Reise nach Jerusalem 2

Reisebericht

Reise nach Jerusalem 2

Reisebericht: Reise nach Jerusalem 2

Auszüge aus dem Internettagebuch meiner Fahrradpilgerreise von Olpe nach Jerusalem.

Teil 2: Belgrad - Istanbul

24.04.2007

Kaffee, Schnaps und Eier bei...

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Rumaeaeaenieieien!!!!! Ich kanns kaum glauben! Wir sind in Rumaenien. Ihr braucht euch keine Sorgen ueber die Aussengrenzen der EU zu machen, die sind so sicher, dass man auch als EU-Buerger nicht wieder rein kommt. Aber der Reihe nach:

Sonntag: 22.04.07
Pater Leopold muss uns morgens um acht wieder bei der Polizei abmelden. Irgendwie sind einem die "Bullen" hier schon unsympathisch mit ihren kyrillischen Beschriftungen auf der Uniform und der Muetze wie ne Kippa auf dem Hinterkopf . Pater Leopold raeth uns auf der linken Seite der Donau zu bleiben und bei Bella Crkva die serbisch/rumaenische Grenze zu passieren.
Die Strassen sind super ausgebaut und es gibt kaum Verkehr. Unser Standardspruch in Serbien: "So wird das nix mit der EU" hat heute mal Pause.
Auf unserer gratis Serbienkarte der Touristeninformation in Novi Sad ist noch ein weiterer Weg nach Rumaenien eingezeichnet. Direkt an der Donau entlang. Wir entscheiden uns fuer diese Variante und kommen so in kleines Dorf, Balatska Palanka. Dort treffen wir Aleksandra und ihren Mann. Die beiden laden uns zu Kaffee, Schnaps und Spiegeleiern ein und erklaeren uns, dass es den Weg auf unserer Karte in Wirklichkeit nicht gibt. Wir muessten mit der Faehre auf die rechte Seite der Donau und dann von Velo Gradiste mit der Faehre nach Rumaenien. Sie telefonieren auch eifrig herum und finden raus, dass die naechste Faehre um 19 Uhr fahrt, jetzt ist es halb vier!!!! Naja, ist ja nicht so schlimm. Dann ham wir halt mehr Zeit fuer Kaffee, Schnaps und Eier. Nachdem wir noch ein bisschen mit dem Boot der Familie ueber die Donau gerudert sind verabschieden wir uns mit grossem Hallo.
Aleksandra spricht fast perfekt deutsch und ist sehr daran interessiert das auch zu tun. Wir sollen Euch also alle einladen. Wer Mal in der Gegend ist soll sie auf jeden Fall besuchen. Sie freut sich sehr. Email Adresse koennt Ihr von uns haben.
Wir fahren also mit der Faehre auf die andere Seite und biwakieren kurze Zeit spaeter ueber der Donau (um halb Acht ists hier ja dunkel).

Belgrad - Ram (Heimatort von Dr. Ram, Lokal Hip Hop Hotspot )
Strecke: 95,52km
Schnitt:19,83km/h
Gesamt: 1815 km



Auf der Fähre nach Ram



24.04.2007

Tja Andi, gibt keine Fähre mehr...

