0)662 88944-55, www.auersperg.at, friends@auersperg.at



„Hotel & Villa Auersperg“ in Salzburg


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Kommentare

  • astrid

    Lieber Gerd,
    wie immer ein wunderschöner Bericht der Wärme vermittelt und ein bisschen Neid aufkommen lässt. Dort wäre ich jetzt auch gern! Herzlichen Gruß
    Astrid

  • philduck72 (RP)

    Spannend geschriebener und mit schönen Bildern illustrierter Bericht, der Lust auf Winterurlaub macht!

  • Blula

    Wenn ich jetzt in diesen Wintertagen noch Urlaub hätte... . dahin würde ich gerne fahren. Ich kenne Hallstadt aus meinen Kindertagen von einem Sommerurlaub her. Dein Bericht ist wunderschön und informativ und Deine Fotos ganz prima.
    LG Ursula

  • mimare

    Eine wunderbare Kombination aus Bild und Text. Manche Fotos sind wie Gemälde. Die Hotelbilder zeigen, wie gut man sich dort verwöhnen lassen kann.

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