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Klimawandel: Da braut sich was zusammen

Auf dem Extremwetterkongress in Hamburg diskutieren rund 700 Experten über den aktuellen Forschungsstand. GEO.de sprach mit dem Veranstalter Frank Böttcher


Starkgewitter (Bild) und Hagel werden - bedingt durch den Klimawandel - auch in Deutschland zunehmen (Foto von: Jim Reed/Corbis)
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Starkgewitter (Bild) und Hagel werden - bedingt durch den Klimawandel - auch in Deutschland zunehmen

GEO.de: Es ist Ende März, und in Hamburg liegt Schnee – ist das ein Thema auf dem Extremwetterkongress?
Frank Böttcher: Natürlich. Allein schon deshalb, weil die Teilnehmer in einer schönen, weißen Kulisse zu den Vorträgen gehen können. Trotzdem ist die Freude gedämpft, denn Schnee im März ist zu einem seltenen Ereignis geworden.

Wir dachten eigentlich, dass eher früher um diese Zeit kein Schnee fiel.
Das stimmt nicht. Tatsächlich gab es immer wieder Kälteeinbrüche bis in den April hinein, die aktuelle Wetterlage ist also nichts Besonderes. Ungewöhnlich ist vielmehr, dass in den Monaten zuvor in diesem Winter so milde Temperaturen herrschten. Die globale Erwärmung hat derart zugenommen, dass auch in Deutschland die Temperaturen im Winter deutlich ansteigen werden. Wir erleben in Norddeutschland inzwischen einen Winter, der 1,2 Grad wärmer ist als noch vor 30 Jahren. Der Winter schmilzt förmlich dahin.


Frank Böttcher organisiert den Extremwetterkongress (Foto von: privat)
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Frank Böttcher organisiert den Extremwetterkongress

Was passiert auf dem Extremwetterkongress?
Wir bündeln den wissenschaftlichen Stand der Dinge. Renommierte Forscher halten Vorträge über die Ursachen extremen Wetters und die Folgen des Klimawandels. Diskutiert wird zum Beispiel über das arktische Eis, das große Sorgenkind der Klimatologen. Im Herbst 2007 hatte es seine niedrigste Ausbreitung seit Beginn der Messungen, es waren drei Millionen Quadratkilometer weniger Eis vorhanden als sonst – eine Fläche so groß wie die von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien zusammen genommen war also im Sommer geschmolzen.


Das klingt beunruhigend.
Tatsächlich ist es so, dass die Klimaerwärmung regional sehr unterschiedliche Folgen hat. Es gibt Regionen, in denen sich durch den Klimawandel nicht viel verändern wird. Deutschland beispielsweise wird davon betroffen sein, die Folgen werden hier aber nicht dramatisch sein – in anderen Regionen dagegen sehr wohl, etwa in der Arktis. Dort führt die Erwärmung auch zum Schmelzen der Permafrostböden, was veränderte Wohnsituationen für die Einwohner mit sich bringt, deren Häusern im Schlamm zu versinken drohen.

Es gibt also Gewinner und Verlierer des Klimawandels?
Ja. Das gilt vor allem für die unterschiedlichen Wirtschaftszweige. Profitieren wird auf jeden Fall die Bauindustrie. Es werden mehr Deiche gebaut werden, es wird mehr Baumaßnahmen an Häusern geben, die gegen Überflutungen geschützt werden müssen. Außerdem kann die Bauindustrie zunehmend auch im Winter arbeiten. Große Probleme wird dagegen die Landwirtschaft bekommen. Für einige Anbaupflanzen ist das Klima jetzt schon zu warm, etwa für den Frankenwein am Main. Dieser Wein wird inzwischen schon in Finnland angebaut.



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Kommentare zu "Klimawandel: Da braut sich was zusammen"

Josef Kowatsch | 25.04.2010 10:32

Wir haben die vorgeschlagene Umfrage selbst durchgeführt. Befragt wurden 144 Personen.
Obwohl wir im Vorfeld schon viel Klimaaufklärung betrieben haben, haben immer noch 64 Personen mit "es wurde wärme in den letzten 10 Jahren" geantwortet. Je 40 antworteten kälter, bzw. es blieb gleich. Hier sieht man deutlich, wei eine Clique verantwortungsloser Wissenschaftler die Medien beherrscht, Falschinfos weitergibt und die Medien ungeprüft die Infos abdrucken. Seit 10 Jahren nehmen die Temperaturen in Deutschland und weltweit ab, und bereits 10 Jahre lang gelingt es, die Medien und die Bevölkerung bei so einer einfachen Tatsache wie den Temperaturenvergleich zweier Durchschnittswerte in die Irre zu führen. Übrigens war der Winter um 1,5 Grad unter dem langjährigen Durschnitt des letzten Jahrhunderts. Wohlgemerkt: Drunter, das ist das Gegenteil von Drüber. Beitrag melden!

Josef Kowatsch | 13.04.2010 22:07

Ich habe für euch einen Vorschlag zur Wissensabfrage bei Bekannten, Medien usw.
Frage:
Sind die Temperaturen seit dem Jahr 2000 in Deutschland:
a) gestiegen, b) gleich geblieben, oder c) gefallen
Die Antwort ist: Der Jahresmittelwert im Jahre 2000 lag um 0,7 Grad höher als die Durchschnittstemperatur von 2009. Die Temperaturen sind in diesem ersten Jahrzehnt gefallen: Gefallen ist also richtig.