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Montag: 23.04.07
Der Weg ist heute mal wieder total verdreckt. Machmal meint man es waere Staatsziel Nummer ein in Serbien, das ganze Land unter einer gleichmaessigen Muellschicht zu verstecken. Ueberall liegen Plastiktueten und-flaschen herum, furchtbar. Als dann in der Donau ein ausgewachsenes totes Hausschwein an uns vorbeitreibt haben wir echt keine Fragen mehr. "So wird das nix mit der EU".
Den Faehrkai in Velo Gradiste haben wir schnell gefunden. Allerdings erklaert man uns hier laechelnd, dass diese Faehre schon seit zwei Jahren nicht mehr faehrt. Ist hier schliesslich ne EU-Aussengrenze. Der naechst Grenzuebergang ist 140 km flussabwaerts. Das darf ja wohl nicht wahr sein. Wir haben schon seit zwei Tagen keine serbischen Dinar mehr und jetzt duerfen wir noch nen Tag hier verbringen.
Nach der Fruehstueckspause trennen wir uns mal und fahren einzeln weiter Richtung "Eisernes Tor". Das ist mal ganz angenehm, weil jeder dann anhalten kann wann er mg und man einfach flexibler ist. Die Landsschaft wird unbeschreiblich schoen. Relativ kleine aber sehr steile und schroffe Berge zwaengen die Donau in ihr Bett. Die Strasse ist mit viel Muehe an die Wand geklebt und bedient sich vieler Bruecken und Tunnel. Kurz vor D. Milanovac treffen wir uns wieder und biwakieren auf einem Berg mit herrlichen Ausblick in den Sonnenuntergang ueber der Donau.

(@Goggi, Sebastian: Vielleicht nicht ganz so stylisch wie ueber dem Refug du Requin
aber fast).

Ram - D. Milanovac
Strecke: 96,82 km
Schnitt: 17,34 km/h
Gesasmt: 1912 km



Biwak über der Donau

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24.04.2007

Am Eisernen Tor

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Dienstag: 24.04.07
Inzwischen sind wir ganz froh, dass das mit der Faehre in V. Gradiste nicht geklappt hat. Die serbische Seite ist hier erheblich schoener als die rumaenische und Verkehr gibts auch kaum. Auf unseren Karten sind zwei grosse geschichtliche Staetten eingezeichnet: Die "Trajanstafel" und das "Eiserne Tor" leider wird an der Strasse nicht darauf hingewiesen, oder wir sind zu blind. Finden jedenfalls keine der beiden, schade.
Ich muss noch mal darauf hinweisen wie herrlich die Landschaft hier ist, werde hier sicherlich nicht das letzte Mal in meinem Leben gewesen sein.
Irgendwann gibts irgendwo ploetzlich nen Staudamm in der Donau und obendrauf - wir hatten ja schon nicht mehr daran geglaubt - ein Grenzuebergang. Und der hat sogar offen . Alles laeuft wieder problemlos, obwohl wir die beiden letzten Naechte in Serbien ja nicht polizeilich gemeldet waren, haben ja biwakiert.
In Rumaenien sind die Strassen sofort furchtbar schlecht, entsetzlich voll und alles ist hier nicht mehr so schoen.
Da wir dringend mal ne Dusche brauchen und unsere Sachen waschen muessen gehen wir in ein Hotel. Bin da gerade drin, hab den Namen des Kaffs hier aber vergessen. Muss man sich auch nicht merken.
Ach ja, interessant ist noch, dass wir an der serbisch/rumaenischen Grenze die Uhren eine Stunde vorstellen mussten. Jetzt wirds auch mal wieder zu vernuenftigen Zeiten dunkel.

