Gries, Gries und nochmal Gries ... im Wimbachtal

Reisebericht

Gries, Gries und nochmal Gries ... im Wimbachtal

Reisebericht: Gries, Gries und nochmal Gries ... im Wimbachtal

Tagestour im Nationalpark Berchtesgadener Land durch das Wimbachtal von der Wimbachbrücke über das Wimbachschloss bis zur Wimbachgrieshütte - eine Sommerwanderung am Anfang mäßig steil, dann gemächlicher, aber stetig ansteigend, insges. ca. 700 Höhenmeter rauf und wieder runter.
- ein persönlicher Reisebericht - kein Reiseführer -

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Ab der Brücke durch die Klamm

Große Enttäuschung beim Öffnen der Fensterläden unseres bayrischen Feriendomizils. Die versprochene Sonne mit blauem Himmel stellt sich als "tiefhängende Wolken und Regen" dar. Geplant war eine Wanderung durch das Wimbachtal. Während wir frühstücken, hört es zumindest auf zu regnen. Nebenan hängt die Nachbarin gerade die Wäsche zum Trocknen auf. Ich will das mal als positives Signal werten, so dass wir beschließen, den ursprünglichen Plan in die Tat umzusetzen. Wir, dass sind meine Frau und ich, zwei Flachlandtiroler aus Nordrhein-Westfalen auf fremden bergigen Terrain.

Schnell sind alle Vorbereitungen abgeschlossen. Das Wimbachtal ist ein mehr als 10 km langes Hochtal der Berchtesgadener Alpen im Zentrum des hiesigen Nationalparks und gehört zur Gemeinde Ramsau. Unser Startpunkt liegt an der Wimbachbrücke, einem Wanderparkplatz auf halber Strecke zwischen den Orten Schönau und Ramsau. Hier treffen der das Tal entwässernde namensgebende Wimbach und die Ramsauer Ache zusammen. Der Parkplatz ist ein beliebter und daher viel besuchter Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Wimbachtal und zum Watzmann. Direkt am Parkplatz befindet sich ein Hotel/Restaurant. Außerdem kann man diesen Startort (direkt an der B 305) auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Eine Bushaltestelle befindet sich unweit des Parkplatzes.

Um 10 Uhr setzen sich vier Wanderfüße in Gang. Zunächst werden wir noch auf einer asphaltierten Straße taleinwärts geführt. An einem Automaten kaufen wir für einen Euro jeweils eine Wertmarke. Diese Marke ist die Lizenz für die Wimbachklamm, die nur einige Hundert Meter oberhalb der Mündung in die Ramsauer Ache liegt. Zunächst geht es weiter aufwärts und dann zum Eingang der Klamm kurz wieder abwärts. An einem Drehkreuz kommt unsere Wertmarke zum Einsatz, den Rucksack können wir unten durch schieben.

Die enge Klamm mit ihren steilen Hängen und den wildrauschend abstürzenden Wassermassen ist beeindruckend. Über feuchte Holzstege und -treppen durchqueren wir die Schlucht.



In der Wimbachklamm



Oberhalb der Klamm öffnet sich das Tal und die für diese Schlucht charakteristischen riesigen weíßen Schuttströme (Gries) werden sichtbar. Wir folgen stets der Wegmarkierung 421. Beidsetig hohe Berge - im Osten der Watzmann (Mittelspitze 2.713 m), im Westen der Hochkalter (2.607m) - und urwüchsige, wilde Landschaften begleiten uns weiter Richtung Zwischenziel.



Halbzeit am Wimbachschloss

Nach rund 1,5 Stunden erreichen wir die Berggaststätte Wimbachschloss. Das von den bayrischen Königen als Jagdschloss genutzte Gebäude liegt auf 937 m ü.NN, d.h., wir haben also schon über 300 Höhenmeter geschafft. Es sieht jetzt nicht wirklich aus wie ein Schloss, eher wie ein ganz normales Gasthaus am Wegesrand. Geöffnet ist es in den Sommermonaten von Mai bis Oktober.

Wir lassen den Wirtshof zunächst links liegen und machen ein Picknick in Sichtweite. Dabei erleichtern wir unseren Rucksack, indem wir einen Teil des mitgeschleppten Proviants verzehren. Während dessen ziehen mehrere kleine und gößere Gruppen anderer Fußreisender an uns vorbei. Hab' so meine Bedenken, ob wir am Ziel, der Wimbrachgrieshütte, noch einen freien Platz erhalten werden.

Auf unserem weiteren Weg lässt sich ab und zu die Sonne sehen. Bis jetzt sind wir vom Regen verschont geblieben. Der Wanderweg führt uns langsam aber stetig nach oben, ist aber ansonsten breit und kurparkmäßig. Mein Funktionsunterhemd hat deutlich an Feuchtigkeit zugenommen, was jedes Mal beim Aufsetzen des Rucksackes unangenehm deutlich wird. Aber selbst meine weibliche Begleitung klagt über Schweißtropfen, das soll was heißen. Im Übrigen drückt mein Schuh im Bereich des linken Knöchels. Ich hätte die Schuhe vielleicht doch vor dem Wanderurlaub einlaufen sollen. Ansonsten wirken wir rein optisch recht professionell und Außenstehende würden uns bestimmt als Viel-Wanderer einstufen. Wanderschuhe, stufenverstellbare Wanderstöcke, voll bepackte Wanderrucksäcke sowie auf verschiedene Längen einstellbare, super leichte Wanderhosen!

Eine große dunkle Wolke hat sich westlich von uns in einen Berg verbissen. Wir ignorieren sie und richten unseren Blick auf die von der Sonne erhellten anderen massiven Bergwände. Die Riesen um uns haben eine Höhe von über 2.700 m. Der Wimbach, der uns seit der Klamm begleitet hatte, ist mittlerweile nicht mehr zu sehen. Er sucht sich unterirdisch seinen Weg, so dass eine himmlische Ruhe entstanden ist.

Unser zunächst recht flotter Schritt hat sich aufgrund des unaufhörlichen Anstiegs etwas verlangsamt. Die Strecke vom Wimbachschloss in Richtung Wimbachgrieshütte zieht sich. Teilweise lang gezogene Passagen durch bewaldete Umgebung, dann tauchen größere baumlose Griesflächen auf. Der Untergrund wird kiesähnlich und ist anstrengend zu laufen.



Weite Griesflächen im Wimbachtal


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Kommentare

  • RdF54

    gut beschriebener Erlebnisbericht über einen schönen Wanderweg im Berchtesgadener Land!

    LG Robert

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Gries, Gries und nochmal Gries ... im Wimbachtal 4.40 5

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