Wissenschaft Warum Tageslicht für gesunde Knochen so wichtig ist

Trifft Sonnenlicht auf unsere Haut entsteht Vitamin D und das ist sehr wichtig für die Knochenstabilität - Nahrungsergänzungsmittel verfehlen hingegen diese Wirkung in den meisten Fällen
Warum Tageslicht für gesunde Knochen so wichtig ist

Wer sich täglich fünf bis zehn Minuten dem Tageslicht aussetzt, tut seinen Knochen etwas Gutes

Vitamin D, das der Mensch bei Sonnenschein in seinen Hautzellen produziert, sorgt unter anderem dafür, dass Kalzium gut aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen und in die Knochen eingebaut wird. Vor allem im Winter, wenn die Sonne tief am Himmel steht und zudem große Teile unserer Haut verhüllt sind, reicht die Intensität der maßgeblichen UV-B-Strahlung aber oft nicht aus, um die körpereigene Vitamin-D-Produktion genügend anzukurbeln. Gut vier von fünf Menschen leiden dann an einem Vitamin-D-Mangel. Und selbst in den hellen Sommermonaten ist noch etwa jeder Dritte unterversorgt. Durch Ernährung lässt sich das Defizit nicht ausgleichen, allenfalls zu zehn bis 20 Prozent nehmen wir Vitamin D mit dem Essen auf; erwähnenswerte Mengen finden sich vor allem in Lebertran und fettem Seefisch.

Ein dauerhaftes, schweres Vitamin-D-Defizit kann bei Erwachsenen das Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) erhöhen oder eine schmerzhafte Knochenerweichung (Osteomalazie) mit sich bringen. Betroffen von einer Unterversorgung sind oft ältere Menschen; in deren Haut wird weitaus weniger Vitamin D produziert.

Die Hersteller vieler Nahrungsergänzungsmittel, die Vitamin D enthalten, versprechen, dass sich die Knochen damit schützen lassen. Doch dies ist jüngst in Zweifel geraten: Nach Auswertung zahlreicher Studien haben Forscher festgestellt, dass es keine eindeutigen Belege für die Wirksamkeit von Supplementen gibt. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie rät daher, Nahrungsergänzungsmittel nur in ärztlich begründeten Fällen zu nehmen, etwa bei Gefahr von Osteoporose im Alter.

Fünf bis zehn Minuten Tageslicht reichen aus

Das macht den Gang nach draußen umso wichtiger. Mediziner empfehlen, täglich Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen dem Licht der Sonne auszusetzen. Weil helle Haut Vitamin D schnell produziert, reichen meist – je nach Jahres- und Tageszeit – fünf bis zehn Minuten für eine Tagesdosis aus. Dunkel­häutigere Menschen sollten sich bis zu 25 Minuten bescheinen lassen.

Das ist kurz genug, um Hautrötungen zu vermeiden. Dafür sollte während des täglichen Lichtbads aber auch kein Sonnenschutzmittel auf­getragen werden. Diese Produkte blockieren die Aufnahme von UV-B-Strahlen, die für die Vitamin-D-Produktion nötig sind. Daher bringt es auch wenig, sich durch ein Fenster zu sonnen oder ins Solarium zu gehen.

Und wer im Frühling, Sommer und Herbst sehr viel Sonne getankt hat, ist auch für den Winter gewappnet. Die körpereigenen Vitamin-D-­Speicher im Muskel- und Fettgewebe sind dann in der Regel ausreichend gefüllt, um gesund durch die dunklen Monate zu kommen.