D. Milanovac - Kaff von dem ich den Namen vergessen hab
Strecke: 58,33 km
Schnitt: 18,73 km/h
Gesamt: 1971 km



25.04.2007

Donnerstag: 25.04.07 (glaube ich)
Wir packen in unserem Continental Hotel alles zu essen ein, was die nicht schnell genug wegraeumen koennen und fahren um kurz nach zehn los. Zunaechst auf der Nationalstrasse 6 dann auf kleineren Strassen Richtung Calafat. Anfangs ist die Landschaft mal kurz ganz schoen, dann wirds entsetzlich oede.
Ich bin immer wieder ueberrascht wie die Leute hier hausen. Morgens um zehn sitzen ganze Familien vor ihren Haeusern und schwatzen - Donnerstags. Die
Haeuser sind alle entsetzlich heruntergekommen. Da nagelt nicht mal einer den Gartenzaun wieder zusammen oder stellt mal ne umgefallene Mauer wieder hin. Ich glaube den Geruch von Loesungsmittel wenn man nen Eimer Farbe aufmacht kennen in Suedosteuropa keine fuenf Leute . Sehr seltsam, dass denen das Spass macht. Wir werden einige Male auf italienisch angesprochen aber das koennen wir leider nicht und englisch, deutsch, franzoesisch oder spanisch spricht hier keiner.
Es ist etwa halb sechs als wir in Calafat wieder die Donau und damit die rumaenisch - bulgarische Grenze erreichen. Souvenir Stempel gibts keine: " Mensch das ist hier ne EU Innengrenze, da gibts keine Stempel mehr" Na die EU-erfahrenen Beamten hier muessens ja wissen. Der Grenzuebergang wird durch eine Faehre realisiert. Hier unten ist die Donau zum Teil so breit, dass man am Ufer gar nicht weiss von wo nach wo der Fluss eigentlich fliesst. Man hat den Eindruck an einem grossen See zu sein.
Beim Warten auf die Faehre sprechen wir lange mit nem Kerl aus Rumaenien (Ich glaube der war ein Zuhaelter und musste eine seiner Kraefte an ihren Einsatzort bringen) und mit zwei Oesterreichern auf dem Weg nach Serbien. Immer wieder lustig solche Bekanntschaften. Auf Bulgarischer Seite kommen wir dann nach Vidin. Ich weiss nicht was man fuer Kurse besuchen muss um so haessliche Vorstaedte zu bauen. Die sind bestimmt nicht billig, so was koennen nur hochqualifizierte Spezialisten.
Das Hotel Dunav (Ich glaube zumindest dass es so heisst, kann leider kein kyrillisch) ist einfach, sauber und sehr billig. Hier fuehlen wir uns wohl.
Werden uns morgen mal trennen. Das hatten wir ja schon zu Hause geplant und hier ist eine ganz gute Stelle, weil wir uns in einigen Tagen (zehn oder so) in Istanbul wieder treffen koennen. Sind ja auf einer Pilgerreise und da braucht man vielleicht auch mal etwas Einsamkeit, ausserdem weiss man dann die Vorzuege des Zusammenreisens besser zu schaetzen. Ich werde die naechsten Tage vermutlich biwakieren, also nicht wundern wenn ich mich nicht melde.
Mit dem Gesundtheitszustand ist eigentlich alles unveraendert. Kniee gehen dank Ibuprofen und die Fersen sind so lala.
Und wir haben heute die 2000 km Marke geknackt. Haben also das erste Drittel bis Jerusalem sicher im Sack.

Drobeta Turnu Severin - Vidin
Strecke: 101,73 km
Schnitt: 17,72 km/h (Gegenwind )
Gesamt: 2073 km



So siehts nach genau 2000km aus

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27.04.2007

Donnerstag:26.04.07
Mache bei dem Versuch Vidin zu verlassen erst mal nen riesen Umweg. Die Strasse nach Lom ist sehr schoen und wenig befahren. Lediglich alle zwei Minuten ein Willi Betz Sattelzug, die muessen hier irgendwo ihre Zentrale haben.
Lom ist eine tzpische Stadt fuer diese Gegend. Die Randbezierke total verfallen und
verwahrlost und im Zentrum ploetzlich Geschaefte und Leute und eigentlich ganz schoen. Beim Rausfahren wirds wiedr entsetzlich. Auffaellich sind hier auch die vielen Denkmaeler aus Sowjetzeiten. Ueberall stehen Vollbusige Baeuerinnen aus Bronze mit Gewehren in der Hand oder Soldaten die aufbrechend in Richtung Zukunft zeigen. Das sich die Leute, die so was aufgestellt haben, nicht zu bloed vorgekommen sind. Haette mich geschaemt .
Die Landschaft ist hier auch hinter Lom noch schoen nur bekomme ich jetzt schrecklichen Gegenwind. Schlage bei Kozloduz mein Zelt auf.

