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Reisebericht: Stadtbesichtigung mal anders

 
 
 
 
 
Reisebericht: Stadtbesichtigung mal anders

- ein Ausflug in die Graffiti-Szene

 
 
 
 
 

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Bei einer Stadtbesichtigung stehen meist Bauwerke, Museen, schöne Plätze, das Flair eines Stadtviertels usw. auf dem Programm.
Oft lohnt es sich aber auch, einma "hinter die Kulissen" einer Stadt zu blicken, Wege abseits der üblichen Touristenziele zu suchen.

Wie wär's z.B. mit einem Ausflug in die Graffiti-Szene einer Stadt?

Zugegeben, das Thema ist sicher mehr als andere Geschmacksache.
Mit Graffiti verbindet man häufig illegale Schmierereien, sinnlose Zerstörungswut, häufig an Stellen, wo man durchaus von Sachbeschädigung sprechen kann.
Wenn man sich jedoch einmal intensiver mit diesem Thema beschäftigt, zeigt sich auch sehr schnell, dass Graffiti deutlich mehr sein kann: eine Ausdrucksform, künstlerische Gestaltung, ein Spiel mit Farben und Formen...



Manche Städte haben das inzwischen als durchaus positive Erscheinung erkannt und stellen den Graffiti-Künstlern Flächen zur Verfügung.
In Saarbrücken z.B. gibt es jedes Jahr einen Sprayer-Wettbewerb am Saaruferweg, wobei die Mauer zur Stadtautobahn als Fläche dient.

In Hanau war es bis 2008 die Schweinehalle, ein Gebäudekomplex auf dem ehemaligen Schlachthofgelände. Hier haben etliche Jugendliche ein Sprayer-Paradies gefunden. Einige von ihnen konnten hier für ihre Abschlussarbeiten in künstlerischen Berufen Erfahrung sammeln. Auch hier Widersprüchliche Empfindungen: für die einen ein Spielplatz für Künstler und Fotografen, für die anderen ein unliebsamer Schandfleck (der letztes Jahr abgerissen wurde).

Ein weiteres Beispiel ist das alternative Kulturzentrum am ehemaligen Schlachthof in Wiesbaden.



 
 
 
 
 

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Vom ehemaligen Schlachthof sind nur noch zwei Hallen und der Wasserturm (1897-1899 errichtet) erhalten geblieben. Die Hallen dienen z.T. als Veranstaltungsräume, Musikübungsräume und beherbergen auch einige Büros, die Flächen um den Wasserturm wurden als Freizeit- und Kulturpark gestaltet.



 
 
 
 
 

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Hier finden Graffiti-begeisterte Fotografen und Liebhaber der alternativen Szene ein wahres Eldorado.




 
 
 
 
 

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Nur ein paar Schritte vom Wiesbadener Hauptbahnhof entfernt, bietet es sich an, um längere Wartezeiten zu überbrücken oder einfach nur den Tag im Biergarten ausklingen zu lassen.
Wir haben es als kleinen fotografischen Ausflug an einem Sonntagnachmittag eingeplant.



 
 
 
 
 

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Um all die bunten Wände und Gebäude genauer unter die Lupe zu nehmen, sollte man mindestens 2 Stunden einplanen.



 
 
 
 
 

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Immer wieder findet man neue farbenfrohe Werke oder kann aus entsprechender Entfernung die Bilder erst richtig erkennen.



 
 
 
 
 

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Eine Wand sticht besonders aus den "Kunstwerken" hervor:



 
 
 
 
 

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Ein in Schwarz-Weiss gehaltenes Graffiti des Künstlers Yorkar7 erinnert in beklemmender Art und Weise an die Deportation der Juden, die hier 1942 an der Verladerampe des Schlachthofs stattgefunden hat.



 
 
 
 
 

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Wenn nicht gerade Veranstltungen stattfinden, gibt es um das Gelände herum genügend Parkmöglichkeiten.
Anfahrt siehe www.schlachthof-wiesbaden.de
mehr Infos unter http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturzentrum_Schlachthof_(Wiesbaden)



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Kommentare
  • Aries 21.07.2009 | 10:39 Uhr

    Liebe Gabi,
    eine höchst originelle Art von Sightseeing!
    Es grüßt dich kreativen Geist ganz herzlich
    Hedi

  • traveltime 21.07.2009 | 10:50 Uhr

    ////))((()===""""_-_---*++**++++ sollte ein Grafitty werden, muß noch üben!
    Schöner Bericht.

  • Claus_Wagner 21.07.2009 | 20:48 Uhr

    Man muss wirklich von zweierlei Geisten sprechen: Den der Schmierer und den der Künstlern.
    Dein Bericht bringt den Zugang zur Kunst. Es sind ein paar sehr hochwertige Bilder dabei, die mein Gefallen finden.
    Sehr gute und schöne Darstellung des Themas in Wort und Bild.
    Grüße von
    Claus

  • mamatembo 23.07.2009 | 09:06 Uhr

    Hallo Gabi,
    Super-Idee, Deine Besichtigung von "Weedbaden"!!! Für mich hätten es noch mehr Fotos sein können, denn ich gehöre schon seit vielen Jahren zu den Bewunderern dieser Kunst aus der Spraydose; mindestens 90 Prozent der Graffiti finde ich nämlich ausgesprochen kreativ und genial.
    LG Beate

  • Blula 21.12.2009 | 19:20 Uhr

    Hallo Gabi, das ist ein prima Bericht von Dir und ich sehe ein, dass manche Graffities doch auch wahre Kunstwerke sind. Werde deshalb künftig etwas genauer hinsehen.
    LG Ursula

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