Kontakt zu Aliens Arecibo-Botschaft: Was hinter der Nachricht ins All steckt

Am 16. November 1974 schickten Wissenschaftler die Arecibo-Botschaft ins All. Google nimmt das 44-jährige Jubiläum der Nachricht an die Außerirdischen zum Anlass für ein Doodle - und wir für eine kurzen Blick auf die Geschichte der Kontaktaufnahme im All
Arecibo

Die Arecibo-Botschaft wurde am 16. November 1974 ausgehend vom Arecibo-Observatorium gesendet

Punkt 13 Uhr mittags ging die Grußbotschaft ins Irgendwo der Milchstraße: ein Piktogramm aus 1679 Zeichen, darin enthalten unter anderem die Zahlen eins bis zehn im Dualsystem, eine Grafik der DNS-Moleküle und eine Skizze des Arecibo-Observatoriums. 

Radioteleskop funkte Arecibo-Botschaft am 16. November 1974 ins All

Das Radioteleskop der Sternwarte in Puerto Rico funkte die Nachricht am 16. November 1974 ins All, entschlüsseln sollten sie in einigermaßen ferner Zeit eventuelle Bewohner des Kugelsternhaufens Messier 13, Sternbild Herkules, 25 000 Lichtjahre entfernt – so weit die Idee des Verfassers Frank Drake, US-Astronom und führend in der internationalen Außerirdischensuche.

Als Gedankenspiel beschäftigte das Leben der anderen im All die Menschheit schon seit der Antike. Der italienische Priester Giordano Bruno, später als Ketzer verbrannt, schrieb 1584, es gebe im Himmel so viele andere Erden, „als wir leuchtende Funken über uns sehen“. Der Philosoph Immanuel Kant mutmaßte 1755, außerirdische Lebewesen seien umso vollkommener, je weiter ihr Planet von der Sonne entfernt sei.

Leben im All? Ein altes Gedankenspiel!

  • Um 50 v. Chr.: Der römische Dichter und Philosoph Titus Lucretius Carus erklärt in seinem Epos „De rerum natura“, es müsse im Weltraum andere Erden mit intelligentem Leben geben.
  • 1752: Der französische Schriftsteller Voltaire lässt in seiner Erzählung „Micromégas“ einen Gelehrten vom Stern Sirius mit einem befreundeten Bewohner des Saturn zur Erde reisen.
  • 1835: Die „New York Sun“ berichtet in einer Artikelserie, der britische Astronom Sir John Herschel habe mit einem neuartigen Teleskop auf dem Mond geflügelte Fledermausmenschen entdeckt.
  • 1938: Der Regisseur Orson Welles inszeniert nach dem Roman „Krieg der Welten“ ein Hörspiel, in dem Marsmenschen die USA angreifen. Die New Yorker Polizei erhält während der Ausstrahlung 2000 Anrufe in 15 Minuten.

Der schottische Pfarrer und Astronom Reverend Thomas Dick berechnete 1838 die Bewohnerzahl in unserem Sonnensystem anhand der Bevölkerungsdichte Englands auf 22 Billionen – die Sonne selbst nicht einbezogen. Eine erfolgreiche Kontaktanbahnung schien ihm nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Absender der Arecibo-Botschaft hatten Eigenrotation der Milchstraße nicht einberechnet

Im Dezember 1900 setzte die Französische Akademie der Wissenschaften im Auftrag einer gewissen Madame Clara Goguet Guzman einen mit 100 000 Francs dotierten Preis für denjenigen aus, der binnen zehn Jahren die erste gelungene Kontaktaufnahme mit einer außerirdischen Zivilisation nachweisen würde.

Wäre die von der Akademie gesetzte Frist nicht ohnehin längst abgelaufen, die Absender der Arecibo-Botschaft hätten kaum Chancen auf das Preisgeld: Weil sie die Eigenrotation der Milchstraße nicht einberechnet hatten, trifft ihr Signal in knapp 25 000 Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach auf leeren Raum.

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