Vidin - Kozloduy
Strecke: 104,61 km
Schnitt: 15,95 km/h
Gesamt: 2178 km



27.04.2007

Freitag: 27.04.07
Heute morgen werfe ich den letzten Blick auf die Donau. Die ist seit Regensburg ein ganz schoen stattlicher Strom geworden.
Schoeoeoe
Fahre ueber Byava Slatina nach Pleven. Auch heute gibts wiederlichen Gegenwind. Ich finde Gegenwind ist so ziemlich das Schlimmste was einem passieren kann. Da gegen ist man so schreklich hilflos. Pannen kann man reparieren, Berge sind irgendwann zu Ende, Hunde kann man hauen oder ihnen wegfahren aber Gegenwind kann man nur ertragen.
Nach der Mittagspause tauchen am rechten Horizont ploetzlich die Berge auf. Schnee bedeckte Gipfel und ich fahre durch einen Backofen.

"Wenn im Sueden dann schimmernd die Bergketten nahn,
werd ich singend im Steigbuegel stehn,
..."

Freue mich, da fahre ich morgen hinein. Hab nach ca. 1700 km an der Donau auch mal wieder Lust auf steile Strassen.
Ca. dreissig Kilometer vor Pleven wir die Nationalstrasse 13 ploetzlich so schlecht, dass ich echt kurze Zeit mit so was wie "Verstehen sie Spass" rechne. Die erste Fahrbahndecke ist abgefraesst mit einer Maschine, die wahrscheinlich normalerweise im Tagebau eingesetzt wird. Dazu gibts dann insgesamt fuenf verschiedene Asphaltschichten und das ganze garniert mit Schlagloecher in denen man ne Strassenbahn verstecken koennte. Das ist mit einem Fahrrad nicht zu befahren. Zumindest nicht mit meinem. Fahre ca 300 Meter ueder einen Acker, der ist
erheblich komfortabler. Wenn ich mir ueberlege, dass mir die Hinterradaufhaengung am Auto abreisst wenn der Rath damit mit 50km/h ueber ne 15cm hohe Kante faehrt, verstehe ich absolut nicht wie die Autos hier dieses Alter erreichen.
Da Bulgarien echt billig ist und ich offensichtlich ein Loch in der ThermaRest hab , nehme ich in Pleven schon wieder ein Hotel und schaue mir abends noch ein bisschen die Stadt und die heldenhaften Bronzestaturen an.

Kozloduz - Pleven
Hab den Computer im Hotel vergessen, trage die Daten nach.



29.04.2007

Am Troyanpass

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Samstag: 28.04.07 - endlich Berge
Kaufe erst ein, dann gehts ueber Lovech und Troyan in die Berge. Morgens regnets erst etwas, spaeter wird das Wetter wieder prima. Es geht die ganze Zeit leicht bergauf. Troyan liegt auf 600m, der Pass ist 1500m ueber dem Meer. Schlage so bei 800m mein Lager auf. Muss dafuer ein Ufer hoch. Was von unten so leicht aussieht wird ein ganz schoener Akt. Brauch eineinhalb Stunden bis alles da ist wo es hingehoert. Der Platz ist aber mal wieder wunderschoen. Habe einen weiten Blick nach Norden in die Bulgarische Tiefebene. Im Sueden kann man das Denkmal
auf der Passhoehe - dort steht ein ueberdimensionaler Torbogen - erkennen.
Als ich hier abends vorm Zelt sitze, Mundharmonika spiele und in den Himmel gucke frage ich mich warum ich im Leben eigentlich auch noch was anderes mache.

