Nach Angriff in Hamburg Experte: Wolf zu helfen, ist falsch verstandene Tierliebe

Wölfe haben sich in den vergangenen Jahren wieder in Deutschland ausgebreitet. (Symbolbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Wölfe haben sich in den vergangenen Jahren wieder in Deutschland ausgebreitet. (Symbolbild) Foto
© Bernd Weißbrod/dpa
Eine Frau will einem Wolf in Hamburg helfen – und wird verletzt. Ein Experte warnt vor solch einem Verhalten. Was er stattdessen rät.

Nach dem Wolfsangriff in Hamburg warnt ein Experte davor, sich den wilden Raubtieren als Laie zu nähern. "Auch wenn das lieb gemeint ist, einem Tier helfen zu wollen, was scheinbar in Not ist, so ist das falsch verstandene Tierliebe", sagte der Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, Raoul Reding, dem Radiosender NDR 1 Niedersachsen.

Dem Wolf in Hamburg-Altona war nach dpa-Informationen am Montag der Weg aus einer Einkaufspassage heraus durch gläserne Automatiktüren versperrt gewesen. Die Frau habe dem Tier helfen wollen. Sie erlitt eine Verletzung, konnte das Krankenhaus aber noch am selben Abend nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Der Wolf flüchtete nach dem Vorfall bis an die Binnenalster, wo er mit einer Schlinge eingefangen wurde.

Wolf ist inzwischen in Niedersachsen

"Wölfe, aber auch andere Wildtiere, sind, wie der Name sagt, Wildtiere, die können unberechenbar sein", warnte Reding. "In solchen Fällen ist es immer zu empfehlen, Abstand einzuhalten, respektvoll dem Tier zu begegnen und die Behörden einzuschalten, damit geeignetes Fachpersonal mit geeignetem Material vor Ort kommen kann, um die Situation aufzulösen." Sich einem Wildtier als Laie ohne spezielle Ausrüstung zu nähern, könne immer dazu führen, dass der Mensch zu Schaden komme.

Seit gestern Abend ist der Wolf aus Hamburg vorläufig in einer Wildtierauffangstation in Niedersachsen untergebracht. Um welche Station es sich handelt, teilte die Hamburger Umweltbehörde nicht mit.