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Sonnenschutz für Kinder: Richtig eincremen im Strandurlaub

Immer dieses Schmiertheater: Schon wieder eincremen! Kein Strandurlaub ohne Diskussionen. Nützt aber alles Nichts. Was Sie beachten sollten, bevor es mit Kindern in die Sonne geht

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Je nach Hauttyp beträgt die Eigenschutzzeit gerade einmal fünf Minuten, deswegen ist das lästige Eincremen so wichtig (Foto von: Dario Secen/Lumi Images/Corbis)
© Dario Secen/Lumi Images/Corbis
Je nach Hauttyp beträgt die Eigenschutzzeit gerade einmal fünf Minuten, deswegen ist das lästige Eincremen so wichtig

Im Auto

Bei PKWs ist meist nur die Frontscheibe mit Schutz gegen UVA- und UVB-Strahlen ausgestattet; durch die Seitenscheiben dringen UVA-Strahlen jedoch meist nahezu ungehindert. Und gerade die sind für Hautschäden verantwortlich. Rollos, Schutzblenden oder UV-Folien helfen.


Bei bedecktem Himmel

Die Sonne scheint immer, sonst wäre es ja dunkel. Dicke Wolken schirmen die Strahlung zwar ab wie eine Markise, lassen aber immer noch bis zu 50 Prozent der UV-Strahlung passieren. Schäfchenwolken sind tückisch: Mit winzigen Wassertropfen reflektieren sie das Sonnenlicht und verstärken die Strahlung, die damit gefährlicher wird als an klaren Tagen.


Beim Einkauf

Sonnencreme für Kinder sollte einen hohen UVA- und UVB-Schutz bieten und wasserfest sein. Cremes mit physikalischem Filter reflektieren die Sonnenstrahlen, allerdings nicht hundertprozentig. Sie lassen sich schwerer auftragen, hinterlassen einen weißen Film, dringen aber nicht in die Haut ein. Chemische Filter, die Sonnenstrahlen absorbieren, gelangen in die obere Hautschicht. Der Schutz setzt deshalb erst nach etwa einer halben Stunde ein. Egal, welche Sorte Creme: reichlich auftragen, regelmäßiges Nachcremen nicht vergessen. Achtung: Die aus Eigenschutzzeit der Haut und Lichtschutzfaktor errechnete "Aufenthaltsgenehmigung" in der Sonne verlängert sich dadurch nicht. Bei rothaarigen Kindern vom Hauttyp 1 beträgt die Eigenschutzzeit z. B. nur fünf Minuten. Multipliziert mit Lichtschutzfaktor 50 bedeutet das: höchstens 250 Sonnenminuten am Tag.


Für Babys

Auch für sie gilt keine Ausnahme. "Die Vermutung, dass Inhaltsstoffe von Sonnencremes der zarten Haut schaden könnten, sind mittlerweile wissenschaftlich widerlegt", sagt der Duisburger Dermatologe Dr. Hanspeter Prieur. Generell sollten Babys keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Kleinstkinder sollten sich nur frühmorgens oder am späten Nachmittag am Strand aufhalten.


Kleiderordnung

"Textiler Lichtschutz ist entscheidend", sagt der Dermatologe. Grundsätzlich gilt: Kinder sollten nur bekleidet in die Sonne, Schultern und Knie bedeckt, plus Sonnenhut mit breiter Krempe oder Nackenschutz. Dünne, weiße T-Shirts lassen viel Strahlung durch, deshalb auch darunter eincremen. Kleidung mit UV-Standard 801 schützt am besten; die Wirkung lässt auch nach ausgiebigem Gebrauch und häufigem Waschen nicht nach.


Sonnenbrille

Auch für Kinder unverzichtbar, denn UV-Strahlung kann die Hornhaut schaden. Gute Sonnenbrillen entsprechen dem UV400-Standard.


Erste Hilfe

Wenn es doch mal passiert ist: Sofort raus aus der Sonne. Bei leichten Rötungen helfen kühlende Gels, notfalls Hausmittel wie Quark oder Joghurt; Umschläge mit kaltem Wasser erfüllen dieselbe Funktion. Bei erkennbaren Verbrennungen lieber gleich einen Kinderarzt aufsuchen.


Liebe Sonne

Es ist ja nicht so, dass unser Zentralgestirn nur Hautschäden verursacht. Wir alle brauchen das Sonnenlicht. Es setzt das Glückshormon Serotonin frei, hellt die Stimmung auf, macht munter und mobil. Vor allem aber: Der Körper stellt mit Hilfe von Sonnenlicht Vitamin D her, das u. a. für Knochenbau und Immunsystem wichtig ist. Und viele Kinder in nördlichen Breiten leiden unter Vitamin-D-Mangel. Also: Sonne soll sein, aber in Maßen. Und vor allem bei Kindern mit rechtzeitigem Schutz – siehe oben.



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