Reisebericht

Reisebericht: Zum aktivsten Vulkan der Welt

 
 
 
 
 
Reisebericht: Zum aktivsten Vulkan der Welt

Der Stromboli auf der gleichnamigen Insel nördlich Siziliens gilt wegen seiner häufigen Eruptionen als aktivster Vulkan der Welt. Bei unserem Besuch zeigte er sich von der besten Seite, Eruptionen fast im Fünfminutentakt...

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Würde der zweite Versuch gelingen, bis zum Gipfel aufzusteigen? Diese Frage beschäftigte mich schon Tage vor der Überfahrt nach Stromboli. Dann die niederschmetternde Nachricht: der Stromboligipfel ist gesperrt, ein neuer Krater hat sich geöffnet. Und kurz vor der Überfahrt: Vielleicht können wir doch aufsteigen? Wie wird das Wetter? Schließlich haben wir nur zwei Tage!

Die Überfahrt von Lipari nach Stromboli am späten Vormittag machte bei strahlendem Sonnenschein und ruhigem Meer Hoffnung, dass zumindest das Wetter hielt. Ungläubig schauten wir bei der Ankunft vor Ginostra auf die neue Mole, die im letzten Winter stark beschädigt worden war. Das Fährschiff der Siremar lag draußen auf See und konnte nicht anlegen. Vor 5 Jahren hatten wir schon einmal einen Sturm auf Stromboli erlebt und kamen gerade noch mit dem letzten Aliscafo von der Insel, bevor der Betrieb eingestellt wurde.

Vorbei an der Sciara del Fuoco, der Feuerrutsche, führte die Fahrt. Der Vulkan schickte uns einen ersten kurzen Gruß mit der dicken Rauchwolke einer Eruption. Wir legten im Ort Stromboli an und bezogen unser Quartier.

Zum vereinbarten Starttermin um 16.30 Uhr zunächst die gute Nachricht: wir dürfen bis zum Gipfel aufsteigen, dann die weniger gute hinterher: wir dürfen dort nur zehn Minuten verweilen. Der Stromboli ist zur Zeit extrem aktiv. Dafür werden 40 Minuten an den Schutzhütten unterhalb des Gipfels eingeplant.

Bei „Magmatreks“ werden die Schutzhelme ausgefasst. Wieso eigentlich „Magmatreks“? Bis in den Krater hinein zum Magma kommt ja wohl keiner und wenn das Gestein ausgeworfen wird, heißt es Lava. Na egal, jetzt geht es jedenfalls los, mit Bergführer versteht sich. Der Aufstieg allein ist schon seit geraumer Zeit verboten. Wir gehören zur „Gelbhelm-Gruppe“, es gibt noch die Rothelme, die Grauhelme...

So etwa einhundert Leute nehmen die immerhin 900 Höhenmeter in Angriff, in mehreren Gruppen immer in einem gewissen Abstand. Der Bergführer der Gelbhelme spricht englisch. Immerhin kann man so einiges über den Vulkan erfahren. Bei italienischen Ausführungen hätten wir nur „Bahnhof“ verstanden. Reger Sprechfunkverkehr zwischen dem Bergführer und dem Büro im Ort. Wird die Sache doch noch vor dem Gipfel abgebrochen oder wollen die sich nur wichtig tun? 19.20 Uhr erreichen wir die Schutzhütten unter dem Gipfel, mittlerweile behelmt. „Enjoy“ wünscht der Bergführer. Was soll das jetzt? Es ist noch hell. Wir schauen schräg hinüber zu den Kratern und können gegen die untergehende Sonne kaum etwas erkennen. Immerhin gibt es nach wenigen Minuten eine Eruption aus einem Seitenkrater. Zu sehen mühsam, zu filmen kaum, Foto = „null Chance“. Dann kommt endlich die Aufforderung zum Gipfelsturm.



 
 
 
 
 

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Region: Latium
Stadt: Rom

Kommentare
  • mamaildi 16.06.2009 | 18:08 Uhr

    Ein kurzweiliger, spannender Bericht. Toll, dass ihr so viel Wetterglück hattet - die Fotos von der fliegenden Lava (oder ist es Magma?) sind klasse!
    LG Ildiko

  • Claus_Wagner 16.06.2009 | 20:02 Uhr

    Wunderbarer Bericht!
    Wer auf dem Ätna kurz vor der letzten erruptiven Phase war, der versteht dieses Glück von Dir am Stromboli.
    Gruß
    Claus

  • astrid 16.06.2009 | 21:07 Uhr

    Ein schöner Bericht und tolle Fotos!
    Gruß Astrid

  • kawasakipower 17.06.2009 | 09:59 Uhr

    Eindrucksvoller Bericht,gefährlich schöne Bilder.

  • freeneck-farmer 19.06.2009 | 16:08 Uhr

    Ein toll geschrieben und sehr informatives Bericht. Und die Fotos sind fantastisch.
    Ich war auch schon oben, hatte auch glück mit dem Wetter, aber noch keine digitalkamera. Kalt war es auch, aber eindrücke die ich nie wieder vergesse.

    Grüß Anneken

  • mamatembo 20.06.2009 | 06:44 Uhr

    Auch für eine, die keine Vulkane besteigt, ein interessanter und kurzweiliger Bericht. Und großartige Fotos!
    Gruß Beate

  • suurisaari 29.10.2009 | 17:35 Uhr

    ...da hattest Du mehr Glück als wir! Super ist auch ein Heliflug über den Krater!

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