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Stadttouren zum Gruseln

Wenn es Nacht wird, in Europas Großstädten, fangen einige Stadtführungen erst an. Grusel-Geschichten, Katakomben und Friedhöfe sind die Zutaten für die sogenannten "Ghost Tours". Wir zeigen, wo es sich lohnt, in die gespenstische Vergangenheit Europas einzutauchen

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Wer schon mal nachts auf einem Friedhof war, oder sich auch nur in eine dunkle Gasse verirrt hat, der kennt das Gefühl, das einen dann überkommt. Jedes kleinste Geräusch bringt einen aus dem Konzept und man vermutet Geister hinter jeder Ecke und unter jedem Stein. Doch es gibt Menschen, die setzen sich diesem Gefühl nur zu gerne aus und zahlen sogar dafür!

Vielerorts gibt es inzwischen sogenannte „Ghost Tours“. Sie führen nach Einbruch der Dunkelheit zu mystischen Orten, über verwilderte Friedhöfe und durch die Katakomben längst vergangener Tage. In diesen drei Städten ist der Gruselfaktor garantiert!


Nichts für Angsthasen: Die Ghost Tour durch die Katakomben von Paris (Foto von: LUDOVIC/REA/laif)
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Nichts für Angsthasen: Die Ghost Tour durch die Katakomben von Paris

Edinburgh: Nur die Harten kommen in den Pub

Nach dieser Tour werden Sie einige ordentliche Drinks benötigen, aber das ist okay, wir beenden sie direkt neben einem Pub!“ So wird man zu Beginn der „Double Dead Tour“ in Edinburgh auf zwei Geisterstunden vorbereitet.

Die Tour führt durch die Katakomben der South Bridge. Dunkelheit, Spinnenweben und muffeliger Geruch sorgen für die richtige Stimmung. Hinzu kommen mystische Geschichten - wie die der beiden Serienkiller Burke und Hare.

Viele ihrer Opfer sollen in den Gemäuern gequält und getötet worden sein. Als Edinburgh im 18. Jahrhundert immer größer und bedeutender wurde, lebten in den dunklen Nischen der Brückenpfeiler die Ärmsten der Armen. Ihre Geister sollen bis heute hier unterwegs sein.

Zurück aus dem Untergrund geht es auf den Greyfriars Graveyard, einen der ältesten Friedhöfe der Stadt. Neben teils verwilderten Grabsteinen aus den letzten vier Jahrhunderten stehen hier auch Mausoleen. Nicht ohne Grund zählt dieser Friedhof zu einem der gruseligsten Orte der Welt.

Immer wieder gibt es Berichte über dubiose Zusammentreffen mit dem Poltergeist Mackenzie, einem Herrn, der hier 1691 seine letzte Ruhe fand – oder auch nicht. Besucher, die seinem Grab zu nahe kommen, tragen immer wieder Verletzungen davon, die sie sich nicht anders erklären können.

Die „Double Dead Tour“ findet täglich nach Einbruch der Dunkelheit statt und dauert zwei Stunden.


Paris: Gruselabend mit Vampiren, Geistern und Skeletten

Mit dem selbst ernannten Geisterjäger Julian erkundet man in Paris auf der „Mysteries of Ghost Tour“ diverse Stätten, denen nachgesagt wird, dass sie von Vampiren und Geistern heimgesucht werden. Während es durch die verlassenen Gassen geht, werden Märchen und Legenden erzählt. Zwischenstopps sind ehemalige Orte der Hexerei, aber auch der Brunnen der Unschuldigen, der den Standort des nicht mehr existierenden Friedhofs der Unschuldigen symbolisiert.

Hier wurden seinerzeit so viele Skelette aufeinander gestapelt, dass der Friedhof wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Ebenfalls auf dem Programm steht der ominöse Laden „Aurouze“ für Rattenfallen auf der Rue des Halles. Hier zieren 21 tote Ratten das Schaufenster - und das bereits seit 1925 – für eine Schrecksekunde am späten Abend also bestens geeignet.

Die „Mysteries of Paris Ghost Tour“ findet zwischen März und Halloween täglich außer dienstags statt.


Prag: Unter der Altstadt toben die Untotent

Die tschechische Hauptstadt galt einst als Knotenpunkt für Alchemie, Hexerei und Esoterik. Kein Wunder, dass sich auch heute noch viele Hinweise auf diese magische Vergangenheit in den Gassen der Prager Altstadt finden lassen. Fast die komplette Altstadt ist seit dem 12. Jahrhundert von einem Tunnelsystem durchzogen.

Die jahrhundertealten Gemäuer haben nicht nur Folter und Morde gesehen, sondern sollen auch noch heute einige nicht zur Ruhe gekommene Geister beherbergen. Mitunter zeigen sie sich auf den Fotos der Tour-Teilnehmer oder folgen der Gruppe, während sie sich ihren Weg durch die engen Gänge bahnt so die Legende.

Ebenfalls besichtigt werden auf der „Prague Ghost & Legends Walking Tour“ der Hauptsitz der Tempelritter in Prag und die Karlsbrücke. So schön Letztere auch heute erscheinen mag, zu früheren Zeiten zierten über Jahre hinweg die Köpfe von 27 Aufständischen den Brückenturm. Sie sollten der Abschreckung dienen.

Die „Prague Ghost & Legendes Walking Tour“ findet täglich um 19 und 21 Uhr statt. In den Sommermonaten zusätzlich um 22 Uhr.



Mehr zu den Themen: Edinburgh, Paris, Prag, Friedhof

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