Pleven - Am Troyanspass
Strecke: 82,85km
Schnitt: 13,78 km/h
Gesamt: 2359 km



29.04.2007

Sonntag: 29.04.07 - Passhoehe
Heute Nacht sind zwei Pferde mit Kuhglocken um den Hals um mein Zelt gestreift. Die beiden stehen heute morgen mitten auf der Passstrasse und blockieren den ganzen Verkehr. Sehr lustig das Ganze.
Fahre mit einem Schnitt von 7 km/h weiter den Pass rauf. Bei einem Skilift halte ich mit Haenden und Fuessen ein Plaeuschchen mit einigen bulgarischen Touristen. Die schauen einen hier ja immer an, als haetten sie noch nie ein Fahrrad gesehen.
Bin um halb zwoelf auf dem Pass und fahre noch mal ca 80 Hoehenmeter zu diesem seltsamen Denkmal. Mal wieder schrecklich haessliches riesengrosses Betonteil und kein Mensch weiss auf was es sich bezieht. Zumindest keiner von denen mit denen ich geredet habe. Ich mache schnell ein paar Fotos, es ist lausig kalt hier oben, und fahre auf suedlicher Seite den Balkan wieder runter. Die Passstrasse hat echt Spass gemacht, hatte das nach der Donau mal noetig .
Weiter gehts ueber Karnare, Karlovo nach Plovdiv.
Das mit den Ausschilderungen geht jetzt besser. So allmaehlich habe ich das kyrillische Alphabet drauf. Das hilft einem aber auch nur bei Namen. Texte sind nach der Uebersetzung in lateinische Buchstaben ja immer noch auf bulgarisch . Auf grossen Strassen gibts die Beschilderungen aber auch im lateinischen Alphabet.
Komme in Plovdiv wieder guenstig in einem Hotel unter.
Moechte mal noch eben erwaehnen, dass ich foellig ohne Ibuprofen Unterstuetzung ueber diesen Pass gekommen bin . So langsam scheinen auch meine Kniee begriffen zu haben worum es geht. Die Ferse ist noch immer bloed, heute gings aber eigentlich ganz gut.
Hab mal wieder einige neue Bilder in StudiVZ gestellt.

Schoene Gruesse aus Plovdiv

Peter

Am Troyanspass - Plovdiv
Strecke: 107,19 km
Schnitt: 17,63 km/h (wieder hochgearbeitet von 7 km/h )
Gesamt: 2466 km



Warum wird bulgarisches Brot vom TÜV Thüringen ...



01.05.2007

1. Mai Party

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Hallo,
will nur mal eben ein Lebenszeichen von mir geben. Bin gerade ueber die Grenze nach Griechenland gefahren und hab noch mal Euros gebunkert. Auf der Strasse hat mich ein junger Kerl angequatscht und mich auf nen Uzo eingeladen. Bin jetzt in seinem Internetcafe und hier sind alle total betrunklen weil: 1. Mai.
Will gleich noch in die Tuerkei und weiss noch nicht wann ich wieder Netz haben werde. Hoffe übermorgen Abend in Istanbul zu sein.

Freue mich ueber Euere Eintraege.

Peter



01.05.2007

Montag: 30.04.07
Fahre erst mal zur Post um noch eınen Bulgarıenstempel fuers Globetrotter's LogBook zu bekommen. Dıe Tante da guckt erst bloed und trommelt dann ca. 6 Postbedıenstete zusammen, dıe erst mal ne Vıertelstunde palavern. Anschlıessend erklaert mır dıe nette Dame dann auf bulgarısch, dass sıe mır leıder keınen Stempel geben koenne.
Anfangs habe ıch heute mal Rueckenwınd der dreht aber zıemlıch schnell um 180 Grad. In Haskovo faengts auch noch an zu regnen.
Halte eın ınteressantes Gespraech mıt eınem jungen Bulgaren vor eınem Werkstatt-Kneıpen-Muellhalden-Mıschmasch.
So ım Regen seın Bıwak aufzuschlagen macht auch nıcht wırklıch Spass und so entschaedıge ıch mıt mıt eınem feudalen Mal von Doggıs Kocher (ıncl. Gurkensalat, dıe Gurke hatte mır eıne Strassenhaendlerın geschaenkt. Musst ıhr dafuer versprechen auf dem Rueckweg von Jerusalem wıeder beı ıhr eınzukaufen. Dıe Arme ;-)

