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Auf Schlangenfang in Kambodscha

Schlangenschwund: Im kambodschanischen Tonle-Sap-See zappeln nur Wasserschlangen in den Netzen – vor allem als Futter für Krokodilfarmen. Nun wird die Ressource knapp, und die Fischer suchen fieberhaft nach Alternativen. Die "360°- GEO Reportage" am Samstag (06. Juni) um 20.15 Uhr und am Sonntag (14. Juni) um 18.05 Uhr.


Ein Markt in der Nähe von Chong Khneas. Im Angebot: Wasserschlangen, Fisch und Ratten – für Tier und Mensch (Foto von: MedienKontor)
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Ein Markt in der Nähe von Chong Khneas. Im Angebot: Wasserschlangen, Fisch und Ratten – für Tier und Mensch

Ein Film von eine Thérèse Engels

In der Regenzeit, wenn die Wälder entlang des kambodschanischen Tonle Sap Sees im Wasser versinken, verlassen die Fischerfamilien ihre schwimmenden Dörfer. Sie fahren in Paddelbooten hinaus, um mit Treibnetzen eine begehrte Beute zu fangen: Wasserschlangen, die in den überschwemmten Uferzonen des größten Süßwassersees Südostasiens leben. Bis zu sieben Millionen Schlangen werden jährlich hier gefangen. Damit wird die Nachfrage der lokalen Krokodilzuchtfarmen nach billigem Tierfutter gestillt. Dies hat viele Schlangenarten an den Rand des Aussterbens gebracht. Eine bisher kaum beachtete ökologische Katastrophe, die die Fischerfamilien in ihrer Existenz bedroht.


Der Fischer Van Voth verstaut eine große Kühlbox am Ende seines Bootes, dann geht es hinaus ins Flussdelta des Tonle Sap. Zusammen mit seiner Schwägerin und den kleinen Töchtern wird er für mehrere Tage das Schwemmland nach den begehrten Wasserschlangen durchsuchen. Kein einfaches Unterfangen, denn neben den immer wieder über sie hereinbrechenden Regenfällen muss sich die Familie die Fanggründe mit weiteren Fischerfamilien teilen. Diese verharren mitunter Monate auf ihren angestammten Plätzen im Sumpf. Hinzu kommt, dass ihnen ihre Beute, die Wassertrugnatter, immer seltener ins Netz geht. Der Bestand schrumpft. Van Voth und die anderen Fischer können darauf jedoch keine Rücksicht nehmen.

Die Schlangen sind neben den ebenfalls immer weiter zurückgehenden Fischbeständen ihre einzige Einnahmequelle. Doch das eigentliche Geschäft mit den Tieren machen nicht die Fischer, sondern die Händler auf den Großmärkten. Bis zu 50.000 Wasserschlangen werden pro Tag am Hauptumschlagplatz Chong Khneas verkauft. Das knorpelige, rote Fleisch ist begehrtes Billigfutter für Krokodile, die im großen Stil auf Farmen gezüchtet werden. Das Krokodilleder und das Fleisch werden an das reichere Nachbarland Thailand verkauft. In Kambodscha selbst werden die Schlangen auch als Nahrungsmittel genutzt.

In den letzten Jahren kommen immer häufiger frittierte oder getrocknete Schlangen auf den Tisch. Wenn sich die Ausbeutung der Wasserschlangen in dieser Form fortsetzt, werden die Schlangen schon bald aus dem Tonle Sap See verschwunden sein. Deshalb suchen Umwelt – und Artenschutzorganisationen fieberhaft nach Lösungen, um den Fischern eine lohnenswerte Alternative aufzuzeigen. Doch das scheint schwerer zu sein als gedacht.

"360° - GEO Reportage" begleitet eine Schlangenfängerfamilie auf ihrer mehrtägigen Tour durch die Sümpfe und schaut hinter die Kulissen eines florierenden Geschäfts, das schon bald ein Ende haben könnte.


Arte Programm
  • › www.arte.tv

    Mit weiteren Informationen zu GEO-Filmen (Links, Buchtipps, Video-Kurzfassung u.a.)

Wiederholungen:
sonntags um 18.05 Uhr

14. Juni 2009: Auf Schlangenfang in Kambodscha
28. Juni 2009: Die Teebahn von Darjeeling


Facts Schlangenfang in Kambodscha

Besiedlung der Schlange: Flussdelta des Tonle Sap
Tonle Sap: mündet in den Mekong, der zur Regenzeit so viel Wasser führt, dass vieles davon zurück in den Tonle Sap Fluss gedrückt wird; das ändert dann seine Fliessrichtung; der See erreicht die 30-fache Größe des Bodensees( 30 * 540 Quadratkilometer); rund um den See entsteht fruchtbares Schwemmland; es gibt 170 schwimmende Dörfer um den Tonle Sap
Fang: bis zu sieben Millionen Schlangen pro Jahr
Schlange: Wassertrugnatter, ein Kilogramm Schlangen kostet etwa 30 Cent
Fischerfamilien: verdienen im Schnitt 330 Euro im Jahr

UNESCO ernannte das Gebiet 1997 zum Biosphärenreservat, allein in Tonle Sap gibt es 296 Fischarten


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