starke Kontrolle und Verhör bei Ausreise aus Kuba wegen GPS-Handy

Ich habe mit Berge und Meer eine Rundreise mit anschließendem Badeurlaub in Kuba gemacht (insgesamt 17 Tage). Rundreise und Badeurlaub waren sehr gut. Der kubanische Reiseleiter Ulysses (genannt Uli) lieferte nur eine unzureichende Leistung ab. Sprachdefizite, zu viele Wiederholungen, unsicher und zu ideologisch. Aber insgesamt eine empfehlenswerte Studienreise.

Bei der Sicherheitskontrolle bei der Ausreise nach Abgabe des Koffers wurde ich von den kubanischen Grenzbeamten regelrecht verhört. Frage nach Anlass des Besuchs, Kontakte zu Kubanern. Das gesamte Handgepäck wurde mit unendlicher Gründlichkeit untersucht. Durchblättern meines leeren Notizbuches. Die Adresse einer kubanischen Zufallsbekanntschaft wurde notiert. Man wollte eine von meinen eigenen Visitenkarten haben. Die Durchsuchung dauerte etwa 20 Minuten, an der zeitweilig 3 Beamte teilnahmen. Man fragte nach meinem Beruf. Es wurde ein zweiseitiges Verhörprotokoll angefertigt. Als ich wieder alle Utensilien in die beiden Handgepäckstücke einsortiert hatte und gehen wollte, mußte ich meine Hosentaschen leeren. Die Grenzbeamten sahen sich viele Fotos auf meiner Digitalkamera an. Dann schalteten sie mein Smartphone ein. Die erste Frage war: Hat es GPS, obwohl keine Antenne oder Aufschrift zu sehen ist. Als ich die Frage beantwortete, durchsuchte der Beamte die vielen Programmfunktionen. Ich sollte mich in eine Verbindung einwählen, die ich so gar nicht kannte. Als ich sagte, dass das in Kuba nicht funktioniert, konnte ich gehen.

Von allen ca. 300 Flugpassagieren, war ich der einzige der so stark kontrolliert wurde (alle waren in derselben großen Halle). Als sich nach 15 Minuten mein Bruder bei mir erkundigte, warum ich so lange kontrolliert wurde, wurde er ebenfalls an anderer Stelle erneut untersucht.

Nach gründlichen Nachdenken, warum ich als deutscher Tourist so stark untersucht worden bin, bleibt als einzige Erklärung mein Handy mit GPS-Funktion. Bei der Rundreise habe ich mit dem Handy und GPS und einer detaillierten eingespeicherten Kuba-Karte den Reiseverlauf verfolgt und dies auch unserem Reiseleiter Ulysses gezeigt. Er war der einzige Kubaner, der wusste, dass ich ein GPS-Handy dabei hatte. Meines Erachtens hat er der Grenzpolizei einen Tipp gegeben, mich so gründlich zu durchsuchen.

Nach der Rückkehr habe ich mich an das Auswärtige Amt in Berlin gewandt und angefragt, ob dies schon häufiger vorgefallen sei. Das auswärtige Amt hat sich bei dem kubanischen Zoll erkundigt. Dieser teilte mit, dass GPS-Geräte und Handys bei der Einreise deklariert werden müssen. Dies war dem Auswärtigem Amt bis dahin nicht bekannt gewesen. Das Auswärtige Amt hat umgehend die Hinweise in Bezug auf GPS-Handys ergänzt.

Tipp: Seien Sie mit GPS-Handys und -Geräten in Kuba vorsichtig. Wenn Sie die spanische Sprache beherrschen, sprechen Sie bei der Ein- und Ausreise mit den Beamten nicht Spanisch. Nehmen Sie keine Visitenkarten mit, die geschäftlich aussehen. Das alles macht die Grenzbeamten mißtrauisch und man vermutet, dass Sie nicht nur touristische Interessen an Kuba haben. Überlegen Sie, was Sie den kubanischen Reiseleitern sagen.