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Interview Sind Offshore-Windparks eine Gefahr für die nationale Sicherheit?

Windkraftanlagen auf hoher See sind für die Energiewende unerlässlich – aber auch potenzielle Ziele von Spionage und Sabotage. Ein Gespräch mit Militärökonom Wolfgang Müller über Sicherheitsrisiken
Der Offshore-Windpark Riffgat, rund 15 Kilometer nördlich der Insel Borkum gelegen, ist einer der ersten kommerziellen Windparks in der deutschen Nordsee. Er nahm im Februar 2014 den Betrieb auf
Der Offshore-Windpark Riffgat, rund 15 Kilometer nördlich der Insel Borkum gelegen, ist einer der ersten kommerziellen Windparks in der deutschen Nordsee. Er nahm im Februar 2014 den Betrieb auf
© Sina Schuldt / picture alliance / dpa

GEO: Herr Dr. Müller, Donald Trump hat vor Kurzem den Bau von fünf Offshore-Windkraftparks vor der Ostküste der USA gestoppt – unter anderem mit Verweis auf Risiken für die nationale Sicherheit. Nun wissen wir, dass der US-Präsident ohnehin ein Problem mit erneuerbaren Energien hat. Ist die Sorge trotzdem begründet?

Dr. Wolfgang Müller: Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe möglicher Sicherheitsrisiken: Zum Beispiel können die Rotorblätter Radarsignale stören und so die Erkennung anfliegender Drohnen oder Raketen erschweren. Die verbaute Technik könnte außerdem für Spionage oder Sabotage missbraucht werden. Und wir müssen uns mit der Frage beschäftigen, wie wichtig eine Energieerzeugungsart im deutschen Energiemix ist, egal ob Solar- oder Windenergie, onshore oder offshore.

Warum?

Weil das Risiko für Staat und Gesellschaft steigt, die politischen Auswirkungen umso gravierender sind, je größer der Anteil an der gesamten Energieversorgung ist. Denken Sie nur an den Stopp der Gasversorgung nach der russischen Invasion in der Ukraine.

Die Ausbauziele für die Offshore-Windkraft sind ambitioniert: In Deutschland sollen bis 2030 die Kapazitäten verdreifacht werden. Machen wir uns damit unnötig angreifbar?