Süchtig nach Burma 1

Reisebericht

Süchtig nach Burma 1

Reisebericht: Süchtig nach Burma  1

Reise in den Norden und Osten Burmas im Februar und März 2009

Der Norden

Bagan

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Der Norden
Burma ist für uns das schönste Land Asiens. Wir können nicht Abschied nehmen von diesem Land, ohne uns selbst zu versprechen, wieder zukommen. So haben wir beschlossen, nach unserer dritten Reise im November 2010 eine weitere Reise zu unternehmen. Es ist nicht nur das Licht, die Helligkeit, die Wärme, der blaue Himmel und die Sonne, nach der wir Deutschen uns so sehnen. Es sind vor allem die Menschen, die uns so faszinieren. Sie sind freundlich, liebenswert, heiter, humorvoll und schön. Ich kann mich nicht satt sehen an diesen schlanken, anmutigen Gestalten in ihren vielseitigen „longis“. Wir lachten in diesen 3 Wochen in Burma mehr als in Deutschland in einem halben Jahr. Auch wenn man kein Wort versteht, kann man sich prima mit ihnen unterhalten, mit Gestik, Mienenspiel und Lachen. Wir haben nie einen Streit erlebt und auch nie gehört, daß Kinder geschimpft wurden.



Bagan

Bagan

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Wir beginnen in Bagan. Bagan ist für mich der schönste Ort der Welt. Ich kann Burma nicht besuchen ohne wenigstens zwei Tage in Bagan zu verbringen. Die wunderbare Stimmung dort kann man nicht beschreiben, man muss sie erleben. .Am schönsten ist es auf dem dritten Stock einer Pagode oder eines Tempels zu sitzen und über das weite Land zu schauen. Pagoden über Pagoden ( 2200 ) weit verstreut. Und dann zu warten bis die Sonne untergeht und die Pagoden langsam in der Dämmerung verschwinden. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken in Bagan. Dieses mal waren es die Sandsteinhöhlen, die von Menschenhand geschaffen wurden um die Töchter vor den Eroberer zu schützen. Z. B. die kyauk Ku U minhöhlen mit ihren lichtdruchfluteten Sandsteinbögen oder der Lotusblütentempel. Ihre langen Gänge und Kammern waren alle mit Kerzen beleuchtet, was dem Ganzen eine geheimnisvolle Stimmung gab. Am schönsten ist es, wenn man das weite Gebiet mit einer Pferdekutsche erobert.


Am nächsten Tag mussten wir früh aufstehen. Wir wollten mit dem Melicaschiff auf dem Arayawawady nach Mandalay schippern. Um 6 Uhr wollten wir am Hafen sein. Es war ziemlich frisch. Wir erlebten eine entspannende Reise voller überwältigender Eindrücke. Vorbei ziehen Reisfelder, Gemüsegärten, Zuckerrohr Dörfer, badende Menschen und Teakholzlastkähne. Es grasten Wasserbüffel, Zeburinder und Pferde. Schwarze Schweine suchten nach etwas Essbarem. Unser Schiff wurde begleitet von Möwen, schönen verschieden Entenarten. Blässhühner, Reiher und einiges mehr. Eindrucksvoll war die Einfahrt in Mandaly, vorbei an Sagaing mit seinen vielen Pagoden, deren Gold in der Sonne glänzte und unter der alten Sagainbrücke und der neuen Jadanabon Mandalaybrücke durch .Angelegt wurde an einem bescheidenen Hafen. Doch das Taxi wartete schon.
In Mandalay begann das Abenteuer. Wir fuhren mit dem Zug nach Norden. Dazu ist
eine Sondergenehmigung nötig.


Schon der Bahnhof war sehenswert. Überall auf dem Gehsteig lagerten Menschen. Sie kochten, aßen, schliefen, wickelten ihre Kinder und unterhielten sich. Sie müssen oft tagelang warten bis ihr Zug fährt. Ungeduld ist in Myanmar eine sehr schlechte Eigenschaft, deshalb war hier nichts davon zu spüren. An und in den zwei Gepäckwagen wurde hart gearbeitet. Es waren viel zu viel Lasten da. Jede noch so kleine Lücke musste ausgefüllt. werden Den beiden Packern und den Zureichern lief der Schweiß in Strömen. Am Zug wurde alles verkauft .was man sich denken kann: Esswaren, Getränke, Süßigkeiten, Drogerieartikel, Zeitungen, Blumen Thanakapaste um das Gesicht zu bemalen und jede Menge Obst. Es war die Zeit der Mandarinen.


Der Zug fuhr fast pünktlich ab. Er zog eine weite Schleife um Mandalay und dann ging es gerade nach Norden. Wir hatten ein Schlafabteil mit vier Betten. Es war ganz bequem. Das Fenster war offen so dass wir die schöne Landschaft und die vorbeiziehenden Dörfer und Pagoden genießen konnten. Ich kann mich an den, oft sehr schönen, Bambushütten nicht satt sehen.
Im schmalen Gang vor unserer Tür hatten Männer Matten ausgebreitet und schliefen zu zweit darauf. Jeder, der an ihnen vorbei mußte, zog aus Respekt die Schuhe aus. Da wir die einzigen Ausländer waren in dem langen, überfüllten Zug, wurden wir behandelt wie rohe Eier. Jeder wollte uns helfen, uns die Hand schütteln oder unsere Haut berühren, aber liebevoll lächelnd und sehr höflich. Auch die Polizei, als sie uns entdeckte, kam sofort auf uns zu und bot uns ihre Hilfe an. Die Sondergenehmigung musste Cho Cho, unsere Reiseleiterin, laufend vorzeigen. Riesengeschammel, Geschrei und Vordrängeln gab es an jeder Haltestation. Jeder wollte etwas verkaufen. Große Säcke mit Zwiebeln, Mais, Reis und Gemüse wurden durch die Fenster gereicht. Auf einer Station waren große Quader rohe Jade aufgestapelt. Sie sahen sehr schön aus.