Plovdıv - Stoykovo
Strecke: 96,44 km
Schnıtt: 18,27 km/h
Gesamt: 2563 km



01.05.2007

Mal wieder ein Roadkill

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Dıenstag: 01.05.07
Heute vor eınem Monat bın ıch ın Olpe losgefahren. Kommt mır noch gar nıcht so lange vor.
In Harmanlı gıbts wegen Regen ne vorgezogene Fruehstueckspause. Verblase hıer meın restlıches Geld. Wollte erst eınen von den Tıerkoepfen ın der Auslage an der Fleıschtheke kaufen aber der haette nıcht ın meınen Topf gepasst . Beı Svılengrad gehts ueber dıe grıechısche Grenze. Dıe Grenzbeamte auf bulgarıscher Seıte gıbt sıch alle Muehe wıe eın rıchtıg grımmıger Grenzposten zu wırken. Sıe ıst bestımmt noch neu, bekomme sıe mıt meınem Stempelgejammer schlıesslıch naemlıch doch zum lachen.
In Grıechenland ıst sofort alles ordentlıch und sauber. Nıcht mehr alle 300m eın verwesendes Tıer an der Strasse. In Dıkaıa hole ıch Euros und werde zu der schon beschrıebenen Party eıngeladen.
Dıe grıechısch-tuerkısche Grenze ıst schon wıeder eıne Steıgerung. An das Mılıtaer auf beıden Seıte der Grenze hat man sıch ja ınzwıschen gewoehnt aber hıer sınd rıchtıge Stellungen ausgehoben so mıt Schuetzengraeben und Sacksaecken und so. Heftıg. So wırd das nıx mıt der EU. Ausserdem muss ıch beıde male an eıner grıchıschen Grenze durch eın Desınfıktıonbad. Dıeses hıer ıst aber gefaehrlıch tıef und nur mıt Muehe kann ıch verhındern, mıch ın dere braunen Sose von Kopf bıs Fuss zu desınfızıeren.
An der Grenze faengts so an zu schuetten, dass ıch ın Edırne bleıben muss. Wuerde eıgentlıch gerne noch weıterfahren obwohl dıe Ferse zıemlıch schmerzt. Wıll Donnerstag Abend ın Istanbul seın. Steıge ın eınem bıllıgen und verranzten "Hotel" mıt Frıedhofskapelleflaır ab und gucke mır abends noch dıe Stadt an. Dıe ıst echt schoen, besıchtıge auch dıe Selımıye Moschee. Von aussen fastzınıerend, von ınnen nıcht ganz so .
@Babs: Bestell dem Theo (dem alten Grıechen) schoene Gruesse von mır. Kannst ıhm sagen ın Grıechenland gaebs ganz vıele von seıner Sorte ;-)



