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Virunga in Gefahr

Im ältesten Nationalpark Afrikas setzen jeden Tag Ranger ihr Leben aufs Spiel - im Kampf gegen Plünderer, Rebellen und marodierende Soldaten. Jetzt soll im Park auch noch nach Öl gesucht werden. Hat Virunga eine Chance? Diskutieren Sie mit Experten - am 13.12. in Berlin und am 17.12. in Hamburg!

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© Brent Stirton/Reportage by Getty Images
Natur- und Personenschützer in einem: Schwer bewaffnet patrouillieren Ranger durch Lavaasche. Was wie eine Landschaft nach dem Inferno erscheint, lockt immer mehr Touristen in jenen Teil des Nationalparks, in dem sich seit 1995 auch aus Ruanda geflohene Hutu-Milizen verstecken
© Brent Stirton/Reportage by Getty Images
Große Teile des Virunga-Nationalparks befinden sich auf dem Gebiet des Großen Afrikanischen Grabenbruchs. Vulkane und Schwefelquellen dominieren hier das Landschaftsbild
© Brent Stirton/Reportage by Getty Images
Lebensgefährlicher Job: Allein 2011 wurden elf Ranger ermordet. Die Moral konnte das nicht brechen. Am jeweils nächsten Tag erschienen alle übrigen Parkwächter wieder zum Dienst. 175 Dollar verdienen sie im Monat
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800 registrierte Fischer am Edwardsee versorgen rund 40.000 Menschen mit ihrem Hauptnahrungsmittel: Fisch. Doch neuerdings will eine britische Ölfirma im Gebiet des Weltnaturerbes nach Erdöl suchen. Anwohner und Fischer protestieren
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Seit 1994 starben 140 Ranger bei Gefechten mit Rebellen. Virunga ist für den Naturschutz einer der gefährlichsten Orte der Welt
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Silberrücken Bukima gehört zu den Rugendos, der kleinsten von den Familien im Park – ein Massaker im Sommer 2007 hat die Gruppe halbiert
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Jagen und gejagt werden: Am Edwardsee werden Fischer ohne Lizenz gefasst. Für Geld versorgen Männer wie sie im Park verschanzte Rebellentrupps mit Nahrung
© Brent Stirton/Reportage by Getty Images
Es gibt weltweit nur noch rund 700 Berggorillas. Dieses sieben Monate alte Jungtier ist eines von ihnen. Im Sommer 2007 wurden sieben Mitglieder seiner Gruppe mit Maschinengewehren erschossen – als Warnung an die Naturschutzbehörden
© Brent Stirton/Reportage by Getty Images
Ranger und Soldaten der kongolesischen Armee sind den Rebellen auf der Spur. Allein im Jahr 2011 starben bei Gefechten elf Ranger
© Brent Stirton/Reportage by Getty Images
Liebevoll ziehen Pfleger in der biologischen Station des Nationalparks verwaiste Berggorillas auf
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Virunga, gelegen im Osten des Kongos, zählt zu den ältesten Nationalparks Afrikas. Eine ökologische Arche. Unter anderem leben in den nebligen Regenwäldern im Süden des Parks 200 Berggorillas. Unser Gast Ephrem Balole gehört zu jenen Wildhütern, die versuchen, diesen Winkel der Erde – Weltnaturerbe – vor Plünderern, Rebellen und marodierenden Soldaten zu schützen. Oft um den Preis ihres Lebens. Über 140 der Ranger von Virunga sind seit 1996 im Dienst gestorben.


Allen Widrigkeiten zum Trotz gelang es Balole und seinen Mitstreitern in den vergangenen Jahren, Virunga zu einem Modell für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in einer bitterarmen Region zu machen. Der Park hat Infrastruktur, Arbeitsplätze und Einkommen geschaffen. Dies alles ist erneut bedroht.

Im Ostkongo eskaliert ein alter Konflikt: Rebellen haben weite Teile des Parks eingenommen. In diesen Tagen liefern sie sich rund um die nahe Millionenstadt Goma schwere Gefechte mit dem kongolesischen Militär; Zehntausende Menschen sind auf der Flucht. "Goma ist im Augenblick die Hölle", schreibt uns Ephrem Balole. Er ist auf Einladung der Redaktion GEO unterwegs nach Deutschland, um über die Lage in seiner Heimat zu berichten.

Fast verdrängt von den aktuellen Ereignissen, aber nicht minder bedrohlich für Virungas Zukunft: der Run auf Bodenschätze in der Region. Ein Konsortium von Konzernen sucht mitten im Park nach Erdöl.

Auf dem Podium: Ephrem Balole, Virunga-Nationalpark; Brent Stirton, GEO-Fotograf, und Andrea Böhm, Reporterin der ZEIT

Ephrem Balole leitet die Abteilung Wissenschaft und Technik des Virunga-Nationalparks. Der Fotograf Brent Stirton arbeitet seit Jahren in Virunga, zuletzt im Auftrag von GEO im März 2012. Er wird eine Auswahl seiner Bilder zeigen und von seinen Erfahrungen berichten. Die Reporterin Andrea Böhm berichtet regelmäßig für DIE ZEIT aus dem Kongo. Sie wird die Veranstaltungen moderieren.


Termine:

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 19.00 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin

Montag, 17. Dezember 2012, 19 Uhr
Auditorium im G+J-Pressehaus, Am Baumwall 11, 20459 Hamburg
Anmeldung für die Hamburger Veranstaltung bitte unter virunga@geo.de.

Die Veranstaltungen werden in englischer Sprache gehalten. Der Eintritt ist frei. Wir bitten herzlich um eine Spende für die Ranger des Parks.


Mehr zu den Themen: Virunga, Berggorillas

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Kommentare zu "Virunga in Gefahr"

totilla | 07.12.2012 11:28

Erst wenn es Frieden gibt, und der ist ohne internationale Unterstützung nicht zu erreichen, dann wird es auch der Natur und den Menschen besser gehen. Man darf aber nicht vergessen, dass es die großartige Artenvielfalt in Virunga immer noch gibt. Und das ist nicht zuletzt das Verdienst der Menschen vor Ort, zumindest einiger, die sich todesmutig gegen die Naturzerstörung wehren. Die Welt hat die Dramatik dieses Kampfes noch nicht erkannt, oder wieder vergessen. Die Menschen und die Natur des Kongos verdienen unseren Respekt und mehr Aufmerksamkeit, sie brauchen sie mehr denn je, s. a. :

http://www.fr-online.de/panorama/gorillas-im-kongo-opfer-eines-vergessenen-krieges,1472782,17898140.html

http://www.focus.de/wissen/natur/tid-27777/berggorillas-bohrtuerme-gegen-berggorillas_aid_842277.html Beitrag melden!

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