Hättet Ihr die richtige Antwort gewusst?

Wenn nicht, dann seid ihr ein Opfer der Propaganda der Klimakatastrophentrommler geworden. Diese hatten übrigens vor 10 Jahren eine deutliche weitere Erwärmung in diesem ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends vorausgesagt, nochmals: Erwärmung bedeutet einen Anstieg der Temperaturen, also keinen Stillstand und schon gar keine Abkühlung.
Im Jahre 2000 hatte der Klimaprofessor Dr. Latif orakelt: „In Deutschland wir es keine Winter mehr geben. Und 50 Grad in Konstanz."
Meine Großmutter war in der Klimavorhersage genauer und billiger Beitrag melden!

Josef Kowatsch | 05.04.2010 18:07

Irdisches Leben ist auf Kohlenstoff und Kohlendioxid aufgebaut
Wir Menschen und die Tiere liefern durch Ausatmen den Pflanzen das C02 zum Leben und diese zerlegen C02 und geben uns den Sauerstoff wieder zurück. Aus dem Kohlenstoff bauen sie dann hochwertige Stoffe, unsere Nährstoffe auf. So funktioniert der Kreislauf des Lebens. Kohlendioxid ist somit neben Wasser, Wärme und Sauerstoff die Vorraussetzung für das Leben auf der Erde. Ohne C02 wäre die Erde kahl wie der Mond. Das Grundelement aller organischen Verbindungen und allen Lebens ist Kohlenstoff. Das Gas C02 ist das Transportmittel für das Kohlenstoffatom, um von einer organischen Verbindung zur anderen zu gelangen. Ohne C02 wäre die Erde lebensfeindlich und tot. Kohlendioxid ist der Lebensmotor. C02 ist das Gegenteil von rauchenden stinkenden Schornsteinen. Als Spurengas ist es von außerordentlicher Wichtigkeit für den Erhalt und die Weiterentwicklung organischen Lebens auf unserer Erde. Wir haben nicht zuviel C02 in der At Beitrag melden!

Josef Kowatsch | 05.04.2010 17:58

Die obige Aussage über die Wintertemperaturen von Frank Böttcher sind falsch. Ich weiß nicht, woher er sie hat. Ich beziehe mich auf Angaben des DWD in Offenbach.: Dieser Winter war um 1,5 Grad kälter als der langjährige Schnitt des letzten Jahrhunderts. Schon der Winter ein Jahr zuvor war einer der kältesten in den letzten 30 Jahren.
Außerdem sind in diesem ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends die Jahresmittelwerte um 0,7 Grad gefallen. Das Jahr 2000 war das wärmste Jahr und ohne Winter, seitdem geht es langsam wieder abwärts mit den Temperaturen. Dieser Abwärtstrend soll übrigens laut Aussagen vieler Klimainstitute anhalten. Read more: http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-1242011/DAVID-ROSE-The-mini-ice-age-starts-here.html#ixzz0cyotPDua. Beitrag melden!

Kanalga Michael | 25.06.2008 04:41

ich denke das genau ist das Wichtigste: in erster linie möchte jeder Leser wissen was auf Ihm zukommt, und dann auf seine Kinder, damit er sich rechtzeitig auf die neue Situation einstellen kann.Bedrohungen gab es schon immer und wird auch in der Zukunft weitere geben, und die
deren Aengste mit diesen Informationen nicht beruigt wurden mussen weiter nach antworten suchen. Beitrag melden!

Chris | 04.04.2008 22:15

Solange die Gier des Menschen nach Geld und Macht nicht erlischt wird nichts geschehen um die Erwärumg zu bremsen oder gar zu stoppen! Alle reden aber konkret auf was zu verzichten um was zu verändern hat doch niemand, den Lebensstandart müssten wir runterzuschrauben
unsere Bequemlichkeit eventuell ablegen und das geht nicht in die Köpfe der Menschen rein. Beitrag melden!

kat | 04.04.2008 11:25

Ganz richtig so leute! Beitrag melden!

ahr | 28.03.2008 13:20

Zitat: "Profitieren wird auf jeden Fall die Bauindustrie ... Außerdem kann die Bauindustrie zunehmend auch im Winter arbeiten." Das ist unwahr - nur, weil im Winter beinahe unvermindert weitergebaut wird, werden die Aufträge nicht mehr - sie verteilen sich nur auf inzwischen 12 Monate anstatt wie vorher ca. 9-10 Monate. Einen Einfluss auf die Anzahl der Neubauten hat das Wetter jedoch nicht. Beitrag melden!

Alex | 28.03.2008 10:11

Ich finds gar nicht mal so überflächlich. Betroffen vom Klimawandel sind alle, auch die Urlaubsindustrie. Die landwirtschaftlichen und ökologischen Aspekte wurden außerdem auch angesprochen, was soll da oberflächlich sein. Es ist schwierig, alles Wichtige in zwei Seiten zu erklären, wenn ich was lernen will, dann ist dieses Interwiew nicht geeignet, sondern harte Fachliteratur. Beitrag melden!

Matthias | 27.03.2008 22:35

ja genau, das ist sicher das wichtigste: wie's der wirtschaft geht, was wir im urlaub machen werden und ob es windhose oder tornado oder hurrican heißt... selten so ein oberflächliches interview zu diesem thema gelesen. Beitrag melden!


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