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GEO Magazin Nr. 09/13 Seite 1 von 2


Namibia: Leben spendender Nebel

Nebel verdeckt die Sicht und macht schlechte Laune - aber nicht so in Namibia. Die wenigen Wüstenbewohner hoffen, dass er bleibt. Denn er ist lebenswichtig


Für Bewohner der Namib eine echte Bank: An 40 Tagen im Jahr hängt der Nebel zwischen den Dünen (Foto von: Martin Harvey/Peter Arnold/Getty Images)
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Für Bewohner der Namib eine echte Bank: An 40 Tagen im Jahr hängt der Nebel zwischen den Dünen

Schwierig, hier von Anfang an klar zu sehen. Das liegt an diesem dicksuppigen Nebel, der sich oft morgens wie eine klamme Decke über die Dünentäler der Namib-Wüste legt. Über Städte wie Swakopmund, die Straßen und Bewohner. Über Schüler wie Mario Dos Ramos, für den der Nebel bislang genauso normal gewesen war wie das Meer und die Wellen. „Hatte ich nie drüber nachgedacht“, sagt er. „War ja immer da.“ Aber seit sich weltweit das Klima wandelt, ist nichts mehr selbstverständlich. Nicht einmal das Selbstverständliche.

Gut möglich, dass eines Tages der Nebel hier in der Wüste für immer verschwunden sein wird. Aber warum? Wohin soll er sich zurückziehen? Und vor allem: Wen würde das stören? Am besten lassen sich die Fragen beantworten, wenn man über schnurgerade Straßen tief in die Unwirtlichkeit der Namib hineinfährt. Immer weiter geradeaus in eine Welt aus Staub. Irgendwann kommen Gebäude in Sicht. Weiße Häuser und ein Wasserturm, dahinter hohe, tiefrote Dünen. Eine Siedlung wie auf dem Mars: Das ist die Forschungsstation Gobabeb, „Platz des Feigenbaums“, gelegen an einem der trockensten Orte eines trockenen Landes. 27 Millimeter Niederschlag pro Jahr und Quadratmeter fallen hier, ein Schnapsglas voll Wasser.


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Der Benguelastrom als Nebelmaschine

Bereits seit 1962 erforschen Wissenschaftler in der Namib Desert Research and Training Station Gobabeb das bisschen Leben in der ältesten Wüste der Erde. Was treibt es an? Fest steht: Der wohl wichtigste Treibstofflieferant befindet sich 30 Kilometer entfernt – der Benguelastrom im Atlantik. Wie ein breites, kaltes Band zieht dieser vom Kap der Guten Hoffnung nordwärts Richtung Äquator und verhüllt die Küste an 125 Tagen pro Jahr mit Nebel. Wie ein Christo der Natur.

Für fünfmal mehr Feuchtigkeit als Regen sorgen die Schwaden, die selbst 60 Kilometer im Inland noch an rund 40 Tagen pro Jahr den Durst von Pflanzen und Tieren stillen. Danach kriegt ihn die Sonne klein. Doch unermüdlich kommt er wieder, ein Kreislauf aus Verschwinden und Comeback.

Bloß: Wie lange noch? Denn verschiedene Modelle zum Klimawandel prognostizieren, dass die Erderwärmung auch den Benguelastrom beeinflussen wird. Der Nebel, so fürchtet der Gobabeb-Forscher Theo Wassenaar, könnte abnehmen und nicht mehr so weit ins Land hineintreiben.



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