Von Dr. Google bis Prof. GPT Symptome online suchen: Wie erkenne ich seriöse Infos?

KI-Chatbot statt Wartezimmer? Sich online über Krankheiten informieren machen viele – eine echte Diagnose gibt's aber nur in der
KI-Chatbot statt Wartezimmer? Sich online über Krankheiten informieren machen viele – eine echte Diagnose gibt's aber nur in der Arztpraxis. Foto
© Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn
Hi, KI-Chatbot oder Suchmaschine - was ist das für ein Ausschlag? Schmerzt, juckt oder ziept's im Körper, ist das Internet für viele eine Anlaufstelle. Eine Umfrage zeigt: Oft entsteht Verunsicherung.

Ihr Körper macht seltsame Sachen? Erstmal das Internet fragen, was dahinterstecken oder helfen könnte. 

Das kommt Ihnen bekannt vor? 59 Prozent der Deutschen haben in den letzten 12 Monaten online nach Krankheitssymptomen und Beschwerden gesucht. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes, für die 2.006 Menschen ab 14 Jahren befragt wurden. 

Insgesamt 83 Prozent der Befragten gaben an, aktiv im Internet zu Gesundheitsthemen zu recherchieren - etwa auch zu Diagnosen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Tipps für ein gesünderes Leben. 

16 Prozent der Befragten holen dabei KI-Chatbots ins Boot, um Antworten auf ihre Gesundheitsfragen zu erhalten. Wenig überraschend: Bei Jüngeren ist das deutlich üblicher als bei Älteren (35 Prozent der 18- bis 29-Jährigen vs. 6 Prozent der Über-60-Jährigen). 

Herzinfarkt? Krebs? Wenn die Symptom-Suche Ängste auslöst

Wer schon einmal der Suchmaschine oder dem KI-Chatbot seine Beschwerden geschildert hat, kennt das womöglich: Nach der Recherche-Session fühlt man sich nicht unbedingt schlauer - sondern oft eher verunsichert. 

Das zeigt auch die Umfrage: 61 Prozent derjenigen, die online nach Gesundheitsinformationen suchen, empfinden diese häufige als widersprüchlich. 53 Prozent von ihnen zweifeln an der Richtigkeit der Informationen, die sie gefunden haben. 

Und bei 14 Prozent entsteht während der Online-Recherche häufig die Angst, eine sehr schlimme Krankheit zu haben. Dieses Phänomen wird umgangssprachlich auch als "Cyberchondrie" bezeichnet - abgeleitet von Hypochondrie, der übermäßigen Angst von Erkrankungen. 

So erkennt man seriöse Gesundheitsinformationen

Bleibt die Frage: Was können wir tun, damit uns die Gesundheitsrecherche im Internet auch wirklich weiterbringt? 

Ein wichtiger Anfang ist, sich bewusst machen, dass hinter Gesundheitsinformationen im Netz wirtschaftliche Interessen stecken können. Ist etwa auf einer Webseite auf einmal die Rede von Kapseln und Pulvern, die Linderung bringen sollen, ist das wahrscheinlich der Fall. Immer eine gute Idee ist daher der Blick ins Impressum. 

Dabei sollte man sich laut der Verbraucherzentrale nicht von Begriffen wie "Institut" oder "Akademie" täuschen lassen. Sie klingen zwar wissenschaftlich, sind aber nicht geschützt. Um herauszufinden, ob es sich um eine seriöse Forschungseinrichtung handelt, kann die Datenbank "GERit - German Research Institutions" helfen. 

Die Verbraucherzentrale nennt vier grundsätzliche Kriterien, an denen seriöse Gesundheitsinformationen zu erkennen sind: 

Die Quellenangaben sind transparent und nachvollziehbar. Der Anbieter ist unabhängig.Die Inhalte sind wissenschaftlich belegt.Die Informationen sind aktuell. 

Als Beispiele für Anlaufstellen, die fundierte, aktuelle und unabhängige Informationen liefern, nennen die Verbraucherschützer unter anderem das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und das Portal "gesund.bund.de", hinter dem das Bundesgesundheitsministerium steht. Evidenzbasierte Informationen über Selbstzahler-Leistungen bietet der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes Bund. 

Zwei Tipps für die KI-Recherche 

Die Stiftung Gesundheitswissen gibt außerdem zwei Tipps für den Umgang mit KI-Chatbots bei Gesundheitsfragen.

Erstens: den Chatbot auffordern, Quellen für seine Informationen mitzuliefern. Sie kann man aufrufen, um zu prüfen: Finde ich diese Info dort wieder? Und: Ist die ist Quelle vertrauenswürdig? 

Zweitens: die KI bitten, ihre Antwort selbst kritisch zu beurteilen - etwa mit Prompts wie "Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Antwort zutreffend ist? Wo könnten Fehler liegen?" Auch das kann mehr Klarheit bringen. 

Gesicherte Diagnose? Gibt's nur in der Arztpraxis

So umfassend wir uns online auch über Krankheiten und ihre Symptome informieren können: Eine Diagnose kann nur ein Arzt oder eine Ärztin stellen. Wer Beschwerden hat, sollte also einen Termin ausmachen. 

Die Umfrage wurde zwischen dem 18. Dezember 2025 und dem 12. Januar 2026 durchgeführt.