Fettleibigkeit Wie Übergewicht und unser Geruchssinn zusammenhängen

Hängen Fettleibigkeit und Geruchsinn zusammen? Ja, sagen Forscher - und machen die Nervenachse zwischen Bauch und Hirn dafür verantwortlich
Geruch

Duftendem Kuchen können nur wenige widerstehen – Geruchsstoffe beeinflussen entscheidend den Geschmack

Fettleibige Menschen scheinen schlechter riechen zu können. Forscher der University of Otago in Neuseeland untersuchten, wie der Geruchssinn mit Übergewicht zusammenhängt. Dazu analysierten sie Daten von mehr als 1400 Probanden und stellten fest, dass fettleibige Menschen einzelne Gerüche schlechter unterscheiden können.

Forscher entdecken überraschenden Zusammenhang

Beim Vergleich von Studien zu Magenverkleinerungen stieß das Team auf einen überraschenden Zusammenhang: Nach Schlauchmagenoperationen, bei denen ein großer Teil des Magens entfernt wird, verbesserte sich der Geruchssinn der Patienten.

Verantwortlich dafür sei eine Art „Neustart“ des Vagusnervs. Dieser verbindet den Magen-Darm-Trakt mit dem Riechhirn. Nach dem Schlauchmagen-Eingriff bildet er neue Nervenenden und wird wieder aktiver. Bei Magenoperationen mit anderer Technik ist dies nicht der Fall.

Wer schlecht riecht, greift eher zu ungesünderen Nahrungsmitteln

Die Erklärung dafür: Bei Fettleibigkeit ist die Aktivität des Vagusnervs oft vermindert, das schwäche den Geruchssinn. Das wiederum kann zu noch mehr Übergewicht führen: Menschen, die weniger riechen können, schmecken meist auch weniger. „Sie greifen oft zu geschmacksintensiven Nahrungsmitteln. Diese enthalten mehr Fett, Zucker und Salz“, so Studienleiterin Mei Peng.

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