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GEO Magazin Nr. 10/04 Seite 1 von 4


GEO Magazin Nr. 10/04 - Wie wir klüger werden - Heft vergriffen - › Abonnieren

Taipei 101: Der höchste Wolkenkratzer der Welt

Wie ein gigantischer Bambus ragt der Büroturm mit seinen 508 Metern über Taiwans Hauptstadt Taipeh - in einem Gebiet, das ständig von Erdbeben und Wirbelstürmen bedroht ist


Die Kugel wiegt 660 Tonnen und ist aus 41 flachen, scharfkantigen Scheiben montiert. Sie hängt an 16 oberarmdicken Stahltrossen, eingepfercht in ein mehrstöckiges Balustradenrund. Die Kugel ist ein riesiges Pendel. Aber noch rührt sie sich nicht. Hier oben zwischen dem 92. und 87. Stockwerk von "Taipei 101" wirkt die Kugel riesig. Doch im Vergleich zur Größe jenes Giganten, den sie aufrecht halten soll, ist sie verblüffend klein: 508 Meter weit ragt Taipei 101 aus der Betonsilhouette der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh in die Höhe - ein jadegrün verglaster, bambusförmiger Turm, benannt nach seinem Standort und der Anzahl seiner Stockwerke. Zusammen mit der 60 Meter langen Spitze ist er das höchste Haus, das jemals gebaut worden ist.



Die Animation zeigt, wie die Kugel in der Turmspitze Schwingungen ausgleicht (Foto von: Institut für Baustatik und Baudynamik, RWTH Aachen)
© Institut für Baustatik und Baudynamik, RWTH Aachen
Die Animation zeigt, wie die Kugel in der Turmspitze Schwingungen ausgleicht

Fast täglich Erdbeben

Die Kugel soll den Turm vor extremen Schwankungen bewahren. Denn noch nie ist ein Wolkenkratzer an einem Ort errichtet worden, an dem die Naturgewalten so harsch und häufig wüten wie auf Taiwan. Unter der tabakblattförmigen Insel im Südchinesischen Meer schieben sich die Philippinische und Eurasische Kontinentalplatte übereinander. Fast täglich erzittert hier der Boden. Eines der schlimmsten Erdbeben liegt erst fünf Jahre zurück. Tausende Menschen starben. Nur 200 Meter entfernt von Taipei 101 verläuft eine tektonische Bruchlinie. Und jährlich fegen drei bis vier tropische Wirbelstürme mit bis zu 250 km/h über die Pazifikinsel hinweg.

Die Spitze schwankt um 1,30 MeterTaipei 101 - ein verrücktes Projekt größenwahnsinniger Bauherren? Was kann eine Kugel mit einem Durchmesser von 5,50 Metern gegen derartige Stürme und Erschütterungen ausrichten? Die Statiker sagen: Sie wird gegenpendeln, Energie absorbieren und das Gebäude ausbalancieren, wenn es ins Wanken gerät. Seine Spitze werde dadurch nur noch halb so weit ausscheren. Bei einem starken Taifun wären das immerhin noch 1,30 Meter. Aber das würde der Turm dank seines steifen Gerüsts ohne Probleme verkraften. Er könne sogar dem stärksten Erdbeben standhalten, das Taiwan in den letzten 2500 Jahren heimgesucht hat. Bloß ob die Berechnungen der Konstrukteure in der Praxis wirklich aufgehen werden, kann niemand mit Gewissheit sagen.


Einweihung im Dezember 2004

Verläuft der Innenausbau nach Plan, wird der höchste Wolkenkratzer der Welt nach sechsjähriger Bauzeit im Dezember 2004 eingeweiht werden. Die Kugel soll dann goldfarben glänzen. Hinter den Balustraden werden auf zwei Stockwerken Panorama-Restaurants liegen - für die Sicht über Taipeh und nach innen mit Blick auf den Goldball. Dann sollen sich auch die rund 200000 Quadratmeter Bürofläche mit Beschäftigten von Banken und Versicherungen füllen - so zumindest plant es der Bauherr, ein Konsortium aus 14 taiwanesischen Großunternehmen.


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Kommentare zu "Taipei 101: Der höchste Wolkenkratzer der Welt"

nils | 06.09.2009 19:00

ich schreib eine wissenschaftlichearbeit über den taibei weis jemand wo mann sttik oder
ähnliches herkriegen kann allso aufbau weil ich ein
MODEL
anfertigen will
danke
wenn jemand was weiß bitte nkoloska@hotmail.de Beitrag melden!

Michael Ketterer | 12.11.2007 10:41

Anlässlich eines Besuches in Taipei hatte ich Gelegenheit das 101 zu besichtigen. Mit einer Geschwindigkeit von 1.000 Meter pro Minute schießt der Auszug auf knapp 400 Meter Höhe - man merkt fast nichts. Die Aussicht und der Rundgang im geschlossenen Bereich sind einfach fantastisch - der Rundgang auf der Platteform im Freien sehr stürmisch. Der anschließende Besuch des Restaurants in der 85. Etage war schmackhaft und verlängerte den Genuss.
Die Schwanklungen des Hauses waren deutlich zu spüren - ein merkwürdiges Gefühl. Beitrag melden!


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