Vor dem Schlafen gehen hat uns ein junger Mann doch tatsächlich drei Dosen gekühltes Bier besorgt. Mit Schlafen war es allerdings nicht weit her. Der Zug ratterte hoch und tief und hin und her und es war bitter kalt. Nach 17 Stunden stiegen wir zerknattert und müde in Ho pin aus, eine kleine Stadt, aber der Ausgangspunkt zum Indawgyisee. Zum Frühstück wurden wir von den beiden Taxifahrern Ko Myint Oo und Ko Nyunt Win in ein einfaches Restaurant eingeladen.
Nun kam es knüppeldick. Die Straßen in Myanmar sind überall schlecht., aber so etwas gibt es nur einmal. Eine 20-30 cm dicke Staubschicht bedeckte das, was eine Straße sein sollte.. Sie bestand nur aus tiefen Rinnen, Kuhlen und großen Löchern.
Sträucher, Bäume und Büsche waren mit Staub überzogen. Der Staub setzte sich tief in die Lungen. Ganz schlimm wurde es, wenn uns ein Teakholzlaster entgegen kam. Nach 4 ½ Stunden Tortur erreichten wir den Indawgyisee.



Der Indagawyi-See

SÜCHTIG NACH BURMA - Teil 1

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Der Indagawyi-See
Ein Traum! Unser kleines sauberes Hotel mit nur zwei Zimmer stand direkt am See. Eine Stunde später saßen wir schon im Boot und fuhren langsam über den stillen See. Er ist der größte Binnensee Südostasiens. Der See misst von Ost nach West 12,8 km und von Nord nach Süd 24 km. Das ganze Gebiet steht unter Naturschutz. Im Winter kommen viele Vögel aus der Himalayaregion um hier zu überwintern. Vor uns sahen wir eine goldglänzende Pagode aus dem Meer aufsteigen. Leider dürfen nur Männer eintreten. Den Frauen bleibt ein Spaziergang um die Pagode.


Gegen Abend kamen wir in ein Elefantendorf. Die Einwohner sind Shan und es war das sauberste Dorf, welches wir in ganz Asien sahen. Hier besitzt fast jeder Hof Elefanten. Sie werden für die Teakholznutzung eingesetzt. Normalerweise kommen sie gegen 16 Uhr 30 zurück in die Ställe. Doch wir hatten Pech. Gerade an diesem Sonntagabend blieben sie im Lager und wir mussten mit einem Elefanten vorlieb nehmen. Wir werden noch einmal zum Indawgiysee reisen und einen Tag mit den Elefanten im Camp verbringen. Auch das Hotel war schnuckelig, direkt am See und sehr sauber. Hier bekamen wir auch das gemütlichste Frühstück von unseren Taxifahrern serviert.
Die Rückfahrt war genau so schlimm. Am Abend kamen wir in Myitkyina an. Es ist eine reiche Stadt, durch den Gold- und Jadeabbau Wir konnten es schon an den großen Jeeps vor unserem Hotel erkennen. Die meisten Bewohner des Nordens sind Christen und Animisten.
Am nächsten Morgen ging, es nach dem obligatorischen Marktbesuch, nach Myit Sone, dem Zusammenfluss von Malikha und Maykah zum Ayeyarwaddy. Das Wasser war kristallklar. Im Sand schimmerte winziger Goldstaub. Es gab schöne kleine Restaurants. Die Spezialität war Hühnergulasch ( mit Knochen ) und natürlich frischer Fisch aus dem Fluss.

Photos: Hans Bohn


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Kommentare

  • RdF54

    Das ist wahre Liebe!
    Man merkt - nein fühlt - Deine Liebe zu diesem Land, den Leuten und zu ihrer Mentalität!
    Nein, das ist kein Reisebericht - das ist ein Liebesbrief an Burma!!
    Toll geschrieben und mit sehr schönen Fotos belegt!
    Da werde ich einfach nur sehnsüchtig - sehnsüchtig darauf, diess Land einmal mit meinen Gefühlen zu erleben!!
    KLASSE!!

    LG Robert

  • Gudrun2

    Lieber RdF54, eine Reise nach Burmea ist ohne Gefahren. Ich denke es ist so ziemlich das sicherste Land. keiner stielt, keiner betrügt und das Leben ist auch nicht in Gefahr. Ich würde allerdings nicht die ganz billigen Absteigen empfehlen ( auch dies gehören meistens dem Regim). asonsten lebt man in Myanmar sehr billig.
    Wir haben über Indochina Service gebucht Flieg hin, die Menschen brauchen uns..

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