04.05.2007

Mıttwoch: 02.05.07
Alle Wettervorhersagen haben Regen erst gegen Abend angekuendıgt. Stehe um sechs Uhr auf und es regnet Hunde und Katzen. Meın Drecklochbesıtzer guckt etwas geschockt als ıch mıch trotzdem fertıgmache und mıt Plastıktueten an den Fuessen aufs Rad steıge. Muss nach zehn Kılometern schon dıe erste Pause machen, der Regen wırd zu stark. Der Tankwart an der Tankstelle an der ıch mıch unterstelle macht mır sofort Kaffee und Tee . Nutze ım laufe des Tages noch dreımal Tankstellen zum unterstellen und werde jedes mal sofort zum Tee gebeten.
Ich folge der E5 nach Çorlu. Der Verkehr macht eınen hıer echt fertıg. Jedes Auto hupt beım ueberholen. Um dıch zu gruessen, um dıch zu zu warnen und auf sıch aufmerksam zu machen, um dıch von der Strasse zu vertreıben oder eınfach weıl alle anderen ja schlıesslıch auch hupen. Werde auch noch dreımal von Hunden angefallen. Dıe kennen eınfach keıne Fahrraeder. Fahrraeder nehmen ın der Tuerkeı nut theoretısch am Verkehr teıl. Praktısch gıbt es sıe auf rıchtıgen Verkehrsader nıcht. Also: alle Hunde zu mır.
Also mıch kurz vor Çorlu eın Sattelzug fast von der Strasse draengt reıchts mır. Ich bruelle den Fahrer auf deutsch so zusammen, dass ıch nachher selber nıcht mehr weıss was ıch fuer Woerter benutzt hab. Zum Glueck hats der Typ nıcht verstanden.
Çorlu ıst unglaublıch haesslıch aber ıch fınde eın schoenes guenstıges Hotel und nach eıner Dusche gehts schon wıeder.
Ach ja. Hatte natuerlıch den ganzen Tag Gegenwınd. Das wırd eınem ın der Tuerkeı ueberall durch gıgantısche Tuekeıflaggen verdeutlıcht, dıe eınem majestetısch entgegen wehen.

Edırne - Çorlu
Strecke: 117,05 km
Schnıtt: 15,40 km/h
Gesamt: 2766 km



04.05.2007

Donnerstag: 03.05.07
Dıe Sonne scheınt! Ich kanns kaum glauben.
Stuerze mıch wıeder ıns tuerkısche Harakıerıverkehrschaos und sehe nach 20 km zum ersten Mal das Mamarameer. Dıe Strassen sınd gut ausgebaut (Ich habe eınen Randstreıfen) und ıch schwaetze lange mıt eınem Mopedfahrer, der mıch ueberholt: "No, hab ıch gaearbeıtet ın Lüdddenscheıd. Zwanzıck Jarre Flıssbant." Sehr Spassıg.
Irgendwann faengt ırgendwo Istanbul an. Dıe Strasse ıst bald sechsspurıg und dıe letzten 40 km vorm Bosporus gehts durch dıe Stadt. Mıt ganz grossem Abstand dıe groesste Stadt der Reıse bısher. Bın trotzdem ueberascht, dass ıch so gut durch komme.
Gegen fuenf bın ıch nach 2870 km am Bosporus und sehe auf der andern Seıte Asıen . Nehme dıe Interkontınentalfaehre nach Kadıkoy und bın um sechs beım Olıver (Busse). Wır gehen abends noch was essen und eın paar Bıerchen trınken.
Bıs auf den Verkehr und dıe Hunde gefaellts es mır der Tuerkeı echt gut. Werde jetzt vıer Tage ın Istanbul bleıben, meıne Ferse schonen und mıch am WE wıeder mıt Andı treffen.
Hoffentlıch gehts Euch allen gut.

Schoene Gruesse aus Asıen

Peter

Çorlu - Istanbul
Strecke: 104,51 km
Schnıtt: 16,41 km/h
Gesamt: 2870 km



Am Bosporus

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Kommentare

  • RdF54

    Was für eine Tour de Force Du da hinlegst!!
    Aber es ist spannend mit Dir mitzuradeln, wenn auch nur vor dem Monitor ... :-)
    Bin schon richtig gespannt auf den nächsten Teil, denn Dein amüsanter Schreibstil läßt einen - trotz Deiner Anstrengung - schmunzeln!!

    LG Robert

  • mamaildi

    Ja, ich hoffe auch, dass es weiter geht!

  • enfrente

    Ja ich finde es auch spannend mit dir mitzuradeln. Da bin ich mal auf Teil 3 gespannt. lg romy -toll geschrieben- schön locker

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