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Griechenland: Streifzüge durch Thessaloniki

Einst römisch, dann türkisch, längst griechisch: Drei Streifzüge durch die lebenslustige Stadt an der Nordwest-Ägäis

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Die Promenade von Thessaloniki ist nicht nur in den Abendstunden eine beliebte Flaniermeile in Griechenlands zweitgrößter Stadt (Foto von: Anastasios71/iStock)
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Die Promenade von Thessaloniki ist nicht nur in den Abendstunden eine beliebte Flaniermeile in Griechenlands zweitgrößter Stadt

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Griechenlands zweitgrößte Stadt umarmt ihre blaue Bucht: Wie ein ausgebreiteter scheckiger Poncho liegen die Viertel da, eng miteinander verwachsen und durchzogen von der Stadtmauer, die sich hoch bis ins Kastra-Viertel windet. Dieses Vogelperspektiven-Panorama bekommen Besucher am byzantinischen Lefkos Pyrgos zu sehen, 1a Selfie- und Sonnenuntergangsspot und idealer Startpunkt für den ersten von drei Streifzügen durch Nordgriechenlands mal rummeligchaotische, mal betörende 325.000-Einwohner-Metropole.


Ansehen

Schlendern wir also an restauriertem Altstadt-Fachwerk vorbei, durch winkelige, verschlafene Treppengassen mit Granatapfelbäumen – zuerst ins Zentrum. Kirchen wie Hagios Demetrios (Agiou Dimitriou) oder Panagia Acheiropoietos (Odos Agias Soias 56) wurden auf römischen Bädern erbaut, heute begehbare Gewölbe mit restaurierten Mosaiken und Taufbecken. Darüber drei- bis fünfschiffiges Mittelalter mit prächtigen Deckenmalereien, die von 1912 an freigelegt wurden. Bis dahin firmierten die Kirchen fast 500 Jahre als Moscheen, während die Osmanen von 1430 an herrschten und christliche Kunst überputzten. Nur ein Minarett und einige Hammams blieben übrig als Fingerabdrücke im Stadtbild. Das zeigt lieber großflächige Tatorte römischer Besatzer: Kaiser Galerius’ Palastruinen (Odos Gounari) etwa und das Forum Romanum (Filippou/Olimpou), umstellt von verwitterten Wohn- und Büroriegeln der Siebzigerjahre. Prächtig dagegen und ein prima Pausenhof für Stadtbummler: Der von schneeweißen Boulevardfassaden gerahmte Aristoteles-Platz direkt am Meer.


Geniessen

Zum Schlemmen bin ich mit der Köchin Despina Karagiozi verabredet, zu ihrer Eat & Walk Tour (www.eatandwalk.gr). Zwischen lärmenden Händlern auf dem basarähnlichen Kapanimarkt schmeckt vlíta, ein Spinatgemüse mit Olivenöl und Zitrone, ebenso wie das luftgetrocknete, milde Kamelfleisch pastourmá. Dazu gibt es likér krána, einen Beerenschnaps. Wer abends in ähnlicher Atmosphäre essen gehen möchte, dem sei Ergon empfohlen, ein als Markthalle inszeniertes Deli mit Bürgersteig-Tischen unter flackernden Straßenlaternen (Pavlou Mela 42, www.ergonfoods.com). "Zeit für was Süßes", findet Despina und empfiehlt trigona panoramatos, köstliche, mit Vanillecreme gefüllte Blätterteigtaschen, die es etwa in den Filialen von Estia gibt (z. B. Dimitriou Gounari/Pavlou Mela, www.facebook.com/estiabakery.gr). Ein kulinarisches Mitbringsel wird bei Papageorgiou per Schöpfkelle aus blauen Blechtöpfen in Gläser gefüllt: köstliche selbst gekochte Marmelade von Kirsche bis Quitte (Agiou Mina 11, www.papageorgiou.com.gr)


Ausgehen

Streifzug Nummer 3 führt mich ins Ladadika-Viertel, das früher die Heimat der Olivenhändler war und heute Bars und Pubs beherbergt. Es ist ein prima Bummel-Revier für Freunde von Mythos-Bier, retsína und tsípouro auf Eis, dem einstigen Arme-Leute-Grappa, heute ein Jedermann-Getränk. Sesshafte Cocktailfans chillen in den Hollywoodschaukeln und Sitzsäcken der Lounges und Clubs an der Straße Iktinous mit bestem Blick auf die Nomaden der Nacht. In Scharen stromern Studenten – mehr als 100 000 leben in der Stadt – vorbei und bringen Thessaloniki lachend und tanzend auf Betriebstemperatur. Statt Poncho trägt die Stadt nun ihr schwarzes Abendkleid. Die Dunkelheit kaschiert manch betonierte Problemzone, und in Straßenzügen, die tagsüber etwas blass daherkommen, glüht das Nachtleben wie zu dick aufgetragenes Rouge.


Schlafen

… geht man in der Stadt am besten spät, etwa in den 2011 renovierten Zimmern des Hotels € Orestias Kastorias, wo es rund um die Uhr Kaffee und Tee gratis gibt (Leontos Sofou 17,www.okhotel.gr, DZ ab 48 €). Das gediegen-plüschige Hotel Luxembourg schwelgt im Jugendstil und hat geräumige Zimmer (Komninon 6, www.hotelluxembourg.gr, DZ/F ab 77 €). Die beste Dachterrasse der Stadt plus Frühstück mit Aussicht auf Aristoteles-Platz und Ägäis bietet das Hotel Electra Palace (Platia Aristotelous 9, www.electrahotels.gr, DZ/F ab 130 €).



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